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Der Orient · 1846-08-27 · 35 (27.8.1846) · p. Spalte 555-556

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
35 (27.8.1846)
Date
1846-08-27
Page
Spalte 555-556 (sequence 6)
Language
German
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555 Aussage anzurufen"). In ersterer Bedeutung kommt es vor in Rum. 30. 3. Jesaja 65, 16, so wie auch im Stücke Kol-Nidre, nur der oder ist ein Meineidiger, der den Gott der Wahrheit zum Zeugen seiner unwahren Aussage auffordert"). hingegen hat die ursprüngliche Bsdeutung Verwünschungen, die zur Verstärkung eines Versprechens oder zur Festhaltung eines einzugehenden Bundes / ausgesprochen werden, die den Lügner oder Bundesbrüchigen treffen sollen; und wenn diese Verwünschungen unter dem Namen Gottes ausgesprochen werden, so heißen diese rhxn nym. Obwohl nun eine ^roße Ähnlichkeit mit dem eigentlichen Eid stattfindet, so ist es dennoch nicht mit demselben identisch, da der Schwörende doch nicht den Gott der Wahrheit zum Zeugen einer nnwahren Behauptung aufgerufen Hat', weshalb auchchis in den spätesten Zeiten bei den Israeliten Gebrauch war, und im talmudischen Sinne nynttf und ^22 synonym find-. Zidkija hat den Namen /des Allerhöchsten nicht gemißbraucht. Er hat zwar einen mit Verwünschungen geschlossenen Bund gebrochen und ihn traf die gerechte Strafe, er war, ein Bundesbrlichiger, aber kein wahrer Meineidiger. Wir haben in gegenwärtigem Entwürfe daher zwei unrichtige Behauptungen widerlegt: ' ' Der Gott Israels ist der Gott der Offenbarung und nicht der der philosophischen Spekulation, durch Ergrübelungen ermittelt; ec schwebt dem Schwörenden bei Leistung des Eides als heiliges allmächtiges Wesen vor, und wird durch dessen Erwähnung außer Stande gesetzt, dem Eide einen andern Sinn unterzuschieben, dieser Gott ist der Schöpfer des Weltalls und das Volk Israel ist auserwählt zur Mission unter den Völkern der Erde, den reinen Begriff der Gottheit zu verbreiten, fern von jeder partikularistischen Befangenheit. 2) Der König Zidkija hat zwar einen mit Verwünschungen geschehenen Bund gebrochen, wofür er auch hart gebüßt hat, aber er war kein Meineidiger. —- ' Verfasser des Jesäd Ha-Dat. hn dinh nw nm (* nymrn /.lviyta’ o*ip' n5? ,■ pno nm o"pb 'rfcrt iod ton nr ♦ piwn -on?n 2pwbNnntso rhiy nr O , m wftm'nöp ni.y'.run /hün jny ^öDrirorp nVi 'rv. mnöN pm piwntsOy ri'pb nih * hon by jntwn bin rrV nrvo )2"n 2h , n'22 dw nymn y tnnDN c^ys nwn .(p"nj ot'dd) 22212 nm rronn -oun pwa n®pni rthpn by mmn nbx V'ti npbw nyn*n-Oipr rhbpn nbin Nm (a^n rrarm : -nn) rwonn p iYpnr> prp nrtrp dni 222 rpNnb'hw in ürp . pi , pjri 22W DN] pjn 2pw N1? dn nam. pr, p hd rbbp n-i?; rpN ,;dwö bte“Vlnhüin3jfi!:’;rn^p 22) b"2y - blnn n^ ,. nriN nV on in n^yN dn * ynann yrmi pn p o niNn . , /Dvmn Tnn’wyN 556 Kurze Anzeige«. 40) Wünsche eines Juden oder Judenthum und Staat. Von Dr. H. S. Hirschfeld, Rabbiner. Posen, 1846, 8. Der lang ersehnte Gesetzentwurf über die Angelegenheit des jüdischen Kultus und der Gemeinden, welcher gegenwärtig seiner Ausführung nahe sein soll, hat diese „Wünsche" hervorgerufen, und man wird wohl Hrn. H. es nicht verargen, wenn er seine „Wünsche" der Oeffentlichkeir übergeben, da das Verlangen höhern Orts, seine Aeußerungen „über die Tendenz und den wesentlichen Inhalt dieses Gesetzentwurfs" mitzutheilen, keineswegs in d e r Absicht geschehen sein konnte, um jede Willensäußerung zu vermeiden. Preußen geht in der Auffassung der Judenfrage, von welcher der erwähnte Gesetzentwurf einen Theil bildet, mit Offenheit und Vertrauen zu Werke und selbst den Rückschritt meint' es ehrlich; und da jede ehrlich meinende Regierung gern auf die Stimme der Oeffentlichkeit hört, so möge sie denn auch in dieser Beziehung bei dieser Frage diese Simme als Bürgschaft ansehen. — Der Vers, geht bei der Besprechung dieses Gegenstandes von einem höheren Standpunkte aus, von woher die Wünsche und Modifikationen sich viel leichter beurteilen lassen, nämlich von der Stellung der Juden zum Staate. Die ganze Anlage des Büchleins, obgleich nicht übersichtlich genug disponirt und daher für den Leser viel zu schwer, sich zu recht zu finden, hat doch einen einheitlichen Faden, der sich durchziehet, und ida demselben eine Inhaltsangabe fehlt, so möge folgender nachempfundener Gedankengang die Stelle vertreten. Der Jude, namentlich der preußische, liebt sein Vaterland; dies ist eine Thatsache, die Niemand leugnet/ denn es wird keinem jüdischen Preußen einfallen, lieber Franzose sein zu wollen. Aber indem er das preußische Vaterland liebt, ist dessen Wohl und Gedeihen sein heiligster Wunsch, und zu diesem Wohl gehört die Nützung der eigenen Kraft, das Bewußtsein, daß auch der Jude durch Zuwendung seines Strebens dem Vaterlande, das Wohl fördern kann. Die Ausschließung jüdischer Kräfte ist für Juden freilich eine unverdiente Demütigung, jedoch für den Staat noch mehr, ein Fehler, ein Verrat; denn Verrath ist alles, was zur Beeinträchtigung des Staatswohls mit Wissentlichkeit gehandhabt oder unterlassen wird. Diese Gedanken sind auch in Preußen schon Gemeingut geworden; man fühlt allgemein, daß die Zeit einer vollständigen Judenemanclpation nicht mehr fern sein kann, und über diesen Punkt wäre auch überflüssig noch ein.Wort zu verlieren. Aber das worüber der Verfasser zu sprechen noch für notwendig hält, ist nicht d i e E m a n c i patt 0 n der jüdi sch e n M e n s ch e n, sondern d es j ü di sch e n G e i st e 6, wir streben nach einer staatlrchen Emancipation des Judenthums, damit auch der jüdische Glaube als eine religiöse Macht sich dem Staate als nützlich und wohltätig erweise. — Der Staat hat die Aufgabe, die Religionen der Untertanen m sich aufzunehmen, sie für sein Wohl und Gedeihen zu benützen, und wie er tatsächlich ^,auf die Religion zurück- Kritiken. Wünsche eines Juden.

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