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Der Orient · 1846-09-03 · 36 (3.9.1846) · p. Spalte 569-570

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
36 (3.9.1846)
Date
1846-09-03
Page
Spalte 569-570 (sequence 5)
Language
German
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587 568 ■? Studien. Zur Geschichte der ungarischen Juden. Ungarn, und-mußte schon deshalb, abgesehen als Gemeinde \ der Residenzstadt, nicht ohne geringen Einfluß aus ihre Schwestergemeinden sein. Zweitens müßte uns ja ihr Schicksal schon aus dem Grunde, daß sie eine türkische war, um so mehr interessiren, weil wir dadurch eine Parallele zu ziehen im .Stande wären, zwischen dem Schicksale der unter christlicher Botmäßigkeit stehenden Juden und dem Schicksale ihrer ungarischen Glaubensbrüder unter türkischer Herrschaft. Freilich trifft diese Schuld nicht den Verfasser, der in Ermangelung jüdischer Archive, seine einzige Zuflucht zu europäischen christlichen Schriftstellern nehmen, mußte, und die er auch, wie es jeder Unparteiische gern gestehen wird, mit Klarheit und Ordnung, mit Eifer und Vorliebe zu bearbeiten gewußt, aus denen jedoch nichts mehr, als das darin Enthaltene geschöpft werden konnte. Allein je vortrefflicher eine Arbeit, desto bedauernswürdiger die. darin gelassenen Lücken, und dies bei der benannten um so mehr, weil wir die feste Ueberzeugung haben, daß, hätte Hr. Löw sich besser um jüdische Quellen umgesehen, er gewiß bei seinem Forscherblick st manche reichliche Schatzkammer für das Schicksal und die Bestrebungen der ungarischen Juden, vorzüglich unter türkischer Herrschaft, aufgefunden. Ich hoffe, daß die Leser dieses geschätzten Blattes, insbesondere die meines Vaterlandes, es nicht ungern sehen werden, wenn ich ihnen als Hinzufügungen zu benanntem Aufsatze einige Daten über das Verhältniß und den Zustand der jüdischen Gemeinde zu Ofen, worunter natürlich das Schicksal aller ungarisch-türkischen Juden mitbegriffen ist, vom Jahre (1615) bis zu ihrer Auflösung bei der Wiedereroberung Ofens im Jahre /r"vN, (1686), also während eines Zeitraumes, der die zweite Hälfte der türkischen Regierung enthält, aus jüdischen Quellen.geschöpft mittheile. Der bessern Uebersicht halber wollen wir unsere Mittheilungen, nach folgenden Rubriken anordnen: a) Gemeinde und Verwaltung, b) Rabbinatsverwesung, o) Synagoge und Gemeindeanstalten, ä) besondere Einrichtungen und Verordnungen, e) Handel und Gewerbe, f) socialer und politischer Zustand. Für jene jedoch, die benanntes Jahrbuch nicht im Besitze haben, citire ich die betreffende Stelle, woran ich besonders manche Berichtigungen zu machen habe. Diese lautet Seite 101 wie folgt: ,Die allgemeine Umgangssprache der jüdischen Bewohner Ungarns war nicht immer der jüdisch-deutsche Dialekt. Zu Eirde des 16. Jahrhunderts wenigstens waren in Ofen zwei Gemeinden, eine ungarische D*nJn ^lp, und eine deutsche EüL7N ^np; und da die erstere die Mehrzahl bildete, so hatte der ungarische Stadtname- Buda vor dem deutschen Ofen in den Scheidebriefen-die Priorität. (Rechtsgutachten des R. Moses Jffertein Nr. 82. Vergl. R. G. A. des R. Meir Eisenstadt Nr. 45). Ob es auch außer der Hauptstadt ungarische Gemeinden gab, läßt sich nicht mit Gewißheit behaupten; doch ist es sehr wahrscheinlich. Durch die Tsirkenkriege müssen dieselben theils gelichtet, theils zerstreut worden sein. Zur Zeit der Wiedereinnahme Ofens durch die kaiserlichen Truppen im Jahre 1686, war Rabbiner der deutschen Gemeinde zu Ofen R. Zebi Aschkenasi (Spätestens war er im Jahre 1687 daselbst angestellt R. G. A. Nr. 141.), welcher unter der unter den ungarisch-jüdischen Gelehrten des von uns beschriebenen Zeitraumes den ersten Rang entnimmt. Er war polnischen Ursprungs. Sein Vater ein Wilnaer chieß Jacob und starb zu Jerusalem. Zebi selbst scheint in Ofen geboren zu sein, da er seiner Unterschrift öfters den Zusatz „aus Ofen" beigefügt." a) Gemeinde und Verwaltung. Der Name der Stadt war in früherer Zeit Buda von dem ungarischen Feldherrn Buda , Bruder oder Verwandter des Attila, der sie erbaut haben soll. Dieser Name war selbst bei den Türken gebräuchlich. In jüdischen Schriften jedoch, vorzüglich bei wichtigen Dokumenten, wie in Scheidebriefen wurde auch der deutsche Name Ofenstadt hinzugefügt (Np D’HDN im rhtcO, auch nur Ofenstadt allein geschrieben (nV * D ''D 'WMH rflDJJ JJD '1D). Späterhin blieb das Wort „Stadt" gänzlich weg. Auch ist dann 'ein verkehrtes Verhältniß eingetreten. Während nämlich in früherer Zeit der ungarische Name die Priorität gehabt, folgte nun dieser dem deutschen nach (chnD HD '^D 3vn fc^V). Die jüdischen Einwohner Ofens, wenn wir ihre später anzugebende Gemeinde-Organisirung, noch mehr aber das hohe Ansehen in Betracht ziehen, dessen sich ihre Rabbiner kn weiter Ferne zu erfreuen hatten, müssen sehr zahlreich gewesen sein und das Talmud-Studium eifrig betrieben haben (im tSTlp br\p : /y, NE D nV n&npn hone nbm rnnNn bo-nsai nan 'Dl mDWin). Der Zug der nach Jerusalem damals häufig reisenden Juden ging durch Ofen zu Wasser dahin, da es als eine Hafenstadt galt (-)DD b]) DIEiy : "Ty rfa Dtf). ^er Sohn des R. Efraim Kohn machte eine solche Reise im Jahre rfton (1685) in 14 Wochen (ninBITpD HDnpna Dt£>). (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen« 41) Versuche eines Scheintodten. Zum Besten der Abgebrannten in Guttentag. Breslau, 1846. 8. I» E Epstein. S. 209. 1 Thlr. Wenn literarische Unternehmungen zu wohlthätigcnZwekken in der Regel mehr für die Wohlthätigkeit als die Kritik berechnet sind, so ist es mit vorliegenden Gedichten nicht der Fall. Es sind mehre zarte Blüthen, die auf dem Boden der jüd. Geschichte, Sage und Sitte entstanden sind, Thränen eines Mannes, der mit ganzer Seele Jude und für die Freiheit des Judenthums begeistert ist. Es sind keine Lügen im Sinne der politischen Dichter, die überall Tyrannen sehen und allenthalben» Ketten rasseln hören, sondern Dichtungen aus der Wirklichkeit und der Geschichte herausgegriffen. Die erste Abtheilung „Gedichte verschiedenen Inhalts" bringt einen Kranz aus verschiedenen Blumen gewunden und wir heben ein Gedicht heraus. f s

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