Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1846)
- Date
- 1846-08-13
- Page
- Seite 255 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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255 Beifügung einer Abschrift des Statutes Ew. Wohlgeboren Bericht erwarten. Düsseldorf, den 16. Juni 1846. Königliche Negierung, Abtheilnng des Innern. An den Herrn Ober-Rabbiner L. Bodenheim er. Wohlgeboren in Crefeld. 8v. 3521. / Bermbeeg, im Juli. Mehrere politische Blatter erwähnen einer Dankadresse, welche die Israel. Gemeinde Dahier an S. Hochwürden den Herren Dekan Bauer erließ, wegen seiner Vertretung der Sache der Inden bei den jüngsten Verhandlungen in der baierischen Deputirtenkammer. Diese Adresse ist in dem hier erscheinenden Frän k i sch e n Merkur vollständig abgedruckt. Allein nicht nur an Herrn Dekan Bauer, sondern auch an die andern drei Herren Landstände von hier, die gleichfalls für die Gerechtsame der Juden ihre Stimme erhoben, wurden von Seiten des Herrn Rabbiner Rose nfetd und den Herren Deputaten der Israel. Gemeinde dahier Dankadressen erlassen. Die Adressen lauten also: I. Banrberg, den 4. Juni 1846. Hochwohlgeborner, Gnädiger Herr Freiherr, Königlicher Kämmerer und Abgeordneter zur Ständeversammlung! Für den Stummen den Mund aufthun, und für das Recht aller Sohne des Mißgeschicks, wie die heilige Schrift stch ansdrückt, ist eine Pflichterfüllung, die nur großen Seelen eigen, und die hinlänglich ist, die Charaktcrgröße eines Mannes zu bezeichnen. Eine solche erhabene Pflichterfüllung legten Hochsie> edler Herr Baron, bei den Berathnugen der hohen Ständeversannnlung über die Beschwerden und Bitten der Inden an den Tag. Den Juden selbst ist es leider nicht vergönnt, ihre Stinnne dort zu erheben und die Vertreter und Vertheidiger ihrer eigellen Sache zu sein. Höchste waren es, der, angespornt vom Rechtögefühle, es unter mehrcrn Gleichgesinnten, übernahm , das Wort für die Rechte der Inden kräftig zu ergreifen, und ste gegen die Beschuloigungen ihrer Widersacher in Schutz zu nehmen. Sie erhoben sich mit Milth über die Vormtheile, womit ihre Gegner erfüllt sind, und lehnten, eben so schön, als wahr, die bittern Vorwürfe ab, deren man ftch beständig als Vorwand ihrer Zurücksetzung bedient. — In dem beseligenden Gefühl, Wehrlose vertheidigt zu haben, liegt ein hoher Dank des eigenen Gewissens; — wohl der schönste und beste! Doch können und wollen die Unterzeichneten dem Drange ihres Herzells nicht widerstehen, jenen: Danke auch den ihrigen in ergebenster Ehrerbietung Hochihnen darzubringen, und den Wunsch außznsprecheu, daß die heilige Vorsehung Ihnen Kraft und Ausdauer zur Fortsetzung Ihrer allseitigen heilsamen Bestrebungen verleihen möchte! Mit'der ausgezeichnetsten Hochachtung verharren Ew. Gnaden ganz ergebenste. (Unterschriften.) II. Bamberg, den 4. Juni 1846. Hochwohlgeboren, Gnädiger Herr Freiherr, Königlicher Kämmerer, Appellationsgerichtsrath und Abgeordneter zur Stäudevermmmillllg! Gewohnt, dem Rechte Recht zu verschaffen, fanden auch die Rechtsansprüche der Inden in Baiern bei den Verhandlungen der hohen Deputirten-Karnmer von H o chihrer Seite die gerechteste Unterstützung: Höchste stimmten der Ansicht derer bei, die es für billig und zeitgemäß halten, den erschwerenden Druck, unter welchem die Juden in Baiern noch seufzen, zu erleichtern, und ihnen Rechte zu gewähren, die mit den Pflichten, die ihnen der Staat auferlegt, in bessern Einklang zu bringen seien. — Die Gehorsiunstnnterzeichneten fühlen sich verpflichtet, Ew. Gnaden für dieses gütige Wohlwollen ihren ergebensten Dank hiermit zu erstatten, und crlcurben sich die gehorsanlste Bitte beizufügen, Etv. Gnaden wollen fortan in einer Gesinnung beharren, die sowohl Ihrem Geiste,-als Ihrem Herzen bei den Bessern aller Nationen zur höchstem Ehre gereicht. Mit vorzüglicher Hochachtung Ew. Gnaden ganz ergcbellste. (Unterschriften.) III. Bamberg, den 4. Julli 1846. Hochwürdiger, Hochzuverehrender Herr Dekan und Landstaud! Der Ernst nlld die Wärme, womit Ew. Hochwürdeu sich der Sache der Israeliten in den hohen Kammerverhandlungen annahmen, giebt unserm Herzen die stärkste Mahnung, unfern tiesgcfühttesten Dank Ihnen ehrcrbietigst dazutegen. Es thnt dem Unterdrückten wohl, wenn er stehet, daß er nicht verlassen dasteht, und daß Männer ihn in Schutz nehmen, die die Vorsehung mit Kraft, Muth und Talent begabt; Männer, die über die gemeine, vorurtheilsvotte Denkweise sich weit erheben, unb lediglich den: mächtig in ihnen wirkenden Rechtsgefühle folgen. Die warmen, kräftigen Worte , die Hoch sie zur Vertheidigung der Rechte der Israeliten und zur Abwehr der Verunglimpfungen, die sie von einer gewissen Seite erfahren mußten, sprachen, werden — wir hoffen es. — nicht vergeblich verhallt sein.' Der Anklang, der Ihnen bereits zu Theil wurde, wird auch späterhin seine Wirkung nicht verfehlen, und einen Beitrag zur allgemeinen Gerechtigkeit liefern. 33*