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Der Orient · 1846-09-10 · Heft 37 (10.9.1846) · p. Seite 286

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 37 (10.9.1846)
Date
1846-09-10
Page
Seite 286 (sequence 3)
Language
German
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286 der Neujahrstag ist ungewiß, das Verbot an einem ' gewöhnlichem Sabbat zu blasen aber gewiß, und es müsse das ungewisse Gebot dem gewissen Verbot weichen, was aber beim dW nicht der Fall ist, da es selbst am gewöhnlichen Sabbat keine verbotene Handlung ist, und ist deshalb gestattet. Stünde der Talmud beim Arüragesteller auch nur einigermaßen in Achtung, so müßte es ihn selbst befremden, daß dem Talmud bei seiner Tiefe und seinem Scharfsinn eine solche einfache Erklärung entgangen sein sollte, und würde dann mit-leichterer Mühe die Wahrheit und die Falschheit seiner eigenen Erklärung gesunden haben; dieser Mangel an Achtung hat sich selbst bestraft und der Antrag esteller hat die Schuld des Mißverstehcns der Mischna, die er den: Talmud zuschiebt, sich selbst zngczogen. Beleuchtet man diese Erklärung auch nur mit geringem Nachdenken, so findet mau sie hinfällig. “"iW'ny'pn am Sabbat ist höchstens ein.fo&r, rüw ncon jagt bet Talmud, biblisch ganz und gar nicht verboten, wie wäre cs also möglich, die Mischna habe ein biblisches Gebot aufgeh ob en, der Möglichkeit w egen, ei n ra bb in i sch es Verbot zu begehen? Die alten Rabbinen stellten sich gewiß nicht so hoch über die Bibel. Die Erklärung Raba's ist daher sehr richtig, um nicht ein biblisches Verbot zu begehen, hat die Mischna ein Gebot snspendirtg wo aber dieses nicht zu besorgen war, nämlich in Gegenwart eines hohen td, blieb es bei der biblischen Anordnung. Das dyh welches dem Opponent als Beweis gegen ütdjp NDttf rrm dient, ist umgekehrt ein Belveis dafür, wie auch ein Gegenbeweis seiner Mischnaerklärung. Die Mischna Sukka 42 1) sagt: dih ntW rp^y.l wenn der erste Festtag an einem Sabbat trifft, so fand das dhh statt, hingegen wenn der erste Feiertag an einem Wochentage trifft, so muß an dein in der Mitle des Sukkafestes treffendetl Sabbat das 2^^ Wegfällen. Wir sind wirklich zu. wissen begierig, wodurch-diese Mischna anders als durch Tim m-n zu erklären ist. Warum aber das Schofarblasen am. Sabbat selbst am ersten Ncujahrstage nicht gestattet, das hingegen am ersten Tage an einem. Sabbat erlaubt ist, hier erklären zu wollen, wäre zu weitläufig,, und müssen wir den geehrten Leser auf fn Sukka daselbst Hinweisen. .. M. A—n. Hamburg, 27. Aug. Wir besitzen eine Persönlichkeit in unserer Gemeinde-, di.e m Stillen die schönsten Saaten echter Humanität ausstreut: ich meine den bescheidenen Dr. E. Kley. Es wurde bereits früher in diesen Blättern berichtet, wie dieser Vater der Unglücklichen ein russisches Kind versorgte. Ich kann Ihnen nun heute mittheilen, daß Hr. Dr. Kley vor einigen Tagen, durch Mühe und Opfer, einen jungen Russen bei einem Mechanikus nntergcbracht hat. Hr. Dr. Kley bedarf nicht der Ocffentlichkeit, um in seinem schönen Wirken bestärkt zu werden; der Segen seiner Klienten, die ihm ihren künftigen Lebcnsberuf zu danken haben, folgt ihm als dankbare Anerkennung. Wir können aber nicht umhin, hier eine Bemerkung auszusprechen. Würde man eine Statistik der Rabbiner und Prediger entwerfen, so würden sich diejenigen, welche über die Abschaffung eines unbedeutenden Brauches die Hände ringen, als die inhumansten. und hartherzigsten Herausstellen. Hr. Kley vertritt bekanntlich den rationalistischen Fortschritt; ein Anderer präsidirt dem Stabilismus: wer wirkt aber dennoch, mehr zur währen Verherrlichung Gottes? Die Stabilen glauben in der Regel, mit einem Psalm oder mit einer Dosis Fanatismus ihre Rechnung geschlossen zu haben. — Obwohl unser Rabbiner sich nicht an der Theologen-Versauunlung bctheiligt und obwohl die Zionswächter ansrufen: „La gar de meurt et ne se rend pas“, so Herrschen hier doch starke Sympathien für dieselbe, undes? bedürfte bloö einer allgemeinen'Aufforderung, um Hamburg zur materiellen Unterstützung zn vermögen.. Nur wünscht man, daß die ehrenwerthe Versanunlung jedes hierarchische Gelüste von sich fern halte. Frankfurt a. Nt., 22. Ang. (Schluß.) Wir fragen alle redlich und billig denkenden Männer in und außer Israel, .ob eine solche Sprache und ein solcher Vorwurf gegen Vctkslehrer, welche, angetrieben von keiner Negierung und keiner Gemeinde, sondern btos von ihrem Herzen ^), öffentlich zusammen treten, um ihre religiösen Ueberzengnngcn ohne Scheu und Furcht") anszusprechen, und wo Heilung möglich, diese anznstrcben, nicht ein bitterböses Unrecht invotvire? Man sagt , ,,wir vermeiden ängstlich jede Frage, wobei auch nur ein kleiner Anstoß aus der praktischen Lebensbahn (?*°), der in und mit der Wett (516!) lebenden Israeliten hinweggeräilmt werden soll". Die R.-V. kann in Betreff der Unwahrheit dieses Vorwurfs ruhig 1.8) Höre es, 0 Deutschland: //'2f n getrieben von keiner Regierung, an getrieben von .k e i n e r Gemeinde, sondern blos angetrieben von —- ihrem Herzen! welches „Herz"-wahrscheinlich auch die vielen Reise kosten bezahlte. 19) Solches, Selbstlob klingt gar lieblich im Munde derjenigen, welche in allen ihren Handlungen nur die einzige Tendenz beurkunden, sich „in ihrem schwierigen Amte" zwischen beiden Parteien durchzuschleichen. — 20) Hr. Stein erkennt in dieser Sache eine 7,tiefgreifende Angelegenheit"- es wäre denn aber doch einem Manne, der noch dazu einen „Geistlichen" vorstellen will, etwas mehr Ernst und- Würde, in Sprache und Haltung bei Behandlung einer so. „.tiefgreifenden" Frage zu wünschen gewesen. Es ist gar zu jämmerlich, in. der einen Zeile Gott, Wahrheit, Religion, Moses und die Propheten ins getfr zu führen und in der andern Zeile zmn Krittler einzelner Ausdrücke herabzusinken und den unfruchtbaren Streit auf's Tapet zu bringen, ob man im Deutschen von. einer „praktischen Lebensbahn" reden könne oder nicht.

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