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Der Orient · 1846-09-10 · Heft 37 (10.9.1846) · p. Seite 285

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 37 (10.9.1846)
Date
1846-09-10
Page
Seite 285 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lh!r. Man abonnirr bei allen löbr. Postä'm-crn und allen folib* Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt milgerechnet, zwei Bogen, und zwar an 'jedem Dienstag regelmäßig. M9T Leipzig, den 10. September 184«. Inhalt. Deutschland. Kempen. Der zweite Festtag. Hamburg. Aus dem Leben Dr. Kley's. Die Theologen- Verfammlung. — Frankfurt a. M. Schluß des S t e i n'schen Rettungsversuches und der DamascenerNoten. Eine Anrede und Nachrede. B e r lin. Rabbiner Frankel. Prüfungscomission. Verein und Versammlung. Würtemberg. Ein Wunder. Sckwersenz. Aus dem Leben der R.-V. Ueber die Theologen-Versammlung. Dr. Joel. — Italien. Ferrara. Der neue Papst» Gedichte und Sonnette. Wünsche. — Personalchronik und Miscellen. Rom. Berlin. Wien. London. — LB. d. Or. Deutschland. Kempen, im Juli. (Verspätet). Ich ersuche Sie im Interesse der Wahrheit, folgende Zeilen gef. aufzunehmcn: In der A. Z. d. I. Nr. 25 beantragte einer der neuesten Richtung im Judcnthnmc Zugehöriger die Abschaffung des zweiten Festtages. Der Antragsteller geht auf' de» Ursprung in früherer Zeit wie auch auf eine talmudischc Begründung für die Jetztzeit zurück. In Bezug auf letztere eitirt derselbe Jom-Tob 4, 5 d, wo cs heißt: man müsse den früherewBranch einer Doppclfcicr deshalb auch jetzt bcibchalten, damit man ihn, in der künftigen Mcssiaszcit, in welcher derselbe wieder zur Nothwcndigkcit werden wird, nicht aus früherer Gewohnheit verletzen sollte. Der Antragestcllcr sucht nun durch Untergrabung diese Grundlage zu fällen; hat ihn aber dadurch bei dem Besserbclchrtcn nicht cinnial erschüttert, und zwar weil die Basis dcS zweiten Festtages für die Jetztzeit eine ganz andere ist. Weder in Jom- Tob noch sonst irgendwo, sagt der Talmud in Bezug auf diesen Gegenstand das, was der Herr Antragestcllcr ilm sagen läßt. In gedachter Stelle, sagt er: es sei, bei der Zerstreutheit und der' gedrückten Stellung der Juden zu besorgen, cs konnte einst die astronomische Feststellung der Monate unter denselben schwankend und ungewiß werden, sich dadurch Jrrthümcr in die Feststellung der Festtage cinschlcichcn; .«3 soll daher zur Verhütung und Beseitigung der dadurch zu entstehenden Nebel der cinnial eingefnhrte zweite Festtag auch ferner als Brauch bleiben*). Der Antragestcllcr ist überhaupt in seiner Erklärung des Talmuds wie in seiner Opposition gegen denselben nicht sonderlich glücklich. In Bezug ans Las Neujahrsfest, sagt der Talmud: beide Tage sind NO!' NrQ’-iN'; Set Antra gesielter erklärt dies: weil diese Doppelfeicr sich von alter Zeit hcrschrcibt, betrachtet sic die Gcmara als einen zusammenhängenden heiligen Tag. Der Talmud selbst aber erklärt sich darüber ganz anders. Zuweilen, sagt er, kamen die Zeugen über die Sichtbarkeit des Mondes den 30. Eint nach dem Vcspcrvpfcr, sic wurden dann nicht mehr angenommen, der folgende Tag als der wirkliche Nenjahrstag bestimmt, der 30. Elul aber als Feiertag begonnen, mußte auch als solcher beendet und als nicht minder heiliger als der folgende betrachtet werden, und aus diesem Grunde galten beide Tage als wirkliche, zusammenhängende Feiertage. Einen kleinen Scitcnhicb führt der Antragestcller wider Raba und dessen lrroj» NQti/ riTU; dies sei, sagt derselbe, von Raba erdichtet, die Mischna aber kann davon nichts wissen, da sie Las ibb rh'Q: am Sabbat gestattet. Der Antragestcllcr sucht nun das Verbot des Schofar-- blasens an einem Sabbat auf folgende Art zu erklären: *) Sollte etwa der HerrAntragesteller unter i-,u e-elld'N rrvu Lom-Lob 4 b die Wiederherstellung eines jüdischen Staates verstanden haben? Diese Erklärung wäre eine zeitgemäße. ■ 37

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