Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 33 (13.8.1846)
- Date
- 1846-08-13
- Page
- Spalte 523-524 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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523 Kritiken. . Predigten von Neuda. 524 pus planus. Im Much muß für DNts^N ~bz gelesen jüctbcn nb ^Lx&JI jJo. ’ pnm (Syuhcdrin, 63). Ich lese zusammengesetzt ans yä» asinus uns canis; daher -iion). Es zeigt sich nämlich, daß n dem \j» entspricht. msm (Äi(aj.un, 21). Ich lese und nehme es als ein Kompositum aus nonien plaatae und yu caput. Ad. Iclli»ck. Kurze Anzeigen. 37) 'n “Ol MWü, eine Auswahl gottesdienstlicher Dortrage, gehalten in der Synagoge zu Löschitz, von Abraham Neu da. Wien 1845, 8, bei v. Schmid und Busch. Obgleich der Vers, dieser Predigten in seinem Vorworte den bescheidenen Wunsch ausspricht, daß sein der größern Oeffentlichkeit übergebenes Wort sich einer freundlichen, liebevollen Aufnahme erfreuen möge, so scheint doch die Erfüllung dieses billigen Wunsches gänzlich auszubleiben. Denn während andere ganz unbedeutende Erzeugnisse der Presse beinahe gleichzeitig mit ihrem Erscheinen sich einer — wenn auch genug oft ungerechten — lobenden oder radelnden Werthschätzung , rühmen können, ja während nur zu oft dem stückigen, unvorbereitet gesprochenen Worte eines ungarischen orthodoxen Rabbknen, um ihn zu verspotten, eine viel zu hohe Bedeutung gegeben wird, hat sich bisher unseres Wissens nicht einmal das Auge eines böswilligen Recensenten auf diese Predigten gerichtet. Ob dieß mehr in Folge der allgemeinen Abgeschlossenheit Oesterreichs svom Auslande, die ihren Einfluß auch auf die Verbreitung literarischer Producte ausübt, Statt gefunden, oder mehr seinen Grund in dem — leider nur zu erbärmlichen —- Charakter der Predig (recensenten (welchem Stande diese meist angehören, wollen wir hier nicht näher bezeichnen) hat, die das Werk eines höher Gestellten und vielleicht; höher Stehenden gern tato Hin tto ntW verschwinden lassen möchten; wagen wir nicht leichthin zu entscheiden. Genug, wirschen, um dem Wunsche des Vers. Gerechtigkeit widerfahren zu lassen , uns zu dieser Recension veranlaßt, obgleich Rest sonst eine vielleicht übertriebene Aengstlichkeit empfindet, durch ein Unheil über Predigten Gelegenheit zu unwahren Conlequenzen über Streben und Character des Redners zu geben, deren falsche Beurteilung bei den so mannigfach abgestuften Nüancirungen der Religionsparteien im Zudenthume gar sehr zu befürchten ist. — Wir heben zuerst dee Gediegenheit des Styls und Ge- •. wandheit im Ausdrucke hervor, die zwar als.mehr äußerliche Vorzüge weniger ^Berücksichtigung verdienen, aber bei der Tendenz,' der »deutschen »Predigt den billigen Anforderungen moderner Bildung zu entsprechen, nicht zu übersehen sind, und in dem vorliegenden Falle von uns gern gewürdigt und anerkannt werden. Nur wären nach unsrer Ansicht die gezwungenen Wortstellungen (z. B. das Vorsetzen des Substantivs vor sein Adjectiv), die oft durch schleppende Breite und Schwerfälligkeit den Mangel an Tiefe und eigentlichem Gewichte des Gedankens ersetzen müssen und daher Charlatanm nicht genug empfohlen werden können, (so kennen wir einen jüdischen Prediger, der den Perfect - Participien neuer Form fast durchgängig durch die^ volle Endsylbe eine besondere Weihe zu verleihen meint, wie: gestärket und gekcä'ftiget,-gesättiget und gelabet u. dgl.) von jungen, männlich-kräftigen Rednern zu vermeiden, wo sie nicht durch die hervorzuhebende Bedeutung eines Wortes oder dnrch den Rhytmus nothwendig herbeigeführt werden.' Wir rechnen hieher Sätze wie (S. 12): denn damals waren gebunden uns die Hände, Beschränktheit von Innen u. s. f. Und wie von Innen sich geläutert der Begriff und die Ansicht, so hat von Außen sich gehoben die Toleranz und der Geist, der humane." Eine ganz richtige hebräische Wortstellung, wie sie in Bibelübersetzungen vorzukommen pflegt, aber deßhalb wohl von Niemandem als geheiligt und heiligend betrachtet werden dürste. Diese Bemerkung darf der Verst um so weniger als strengen Tadel aufnehmen, da wir wohl wissen , daß selbst anerkannte Prediger sich solcher Satzconstructionen bedienen. — Weit wichtiger'als Styl und Ausdrucksweise ist das geistige Material der vorliegenden Reden. Da freute uns besonders das eifrige Bemühen des Werst, der »TUN als dem wahrhaft jüdischen Elemente der frühere nt£ni ihre gebührende Geltung in der Predigt zu erhalten und zu verschaffen; ein Streben, das gewiß von Allen anerkannt wird, außer von Jenen, die mp mnyDinrnspD — .weil ihr Geist zu schwach und ihnen die Arbeit zu beschwerlich, ist, das ihnen fernstehende jüd. Element sich anzueignen — der >1^^ den Rücken kehren. Nur können wir auch hier eine Bemerkung nicht unterdrücken, die der Verst mit derselben Freundlichkeit aufnehmen möge, mit der wir sie aussprechen. Wenn es auch fast durchweg unmöglich ist, den wahren Sinn der nnJN mit nothwendiger Bestimmtheit anzugeben, und beinahe jede derselben theils durch die kurze Fassung und theils durch die für uns eingetretene Unbestimmtheit des fremden Wertausdrucks zu den mannigfachsten Erklärungen berechtigt, so sollten wir doch uns wohl hüten, einen Sinn unterzulegen, den wir selbst nicht nur als unwahrscheinlich sondern als unrichtig erkennen müssen; wie wenn z. B. der Verfasser (S. 24) riDT mit: die Reinheit und Lauterkeit ihrer Ansichten (Rad. wie es in der Anmerkung daselbst heißt) wiedergiebt, oder iS. 34) den Ausdrücken obiyn ywb Ni'1) 1DN 'POI TJ die Bedeutung des Verweilens auf der Mutter Schooß und des Hinäustretens ins bewegte Weltleben als Erklärung unterlegt. Wir wünschen um so entschiedener, daß der Vers, sich von solchen spitzfindigen Uebersetzungen frei halte, da ihn der Besitz eines reichen Vorrathes an nrtiNV den er sich wie