Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-09-10 · Heft 37 (10.9.1846) · p. Seite 290

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 37 (10.9.1846)
Date
1846-09-10
Page
Seite 290 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2360092-2360418-2360456--5589-3532535
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

290 öffcntltcht zu scheu Denn cm so nackt hingcstclltcs „Folgen dic Unterschriftcu" halten wir bei so ticfgrcifcndcn Slngclcgcuhciten für durchaus ungccignct Frankfurt a. M., tut August 1846. Leopold Stein, Rabbiner der israelitischen Gcmcinrc") dahier. * * * Und nun noch ein* Wort an euch, die ihr so bescheiden seid, kerne andere Autorität anzusprechen, „als welche das Volk euch freiwillig zugesteht" sowie ihr auch bekanntlich nicht mehr G eld haben wollt, als euch das „Volk" freiwillig,zugesteht -7an euch, die ihr so erstaunt und verblüfft dasteht bei der raschen, aber völlig naturgemäßen Wendung der Dinge, die euer Treiben in seiner ganzen Blöße und Nichtigkeit erscheinen ließ: Ihr verwundert euch über diesen Umschwung und findet ihn vielleicht unbegreiflich, ja manche von euch sind wohl gar thöricht genug, ihn als daö Werk einzelner Widersacher zu betrachten, wie ihr vielleicht, nach dem Ausdruck Börne's, eine neue Sündsluth als Folge einer „Jntrigue" verschreien würdet. Die Sachen haben sich auf ganz einfachem, natürlichem Wege entwickelt, und es ist da gar nichts zu verwundern als eure grenzenlose Verblendung. Zuerst um Anstellungen zu erlangen, und dann um euch ein Ansehen zu erwerben, welches ,,das Volk" euch nicht zugestehen wollte, weit euch viele achtunggebietende Eigenschaften der Alten abgehen,, suchtet ihr diese Lücke auszufütlcn, indem ihr die Parteiworte deö Tages zur Parole nahmt, euch mit den Modehelden, und Modeschwätzern verbandet und auf die Affennatur des Trosses verließet. Inf aus ti Fausti! Ihr habt den Geist beraufbeschworen, der euch die Alten verdrängen und euch an deren Stelle (eigentlich: Stellen) placiren sollte; euer Zweck ist erreicht, der dienstbare Dämon hat gethan, was ihr von ihm verlangtet, und nun wollt ihr, daß er euch noch ferner zu cuern Zwecken diene, oder doch mindestens, daß er wieder verschwinde! Unglückselige Fauste, ihr habt das Wort gewußt, auf das 39) Sobald Hr. Stein die Namen „aller gebildeten" Männer der hiesigen israelitischen Gemeinde bekannt macht, welche im vorigen Jahre , die „Adresse" unterzeichnet haben — damit wir unsrerseits aus dem hiesigen Adreßbuche die Namen aller Ungebildeten veröffentlichen können, welche jenes Dokument nicht unterschrieben — und sobald er item eine Liste der 260 Unterschriften veröffentlicht, welche vorgeblich die Breslauer Dankadresse bedecken, so wird diesem Verlangen ungesäumt entsprochen werden. 40) Sehr wohl; allein „mit dem Maße, womit ihr messet, wird euch gemessen werden!" . 41) Es wird vielleicht mit der Zeit.nöthig werden , daß die Rabbiner sich ausdrücklich als „Rabbiner der israelitischen Gemeinden" zu erkennen geben. Vorerst ist ein solcher Pleonasmus noch immer ein pudelnärnschcs Ding. der Geist erscheinen mußte, aber ihr wißt nicht dasjenige, womit er zu bannen oder zu entfernen ist! Fortschritt, Volksbewußtsern, Neform! glaubtet ihr, das seien Spielzeuge, die ihr mit citcrft schwache!: Händen regieren könntet? Neben den großen Männern der Geschichte wolltet ihr Platz nehmen mit cuern kleinen Interessen, noch kleinern Rücksichten und allerkleinsten Leidenschaften! Als Löwen der Zeit wolltet ihr siguriren und ans die Arena brachtet ihr H a se n h erzen mit! Unglückliche, den Helden spielt man nicht! Sich fälschlich für einen großen Mann ausgeben zieht die Strafe nach sich, welche den aufgeblasenen Frosch in'der Fabel betroffen. Die beiden Parteien wolltet ihr verblenden und sie in euerm Privatinteresse vereinigen; darnach strebtet ihr. Und es > sollte sonst Niemand etwas von diesen Machinationen merken als die,,Eingeweihten?" Eitle Hoffnung! Beide Parteien haben mit der Hilfe Gottes euch nun durchschaut, und sie, die gegenseitig subjektive Ueberzcugrmg und redliche, aufrichtige Gesinnung bei einander veraussetzen dürfen, sie ziehen ein Bündniß mit den ehrlichen Anhängern einer andern Meinung der Allianz mit euch vor, nachdem man glücklicherweise endlich beiderseits zu der Einsicht gekommen, daß man es überall aufgeben muß, anders als durch U cberzeu g u ngsmit tel Proselyten zu werben, wenn man nicht geradezu den — Jesuiten in die Hände arbeiten will. Die Parteien denken jetzt: „dw© nntp Uso D^nD.i p wvnn bt* ■urnin N^D'pracnsy \jdd D’pmn p bw Dn^DD pippnDp-iBT nt»yD p!" — Gehet ein zur Ruhe, 0 holde „Institute" der Rabbinerversammlungen und der Schabbes-Gojes! über euerm Grabe werden die ausgesöhnten Parte i e n sich die Hände r e i ch e n l Dainaseemis. Berlin, 27. Aug. Der Eifer, mit welchem der Rabbiner Dr. Frankel in. M.-Friedland die Sache der Theologen -Versammlung führt, findet hier Anerkennung; nur hätte man de!: Aussätzen einen kleinern Zopf und weniger hierarchischen Qualm gewünscht. Hr. Frankel entwirft einen Prüfungsplan für Kandidaten,?al§ wenn Regierungen die Vers, dazu auffordern möchten. Prüfungskommissionen können rmr von Regierungen ausgehen, abgesehen davon, daß Prüfungskommissionen jedes Studium auf die Stufe des Brodenverbes herabdrücken. Einen hierarchischen Zopf bemerkt mau m den: v erg erschlagenen Namen „Verein". Es zeigt von einem richtigen Takte des Oberrabbiuers Frankel, nicht den Namen „Verein" gewählt zu haben, da Niemand bis jetzt di-e Theologen zu einer allgemeine:: Wirksamkeit autorisirt hat. Der erste hierarchische Ton wäre daS Grabgeläute der Th.-V. ZKürtemberg, 23. Aug. Staunen Sie! Man spricht davon, daß mehre Mitglieder der weiland R.-V.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.