Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-07-30 · 31 (30.7.1846) · p. Spalte 485-486

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
31 (30.7.1846)
Date
1846-07-30
Page
Spalte 485-486 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8555529-9897631-9897667--4597-3532432
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

485- Studien. Inhalt des Schic Ha-Jichud. 486 Der allgemeine Geist der in seinen Werken herrscht ist ascetisch und hat Aehnlichkeit in dem mönchischen Geist, weicher damals in der christlichen Welt vorherrschend war. Außer dem Schir Ha-Jichud werden ihm noch andere Gedichte zugeschriebenvon denen man aber auch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob er wirklich der Verfasser ist. ’ 2) Inhalt des Schir Ha-Jichud. Der Inhalt dieses Gedichts ist das Lob Gottes und gehört also zur Gattung der Hymne und zwar derjenigen Art, welche sichs zur Aufgabe machte, aus den allgemeinen Ideen eine Lobeskrone für die göttliche Allmacht zu fertigen. Es ist die Natur in den allgemeinen Umrissen aufgefaßt und von ihr ist das Lob des Schöpfers hergenommen, ohne auf Einzelnheiten einzugehen, nach Art der physiko-theologischen Schriftsteller der neuern Zeit, welche ihre Vorgänger schon bei maurisch-arabischen Juden haben. Es ist die philosophische Anschauung selbst, die sich über das Detail erhebt. Manches hat sie für sich betrachtet, aber nicht in die Diktion mit herüber genommen. Diese allgemeine Betrachtung der Natur findet sich natürlich schon in der Bibel mehrfach ausgesprochen und-insofern wäre das Gedicht biblisch. Diesen biblischen Grundgedanken hat sich noch ein anderes Element hinzugesellt, die Betrachtung des göttlichen Wesens so weit es den Menschen zugänglich ist, wovon zwar die Grundlagen selbst sich auch in der Bibel finden, wozu aber eine spätere Philosophie, die besonder» Anschauungsformen hergegeben hat. Diese philosophische Form ist das Eigentümliche dieses Gedichts so wie mancher andern dieser Art. Die Eigenschaften Gottes werden hier — wie im Keter Malchut des Ben G'ebirol — in ihrer negativen Seite vorgetragen in Vergleichung mit den menschlichen. Der Dichter sagt uns wie Gott nicht ist und wie er nicht gedacht werden kann und. darf. Es ist versisicirte Philosophie überhaupt und der versisicirte S a a dj a insbesondere * * * * * 7 8). Was Saadja, der erste jüdische Philosoph, in seinem Buche Emu not we-De ot aus eigenem Nachdenken und gestützt auf biblische, talmudische und philosophische Aussprüche seiner Zeit ausgesprochen hat, ist hier wiederholt im Auszug ohne Demonstration. Alles drängt sich hier aus die ^E i n h e i t Gottes hin, ein Begriff der wohl philosophisch als konfessionell wichtig genug ist, um ihm seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und welcherauch an der Spitze des Gedichtes als Titel sich befindet. 1839). Auch in dem Kommentar des Joseph Bechor Schor (-pA Ton?|D)V '"l) in der Leydner Biblioth. (Nr. 27) so wie auch in einer Hamburger Handschrift (Cod. heb. Nr. 108), welcher einen anonymen Kommentar zum Pentateuch enthält und ebenfalls unfern Autor erwähnt. 7) Der Verfasser des Buches Charedim nennt ihn unter den Dichtern ohne eines seiner Produktionen genauer zu bezeichnen. S. zur Kenntniß tu s. f. S. 157. Vergl. auch weiter unten. 8) Vergl. weiter anten» Die Sprache dieses Gedichts ist ziemlich rein, nur bei den philosophischen Begriffen-sind schulphilosophische Ausdrücke gebraucht, man findet sonst wenig dunkle oder neugebildete Wörter, die der Analogie entbehren. Es ist das Gedicht selbst kühl verständig ohne poetische.Hebung und ohne hinreißende und durchdringende Wärme des Gefühls, aber dennoch ist ihm ein hoher Grad von Erbaulichkeitnicht abzusprechen. Die vorgetragenen Reflexionen zwingen den Verstand sich zu beugen vorder Allmacht und das Herz wird hier auf dem Wege der Reflexion ergriffen. Es ist alles klar ausgesprochen, es ist frei von allen talmudischen Einflüssen, es findet sich keine Spur, von Anspielungen auf Ideen, die in der Geheimlehre einheimisch sind, wo der Mensch durch Dunkelheit und Finsternis; durchdringen zu glauben wähnt, um zum Licht zu gelangen. Es fehlen die Details aus der Engellehre, welche auch spanische Pajtanim in gewissen Gedichten aufnehmen, es enthält Nichts von den rätselhaften Zusammenstellungen und Anspielungen auf die verschiedenartigsten Dinge, worin das Wort wie Schmetterlinge von Begriff zu Begriff, von Anschauung zu Anschauung eilte, ohne sich und dem Leser Zeit zur Sammlung zu gönnen, eine Weise deren sich oft die größten Pajtanim z. B. Ben G'ebirol, Jbn Esra^), hingegeben haben und welche durchaus nicht zu billigen ist, indem selten ein Zweck damit erreicht wird und dem Leser für die saure Mühe der Auflösung nichts zur Belohnung reicht. Vergleichen wir dieses Gedicht mit ben G'ebirols" 9) Einige dieser Gedichte haben wir in unserm Buche (zur Kcnntniß tu s. f. S. 154. Note 53) genannt. Eins dieser Gedichte mag hier seinen Platz finden. Es ist von Abraham Jb n E sra — die Anfangsbuchstaben geben dessen vollständigen Namen — und befindet sich in Machasor von Montpellier in der Bibliothek des sel. Hrn. H. I. M i ch a e l in Hamburg. Es enthält dies Gedicht die Zahlenreihe von 1—10 mit Anspielungen von Verhältnissen gewisser Dinge, die an diese Zahlen sich anreihen.. Wir haben jetzt weder die nöthigen Hilfsmittel noch die nöthige Muse zur genügenden Erklärung des ganzen Gedichts. Wir müssen dies für eine andere Gelegenheit — w> dies in einem größer» Zusammenhang geschehen wird — aussparen. - -,N^pQ by -poo näb ihn INS’ Np DN3 Np DN bl 1N"QJ HD Nim D’JÖ ’JtfiTDDn inhd nw nvjbuj ysDNn rrmi inPb ymN ’mt^D in’sdh nrniNn HD’ inbu nmD w w 3 w w Dyn insd ni33 nte’n -ny 3w iy indsi nJiDB/ >ppr in’3Ä hnh y t? n ddh dnji dnji -iKcfo mc^y tin inot mnP ihn’nn pi^n inPd n’33 Di’n vteb pyi - iNtsob nnj»3 mn^3 mp 1ND3D3 wp 31 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.