Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 35 (27.8.1846)
- Date
- 1846-08-27
- Page
- Spalte 551-552 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9897631-9897671--4634-3532505- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
551 Studien. Das große Chroniken Seder Dlam Rabba. 652 unseren vorhandenen Umfang beschränkt haben muß, dasämmtliche namentliche Anführungen im Talmud sich wirklich da mit unbedeutenden. Abänderungen finden *4). Es zerfällt, wie es Handschriftliche^) oder auch gedrucktes) vorliegt> in dreißig Kapitel, die wiederum, ohne eigentlichen innern Grund, in drei Pforten zu je zehn Kapitel getheilt sind-7). Der eigentliche Kern des Ganzen ist die Zeitbestimmung und die chronologischen Daten von Adam bis auf seine Zeit herab, als ein eigentliches Zeitbuch der jüdischen Geschichte, mit Einschluß der Vorgeschichte von Adam bis auf Abraham nach der Schrift; allein neben' den chronologischen Bestimmungen werden die Ereignisse, welche die Schrift erzählt, auch nach der Meise des Midrasch oft erläutert und manche Sage, wenn auch Ln aller Kürze, findet sich eingeflochten, wie auch sehr viele Halacha's, und von dem Umfange dieses Chronikons bis letzten Kapitel, von „es spricht R. Jose, das persische Reich rc." bis zu Ende des Ganzen, das freilich aus abgerissenen mit dem Vorigen gar nicht zusammenhängenden Stücken besteht, .kann eigentlich nicht als Zusatz betrachtet werden, da ein Stück davon schon im Talmud (^Aboda Sara 8 b) citirt wird, sondern nur als in vielen Stücken korrumpirt. Das ganze Buch erstreckt sich bekanntlich nur bis auf den Tod Alexanders, und dies hat nur den ersten Lheil des Werkes gebildet , und für die Zeit von da bis auf seine Zeit herab war ein zweiter Lheil vorhanden, aus welchem die winzigen Anhänge am letzten Kapitel die erhaltenen Fragmente sind. Eine Erklärung dieser korrumpirten Fragmente weiter unten. 24) Vergl. z. B. Nidda 46 b mit c. 30. Sabbat 88 a mit c. 5. Aboda Sara 9 a mit c. 30 u. m. a. 25) Zn der de Rossi'schen Bibliothek (jetzt in Parr^r) liegen drei Handschriften;, in der Opp. Bibl. liegt eine Handschrift (Catal. Q. 627); in der Bodley'schen Bibliothek (eoü. Hunt. 487) befindet sich eine Pergamenthandschrist, die, nach Gagnier, in vielen Punkten Abweichungen haben soll. — 26) Es ist gedruckt erschienen Mantua, 1514, 4 (beigedruckt ist Seder Dlam Sutta, Megillat La^anit und Sefer ha-Kabbala von Abraham b.lDavid); Venedig, 1545, 4, bei Marco Antonio Giustim'ani (mit denselben Beigaben und noch Sichron Dibre Romi, Dibre Malche Jisrael), nach welcher Ausgabe ich citire; Basel, 1580, 8, durch Ambrosius Froben (ebenfalls mit allen Beigaben, aber.sehr mangelhaft); Amsterdam, 1711, 8, bei Sal. Proops (ebenfalls mit allen Bei- ' gaben). Eine mit vielfachen Verbesserurigen bereicherte und mit nachweisendm und zuweilen kritischen Noten versehene Ausgabe veranstaltete Zakob Emden, Hamburg, 1757, 8, bei Christian Sim. Schröder (nebst Seder Dlam Sutta und Megillat Laanit). Mit einem Kommentar von R. Elia Wilna Sklow, 1801, 8. — Eine lateinische Uebersetzung besorgte Gilb. Genebrard, Paris 1577, 8. (mit dem Texte), welche Uebersetzung in der Baseler Ausgabe 1580 beigegeben ist, und in dessen Chronographia (Lyon, 1609, f) die lateinische Uebersetzung nochmals angefügt ist. Eine weitläufige Ausgabe mit neuer lateinischer Uebersetzung und ausführlichem Kommentar und schönem Textabdruck besorgte Joh. Meyer zu Amsterdam, 1699, 4. in einem großen Bande..— 27) Nach dem 10. Kap. steht Baba Kamma d. h. erste Pforte, nach dem 20. Baba Mezia d. h. mittelste Pforte, und nur am Schlüsse, nämlich nach dem oben weiterhin bezeichneten in der Mitte des 30. Kapitels, fehlen die Worte Baba Batva d. h. letzte Pforte. — auf seine Zeit hat sich nur in diesen 30 Kapiteln dev erste Theil bis airf den Tod Alexanders erhalten. Das letzte oder dreißigste Kapitel schließt nämlich mit der Erläuterung des Verses im Daniel (8, 21. 22): Und der zottige Bock ist der König von Jawan (Griechenland), und das große Horn zwischen seinen Augen, das ist der erste König. Und das zerbrach re. Dieses deutet auf den Macedonier Alexander, welcher 12 Jahre gegierte. Bis dahin haben die Propheten durch den heiligen Geist geweissagt, von nun aber neige dein Ohr und höre auf die Worte der Weisen rc. Eben so heißt es: „Frage deinen Ahn, er wird es dir sagen, deine Alten, sie werden es dir verkünden" nicht etwa „Alte von der Straße, diese können dir nichts sagen, sondern die Alten, welche Weisheit erworben". Das zweite Stück des letzten Kapitels enthält bloß Fragmente aus einem zweiten Th eile des S ed er Dla m, welcher von dem Tode Alexanders bis auf die Zerstörung Betar's (424 v. Ehr. bis 123 n. Chr.) geführt war, aus welchem Theil sich noch von Jose außer der stark korrumpirten Stücke, welche dem letzten Kapitel des ersten Theiles hinzugefügt wurden, im Talmud und Midrasch manche dahirigehörige Barajta findet. - 4. Was nun die Fragmente des zweiten Th eile 's anlangt, so ist es höchst wahrscheinlich , daß die am Schluffe des 39. Kapitels stehende dreifache Auslegung der' Verse aus Dan. 2, 21~r-22 den Anfang bildete, da mit der Auslegung eines Daniel-Verses (Dan. 8, 21. 22) der erste Theil geschlossen und die Erläuterung überhaupt die. nachbiblische Zeit bis auf Jose, wo die Chachamim, Parnasim, Schostim die Stelle der Propheten vertraten , sehr gut einführt, und worin dem Daniel, dem Heros der Jose'schen Zeit, schon die Kunde von Ma'ase Bereschit und Ma^ase Merkaba, von Gehinnem und Gan Eden, zugeschrieben wird. Dann folgte, wenn -auch nicht unmittelbar/ die Barajta welche beginnt; „Es spricht Rabbi Jose: dem Tage des Verdienstes schiebt man noch ein Verdienst, dem Tage der Schuld nocheine Schuld ju", worauf eine Zusammenstellung der Tempelzerstörungen mUx Titus und Nebukadmzar gegeben wird. Dann haben wir die Barajta's über Daten während des zweiten Tempels, über die acht Könige Griechenland's, dann die über die verschiedenen Kriege, über den Hadrianischen Krieg und über die Zerstörung Becars. Es findet sich aber weder im ersten Theile, noch in den Fragmenten des zweiten irgend etwas, was über die Zerstörung Betar's hinausginge, d. h. über 124 n. Chr., und da auch nicht der Tod Hadrians und das Aufhören der Verfolgung irgendwo von unserem Jose in einer Barajta gegeben ist, so ist es wahrscheinlich, daß er dieses Chromkon in seiner Verbannung, zwischen 125—135 verabfaßt habe. , (Beschluß folgt.)