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Der Orient · 1846-08-13 · Heft 33 (13.8.1846) · p. Seite 256

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 33 (13.8.1846)
Date
1846-08-13
Page
Seite 256 (sequence 7)
Language
German
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Der Erfolg.möge indessen .sein, welcher er wolle, Sie hochwürdiger- Herr Dekan haben ein für alle Mal eine heilige gottgefällige Pflicht geübt, und sich, ein Denkmal der Liebe und Verehrung in bm Herzen der Israeliten / Baiems für alle Zeiten gesetzt. Mit der vollsten, aufrichtigsten Hochachtung verharren Euer Hochwürden ganz ergebenste (Unterschriften.) IV. Bamberg, den 4. Juni 1846. Wohlgeborner, ... Hochzuverehrender Herr Rath und Landstand! Wir fühlen uns in unserm Innern gedrungen, unfern herzlichsten Dank für die Güte, die -Sie hatten, unsere Eingabe an die hohe -Stände-Versammlung sich anzueignen, und besonders für das günstige Wort, womit Sie unsere Wünsche und Bitten bei den Verhandlungen zu unterstützen beliebten, hiermit ganz ergebenst anszusprechen. Möge Ihren edlen- Bestrebungen der gute Erfolg zu Theil werden, die jeder gerechte, vormtheilsfteie Mann ihnen gönnen muß, und gewiß, Sie würden sich freuen können, dem Fortschritte der Zeit und bessern Erkenntniß so freundlich die Hand geboten zu haben! Wollen wir von Seite Sr. Majestät unseres gerechten Königs, das Beste erwarten! In vollster Hochachtung zeichnen Ew. Wohlgeboren ganz ergebenste. (Unterschriften.) Raphael Letvr. Ein jüdisches Lebensbild. Raphael Levi geboren 1685 zu Weikersheim, einer sürstt. Hohenlohischen kleinen Stadt an der Tauber in Franken.*) Von Jugend auf hatte er nicht nur eine ungewöhnliche Wißbcgierde, sondern auch vorzüglich die Art des Nachdenkens , die bei den bekanntesten Gegenständen neue Seiten entdeckt und hundert Fragen aufwirst, welche sich der Verstand lieber selbst auflöst , als von Andern beantworten läßt. In kurzer Zeit ward j Raphael daher seinem Hauslehrer in Allem was er mit ihm vornehmen konnte, überlegen, und einer von seinen Verwandten, der das Genie des Knaben bemerkte, rieth daher seinen Eltern, den Knaben nach Frankfurt zu schicken. Hier ging er den ganzen Kreis jüdisch- ") Stammt aber jedenfalls aus einer Stadt-hannoverschen Familie, da die Grabstätten seiner nächsten Vorfahren sich auf dem hiesigen Gottesacker finden. rabbinischer Kenntnisse , so., weit es seine. Jahre erlaubten, durch; zugleich aber machte er die Erlernung, des Buchhaltens zu seinem Hauptgeschäfte. /Er ward auch darin 'bald, so geschickt , daß man ihn . einen! reichen Juden in Hannover Herrn Oppenheimer als Buchhalter empfehlen konnte. Er kam also dahin, .und erwarb sich die ganz vorzügliche Gunst seines Herrn, . durch die Geschicklichkeit, Thätigkeit und Treue, welche er bei diesem' Geschäfte bewies. Bis .dahin hatte.er sich indessen blos mit Arithmetikbeschäftigt: jetzt zogen ihn andere mathematische Kenntnisse an, und benutzte er jede Gelegenheit, um . darin durch eignen Fleiß Fortschritte zu thun. So erlernte er, um die mathematischen Schriften, die er aus dem -damaligen Försterischen Bnchladen geliehen bekam, besser nutzen zu können , Lateinisch und Französisch: Unermüdet-forschte er in dem Umgänge mit-Christen, die dergleichen Kenntnisse besaßen, nach Aufklärung über das, wasihn: dunkel, geblieben war, und ließ sichs nicht verdrießen, oft einen Weg zwanzigmat zurück zu gehen; um nur sein Ziel zu erreichen. . Man erbaucte damals den Marstall in Hannover: Raphael Levi sah den- Arbeitern zu und bemerkte, daß sie eben in Gefahr standen, bei der Grundlegung einen großen Fehler, zu /begehen. Er trat hinzu und zeigte, wie sie leichter -ihren- Zweck' erreichen könnten. Seine . Unterrednung hörte der Ingenieur-Major Mötting und fand die Bemerkung dieses Juden gegründet; jener war aufrichtig genug zu gestehen, , daß er zwar'wohl würde den Fehler , aber nicht dies vorgeschlagene Mittel, demselben abzuhelfen, entdeckt haben. Bei dem Gespräch , in - welches -sich der Major mit R ap h a el einließ, fander-so viele Kenntnisse bei ihm, daß er voll Verwunderung fragte: wo er diese Kenntnisse her habe? Ich gebe mir Mühe etwas zu wissen, wo -ich Gelegenheit sehe , - versetzte ftl np h ael.— Hat er denn wohl Lust -cs noch -weit zu bringen? Mit Freuden! — war die Antwort -— allein das kostet zu viel. - -Diese Unterredung gründete indessen das ganze Glückunsers jungen Mathematikers, .das er wenigstens immer für so groß hielt, , daß nichts in der Welt ihm mehr hätte befriedigen können. Der Major bestellte ihn nämlich bald darauf -nach, seinem Hause und gab ihm ein Billet an Leibnitz. ,Es war ein Vergnügen zu hören, wie der alte achtzigjährige Greis die Empfindungen beschrieb , mit ' welchen er damals in das teibnitzsche Haus und in das Zimmer trat, worin er gewürdigt werden sollte, mit einem Manne zu sprechen, den jeder andere Jude da- ' mals mit dem geringen und vornehmen christlichen Pöbel für einen Zauberer hielt; dessen Geistesgröße aber Rap h a e l lange mit Ehrfurcht empfunden hatte. - Leibnitz that einige wenige Fragen an ihn über eine Sonnenuhr, welche gerade da stand, und gab ihm sodann, ohnedaß sich das Geringste weder von Beifall noch Tadel aus seinem Bezeigen schließen ließ > den Auftrag an Oppennfiaüü

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