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Der Orient · 1846-08-06 · Heft 32 (6.8.1846) · p. Seite 246

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 32 (6.8.1846)
Date
1846-08-06
Page
Seite 246 (sequence 3)
Language
German
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246 mußte, und hierdurch einige Verzögerung veranlaßt wurde, so schien die Zeit bis August zu kurz, und verbleibt cs also nach dem Wunsche der Ä!ehrheit bei den Tagen nach dem Sukkotfestc. Die Zusammenkunft wird also stattsinden : Z« Dresden, den 21» Oktober nnd die folgenden Tage. Im Interesse der guten Sache wurde nach Ucbcrci'ukunst von mehreren Seiten angenommen, daß nur Jene, die ihren Beitritt vorher mitgcthcilt, Zutritt zu der Versammlung haben. Die. Zeit der Anmeldung ist bis zmn 10. September (nicht wie es irrigerweise in der vor. Nummer des Orients hieß 10. August) festgesetzt. Dr. Z. Frankel. Deutschland. Berlin, 25. Juli» Die öffentlichen Blätter sprechen seit mehren Monaten schon, unter den mannigfachstcn Angaben von Nebendingen, daß in diesem Spätsommer neue politische Zeitungen zu Berlin gegründet werden sollen, aber sie wußten nicht, oder halten es für einen zu unbedeutenden Gegenstand des Berichts, daß auch ein neues Organ für die Interessen des Judenthums in dieser Hauptstadt des geistigen Lebens projektirt sein soll. Wie man mir sagt, hätten 40 hiesige Rabbinatskandidaten sich zur Ausführung des großen Unternehmens vereint, und 40 Häuser von reinem Wasser des Judenthums wären zur Aufbringung der enormen Kosten (mau wird an Mitarbeiter von einigem Namen hundert bis zweihundert Thaler Honorar bezahlen) gemeinschaftlich entschlossen. Ich gestehe, ich theile Ihnen die Nachricht mit, ohne selbst daran zu glauben, schon deshalb nicht, weit sich hier wohl mit Leichtigkeit 40 Rabbinatskandidaten in einer Stunde zusammenbringen lassen, aber mit der größten Anstrengung in einem Menschenalter keine 40 Häuser von echt jüdischer Gesinnung finden. Für Ihr Blatt ist dabei nichts zu fürchten, da dieses wohl jede Konkurrenz aushalten kann, und am gewissesten die eines Parteiblattes. Sollte sich der angebliche Plan verwirklichen, so wird sich bald Gelegenheit finden, Näheres darüber zu berichten. Gewisser als solche publieistische Thätigkeit ist die Thätigkeit hiesiger Pressen für jüdische Literatur. Den Theil des neuen Jesod Olam des Jizchak Ha-Jsraeli, von B. Goldberg herausgegeben, werden Sie schon vor sich liegen haben, aber dieser Gelehrte hat durch seine Bemühung und Mitwirkung auch die Herausgabe anderer trefflichen Werke veranlaßt, aus denen wir nur eine reiche Sammlung bisher unedirter alter Rechtsgutachten der Geonim des 10. und 11. Jahrhunderts nennen, welche die wichtigsten Aufschlüsse über Geschichte und Geist des damaligen Judenthums, so wie eine Fülle von Erklärungen nnd besserer Leseartcn talumdischer Stellen bieten. Bereits sollen 3 Bogen gedruckt sein. Dieser Pole, B. Goldberg, scheint eine höchst uneigennützige Hingebung für die Wissenschaft überhaupt, und besonders für die jüdische in sich zu tragen, und verdient nicht im Entferntesten das allgemeine Anathema, welches in der Hallischen Literaturzeituug neulich über die Hausirliteratur ausgesprochen wurde; ihn kann auch der Verfasser jener Polemik nicht gemeint haben. So viel wir Herrn G. kennen, steht er weit über viele polnische und deutsche Editoren jüdischer Werke und macht durchaus kein bloses Gewerbe aus der Wissenschaft. Der namentliche Herausgeber der genannten Teschnbot Hageonim ist ein Pole, LevinZarinzanski, und Dr. C....l hat die Korrektur übernommen. In unsren Schulen, in unserer Synagoge und in unserem Rathhause durch und durch Ferien. Die Schulen sind geschlossen, die Lehrer, Prediger und Rathsherren in den Bädern. Bei solchen allgemeinen Ferien soll auch meine Feder Ferien halten, obgleich ich Ihnen noch manches Interessante zu melden hätte, wie z. B. das Gerücht von einem unter den Reformern ausgebrochenem Schisma, von den Versuchen eines originell philcmtropischen Rabbinen im Großherzogthume Posen, vom«RabbinerChristian Schupper in Tasdorf, der unsre Vossische Zeitung mit so witzboldigen Insertionen bereichert, vom Scharfsinne und der Frömmigkeit einiger Rabbinatskandidaten, die merkwürdige Erzählungen über eine neue Chazot-Art an ihren Namen knüpfen n. dgt. mehr. Aus Preußeu, im Juli. Hochgeehrtester Hr. Redakteur. Da Sie so gütig waren, dem Briefe des Hru. Rabbiner Fa s sc l an mich, betreffs der R.-V./einen Platz in Ihrem geschätzten Blatte anzuwcisen, so wollen Sic auch gefälligst diesen zweiten Brief desselben an mich, aufnehmen.- ,,GeehrterHerrAmtsbruder! Sie schreiben mir, daß mein Brief, den Sie tut „Orient" Nr. 27 abdruck'en ließen, einen Angriff daselbst erleidet, über die Worte „die talinudische Feste öffne eine Seitenpforte u. s. w." welche gedeutet werden, als hätte der Talmud eine wächserne Nase, die man nach Belieben drehen, und der man jede beliebige Form aufdrück'en könne; oder noch anders.

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