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Der Orient · 1846-08-20 · Heft 34 (20.8.1846) · p. Seite 267

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 34 (20.8.1846)
Date
1846-08-20
Page
Seite 267 (sequence 13)
Language
German
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halt ferner., fiü* * rathsam, daß der Leidtragende an dem Beerdigungstage das-Geschäft wo möglich ganz einstelle, in den darauf folgenden zwei Tagen sich selbst von demselben zurückziehe , während jedoch der Fortbetrieb desselben durch andere Personen gestattet ist. Außer den angegebenen Beschlüssen hat die 'Versammlung früher begonnene Unternehmungen gefördert. Die Kommission, welche mit der Abfassung eines neuen Gebetbuches beauftragt war, hatte im Laufe des Jahres einen ausführliche» Plan dazu entworfen, über dessen Einzelheiten manche abweichende Ansichten unter den Mitgliedern Statt fanden; zur Prüfung des Planes sowohl als zurAusgleichung der Differenzen hat die diesjährige Versammlung eine Prüfungskommission ernannt, welche über sämmtliche Differenzpunkte entschied und den Plan nach den nun vorgenommenen Modifikationen billigte, was denn auch die Versammlung that unter der Voraussetzung, daß sämmtlichen Mitgliedern neben dem'ihnen bereits übergebenen Plane auch die nun getroffenen Entscheidungen zugefertigt würden, einem jeden einzelnen dann das Recht zustehe, seine Bemerkungen darüber bis zum 1. Oktober einzusenden, und die Kommission diesen Bemerkungen mögliche Berücksichtigung angedeihen läßt. Vor der vollständigen Ausarbeitung soll übrigens ein Aufruf erlassen werden zur Betheiligung an diesen Arbeiten. — Auch die Kommission zur Bearbeitung eines Andachrsbuches für das Haus hat ihre Arbeiten gefördert und zu allgemeinerer Theilnahme aufgefordert. — Die Kommission, welche die Vorbereitungen zur Gründung einer oder mehrerer jüdisch-theologischem Fakultäten zu treffen im vorigen Jahre beauftragt war, ist mit den Herren Testaments-Exekutoren des Kommerzienrath Fränkel'schen Nachlaffes in Verbindung getreten, und die genannten Herren sind der Kommission mit einer Freundlichkeit entgegengekommen, daß aus einem solchen Zusammenwirken fruchtreiche Resultate erwartet werden dürfen. — Indem mehre Kommissionsberichte verlesen wurden, namentlich der über die Stellung der Frauen und über Chaliza, diese Gegenstände mithin für die nächste Versammlung bereits vorbereitet sind, ist die Vorbereitung anderer beschlossen worden, und ist besonders die Wahl einer Kommission für die Nevision der für das Passafest bestehenden Speisegesetze, und eine andere für die Revision der bestehenden Speisegesetze überhaupt mit Ausschluß der obengenannten eingesetzt worden. Die bürgerliche Stellung, Gesetzgebung und Statistik der Juden Italiens?) Welches Schicksal die Juden Italiens nach dessen Räumung von den Franzosen erfahren haben, ist wohl allgemein *) Entnommen aus der trefflichen Abhandlung: „die Iubekannt, und ich werde nur die sich von selbst ergebende Sonderung zweier Parteien, deren eine Oesterreich an der Spitze hat, die andere aber mehr nach Roms Beispiele sich richtet, mit wenigen Zügen zu zeichnen suchen: in so weit nämlich der eine oder der andere Fortschritt, der seit jener Rückkehr unter die alte Herrschaft sich dennoch geltend gemacht hat, eine solche Nachbemerkung nur irgendwie rechtfertigt. Oesterreich repräsentirt auf der apeninischen Halbinsel den Fortschritt. Es hält mit den Einkünften des schönen, reichen Landes vortrefflich Haus, nimmt auf ökonomische Verbesserungen sorgfältig Bedacht und thut für Aufnahme der Lehranstalten (im Vergleich mit den anderen italienischen Staaten) wahrlich nicht wenig, ist auch sonst bei Vorkommenheiten in der Interpretation der Gesetze eher zur Milde als zur Strenge geneigt. Zuversichtlich genug, um sich von jener kleinlichen Furcht und Aengstlichkeit, die den meisten Nachbarstaaten das geringste Symptom geistiger Strebsamkeit verdächtig macht, nicht beirren zu lassen, tritt es fest und ruhig auf: es kennt seine Macht und — des Landes Schwächen. An Oesterreich lehnen sich durch verwandtschaftliches und staatliches Interesse Parma und Toskana, welches letztere in ausrichtiger Würdigung der Zeitverhciltnisse für Emporbringung und Beglückung des Landes wirklich Großes gethan. :— Zwar haben die Israeliten, des österreichischen Antheils von Italien freien Grundbesitz und den ungehinderten Betrieb jederlei Gewerbes, aber auch diesem hängt noch mancher Unglimpf an. So sind sie für freie Ausübung der Heilkunde und der Advokatie, nicht aber der Pharmacie u. dgl. gesetzlich befähigteste können im lombardisch-venezianischen Königreiche wohl für die Provinzial-Kongregationen (in denen nur Laydwirthschaftliches, oder doch meistens Lokales verhandelt wird), nicht aber zu Central-Kongregationen gewählt werden, welche schon einen administrativen Charakter verleihen und die Zulassung der Juden nicht rathsam erscheinen lassen. — Uebrigens leistet Oesterreich treu, was zu deren Schutze gegen Anfechtungen von Seite der übrigen Bevölkerung denn doch zuweilen nöthig wird. So hat es im Jahre 1842 zu Mantua ein Beispiel unparteiischer Gerechtigkeit gegeben und zur Verhütung ähnlicher Exceffe eigends ein Detachement ungarischer Kavallerie der dortigen Garnison zugesellt. Ja, später noch wurden die inzwischen ermittelten, sich ganz sicher glaubenden den Italiens" von Fr. Mannheim er, in dem schönen neuen Busch'schen Kalender. Dieser Volkskalender, den Hr. Büsch mit vielem Takte redigirt, bringt von Jahr zu Jahr immer gediegenere geschichtliche Aufsätze und der neueste Jahrgang zeichnet sich durch drei historische Arbeiten, über die Juden in Ungarn, über die in Italien und Geschichte des Karäismns, vortbeilhaft aus. W.r empfeyleu diesen Kalender unfern Lesern als den besten. Red. •) Bekanntlich petitionirten die Juden des lomb.-venez. Königreichs im Jahre 1842 bei Sr. Majestät dem Kaiser und unter den acht Punkten der Denkschrift befand sich auch die Bitte um Abstellung dieser und ähnlicher Beschränkungen.

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