Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 33 (13.8.1846)
- Date
- 1846-08-13
- Page
- Spalte 525-526 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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525 Kritiken. Predigten von Neuda 526 z 1 I es scheint bereits^erworben, der Notwendigkeit überhebt, das verwegene Spiel der Laune für den Ernst eines Liefern Denkens auszugeben. Hierdurch wollen wir jedoch keineswegs den! Gebrauch von Bibelsprüchen und twnß Zu Anknüp fungspunkten für die Aufmerksamkeit und das Geda'chtniß des Zuhörers ausschließen, wo sie auf eine solche Weise als I willkürliche Zeichen eines in ihnen durchaus nicht enthaltenen j Gedankens dienen, daß bei ihrer Anwendung das Auseinanderj treten des Zeichens'und des Bezeichneten selbst in dem Min- I derkundigen zu klarem Bewußtsein gelangt. — Ihren eigentlichen Werth und eine tiefere Bedeutung erhalten jedoch diese I Sieden erst durch die Energie und Bestimmtheit, mit der die, I in ihnen producirten Gedanken ausgesprochen werden. Wir l gestehen, daß sich beim Durchlesen der ersten, am Yn ri'l j gehaltenen Predigt ein gewisses Mistrauen in die Besonnenheit und Geradheit des Redners in uns erhob*); aber die ^entschiedene Sprache, die/derselbe an -/Sn IDT fDK' gegen | den modernen Amalek innerhalb des Iudenthums führt, gegen j *) Zur Rechtfertigung dieses Mistrauens dem Verf. gej genüber, führen wir hier die Stelle (S. 7) an^ wo auf die Zeit vor Mendelssohn das harte Wort angewandt wird: jmi£ jrD mrn xbb k-wh DD“l Dm Wenn ein : solches Urtheil zu Mendelssohns Zeit durch das Uebevraschende - seines in völligem Kontraste zum frühern Bestände stehenden i Auftretens einigermaßen erklärlich und zu entschuldigen wäre;, so müssen wir wohl schon zur Erkenntniß gelangt sein, daß dievormendelssohnsche Zeit — wenn wir nicht dem Worte i min einen ganz unjüdischen Begriff unterschieben wollen —! mehr ber-rpin angehorte als die spätere und besonders als die unsere. Auch müssen wir die Produktivität des Geistes innerhalb des Kreises streng jüdischer Wissenschaft gebührend i anerkennen, und nicht das ungerechte Urrheäl fällen, daß da-! mals „Lehr- und Gotteshaus, Kanzel und Katheder trauer- Sten#/, weil Ton und Wort nicht den Anforderungen unserer Zeit entsprachen. Ferner hätten wir. lieber, den Namen Rothschilds, der unseres Wissens kein bedeutendes.Gewicht in die l Wagschale des Iudenthums gelegt, an einem so heiligen Lage j und an heiliger-Stätte vermißt, um den Redner auch vom j mindesten Scheine der Schmeichelei frei za sehen. — Doch | bemerken wir nochmals, daß die späteren Reden unser Ms- \ trauen durchaus nicht bestätigten. „den Unglauben . ... die Gemeinheit und Gesinnungslosigkeit, die die Grundsteine der Religion durch frechen Spott zu erschüttern und alle Fäden zu zerreißen suchen, die Israel an seinen Gott knüpfen", zwingt uns zu der Erklärung, daß der Vers, während der zwischen den beiden Reden verflossenen 4 Jahre in wahrhaft geistigem Fortschritte zu einer Konsolidirung seiner Ansichten und Meinungen gelangt ist, von der wir uns in seinem Wirkungskreise Heil und Scgen für die Befestigung des Iudenthums versprechen dürfen, da wir voraussetzen,' daß was ihn zu solch beredtem Worte begeistert, einen noch kräftiger», lebendigern Ausdruck in seinem Leben finde. So heißt es unter Anderem (S. 63): „Da. (wo nämlich jener Amalek austritt) gilt kein Nachgeben, kein Nachsehen, kein Kapitutiren, keine Annäherung und Accomodirung der Ansichten, keine Verschwägerung und Verschwisterung der Meinungen, nnY> -jnnND -p3 rw “vd^ jd dd jnnnn n* 1? I^PDlDn by1: und weiter unten: „Nie dürfen eures Hauses Thücen und Pforten sich ihnen öffnen, nie ihre Fußstapfen an eurer Schwelle sichtbar werden, auf daß sie eure Kinder nicht verleiten und verführen" u. s. f. Hierher gehört ferner/ im Gegensätze zu den unterthänigen Tagestheorien, die in der zweiten Rede ausgeführte Verteidigung der religiösen Selbstständigkeit Israels den Anforderungen und Vorwürfen von Außen gegenüber, so wie vorzüglich die Eltern und Erzieher ans Herz zu legenden Gedanken, die in der Letzteren Hälfte der fünften Rede (von Seite 105 an) ausgesprochen sind. Ueberhaupt empfanden wir beim Lesen der vorliegenden; Predigten den wohlthuenden Eindruck echtjüdischer Erkenntniß; das geistige. Auge wird nicht von jener unbestimmten, farblosen Allgemeinheit gelangweilt, die auch blöden Augen nicht wehe thun soll, sondern überall durch die kräftig ausgeprägte Farbe und Form des jüdischen Elementes angezogen und gestärkt. Wir halten uns daher für vollkommen berechtigt, diese Predigten einem größeren Publikum, das Empfänglichkeit für ein kerniges Wort und besonderes Interesse für das Iudenthum mit heranbringt, nach all den hier betrachteten Seiten hin zu empfehlen. Berlin, den 9. Tammus 5606. N. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. - .. .— - - , . -- ' .—... ... [144] 33et C. L. Fritz sche in Leipzig ist antiquarisch zu haben: - 1. nrnTON idd ed. Prag, 1784, 4. 1 Lhlr. 15. Ngr. 2. nxiL" yvVO IDO. Eine jüdische Messiaslehre in 17 Abschnitten, von Don Isaak Abravanel. Ed. Offenbach, 1767, 4.-1 Lhlr. 5 Ngr. 3. D’jpr mtoy 'd von Don Isaak Abravanel, ed- Amsterdam, 1739, 8. 25 Ngr. 4. in po ISO, über Buchstaben- Symbolik, von Dav.Abi-Simra. Amst.1713, 4. 20 Ngr. 5. nnrff ns miDD iso, Wörterbuch über die Major a des Pentateuch's, von rioi ed. Berlin, 1761, Fol. 3 Lhlr. f I iSIBIHEi