Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1846)
- Date
- 1846-07-23
- Page
- Seite 232 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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232 YTT3 1?Jhh mtV laßt UNS gutes Mttths mit Gott ans Werk schreiten. Die Anwesenden erhoben sich nun zu dem herzlichen Gebete mir byu m'1 u. s. w. Hierauf erklärte der einstweilige Vorsitzende Herr Dr. G. die Versammlung eröffnet. Auf dessen Geheiß verliest Dr. Philippsou ein Schriftstück über die Anforderungen an die diesjährige R.-V. im Allgemeinen. 1) Erweiterung der Versammlung. 2) Sorge für das Gesammtwirken. 3) Die praktischen Anträge. Es wird zur Wahl deö Präsidenten geschritten. Geiger wird mit 18 Stimmen Vorsitzender, Stein mit 14 Vizepräsident; Geiger verliest die Wahlzettel und unterbricht sich einmal, um die Herren College« mn Entschuldigung zu bitten, daß er alle Titel wcglasse. Es werden nun auch Sekretäre ernannt und dann einige Zuschriften vorgelesen. Die erste ist von Auerbach bctreffcn'D die Förderung der religiösen Gesinnung in Israel überhaupt. Eine anbere von Holdheim über die Ehegesetze , welche die Abschaffung der nir^n beantragt. Beide werden vom Sekretär Auerbach verlesen. Der Präsident nimmt das Wort: Es ist ein Vorschlag von einem jüd. Stud. aus Leipzig cingetaufen zur Einrichtung von Konvikten für jüdische Studirende. Da die Versammlung sich mit der Realisirung derartiger Anträge nicht befassen kann, so dürste dieser unberücksichtigt zurückgelegt werden. — Einige sind für die Auslegung desselben auf die Tafel. Andere wünschen die Vorlesung wozu es auch kommt, doch geht diese herzliche Schilderung der Noth jüd. Stud. und der wohlgemeinte Vorschlag zur Verbesserung ihrer Lage spurlos vorüber. Der Präsident nimmt wieder das Wort: Kurz vor dem Beginn der Versammlung ist ein Schreiben von den Berliner Resormgcn offen an mich gelangt, das ich der Versammlung vorlesen lasse. Herr Sekretär Adler liest nun die Zuschrift so undeutlich, daß man nur aus dem allgemeinen Unwillen, welche dieselbe erregte, erkennen konnte, daß sie nicht viel Schmeichelhaftes enthielt. Sie lehnt allen ferneren Einfluß der R.-V. höflich ab, und der Präsident fragt, von wem die Beantwortung der Zuschriften ausgehen solle, ob man wie in den vorigen Jahren ihm dem Präsidenten überlassen oder eine Kommission zu diesen: Zwecke ernennen würde. Stein: Es muffe erst erwogeu werden, ob die Zuschrift des R.-V. einer Antwort bedürfe, da dieselbe doch gleichsam ein Absagebrief sei. — Präsid ent: Die Artigkeit erforderttä, sämmtliche Zuschriften zu beantworten. — Salo m o n und Stein: Die Einigkeit, welche der Präses so dringend anempfohlen — dürste bei der Beantwortung der Zuschriften zuerst gefährdet werden. Gosen:. Der Ref.-V. wolle-vorher erklären, ob er an M.Q min glaube, ehe man wieder auf seine Zuschriften eingehen könne. Andere: Die Zuschriften müssen beantwortet werden, sonst werden keine mehr (hört! hört!) an die R.-V. gelangen. —- Hold heim mit Bezug auf Stein: Man müsse dem N.-V. gerade recht gcsinnungstüchtig cntgegentreten, obschon er der R.-.V., mit der er im vorigen Jahre so in enger Beziehung gestanden — gleichsam den Scheidebrief geschrieben. Der Präsident: Im Falle der Beantwortung, wem steht diese.* zu? Stei n macht wiederum seinen Einwurf, cs fragt sich, ob die Zuschrift des. R.-V. einet Beantwortung würdig sei, worauf denn A. Adler: Der Berl. R.-V. hat sich wohl verdient gemacht um das Judenthum, er hat ihm Männer, die ihm schon seit dreißig Jahren entfremdet waren, und von keinem "IM mehr wußten — wieder zugcführt, man müsse ihm daher nicht nur antworten, sondern auch vollkommene Achtung und Anerkennung zollen. Der Präsiden t: Ja wohl schon die Artigkeit erfordert es! Doch frage ich eine ehrbare Versammlung hiermit an, ob die Beantwortung, wie bei den vorigen R.-V. nicht mir, dem Präses zusteht? Stimme!:: Die Versammlung selbst müsse die Zuschrift in Erwägung ziehen und beantworten. Präsident: Es sind der Zuschriften bisher noch zu wenig, ein Umstand, der zwar mit jedem Augenblick aufgehoben werden kann, doch lohne sichs vor der Hand noch nicht der Mühe, sie der ganzen Versammlung zur Bcraltmng verzulegen; daher möge cs vorläufig dem Präsidenten Vorbehalten bleiben. — H e ß: Keineswegs, vielmehr zieme es der ganzen Versammlung durch eine Kolnmissiou zu antworten. Ein Einzelner kann doch bei aller Mühe seine individuelle Ansicht unmöglich ganz so unterdrücken, daß die Antworten nicht das Gepräge derselben tragen sollte. Stilnmen: Das dem Präsidenten bewiesene Vertrauen beweise hinlänglich, daß er im Namen der Versammlung antworten könne. — H oldh ei m ist mit vielen anderen für eine Kommission,- welche die Gesinnung der Gesamnttheit unter eigener Verantwortlichkeit anödrückeu soll. Präs. Soll sogleich zur Wahl derselben geschritten werden? Ja! Es wird zur Wahl geschritten. Hierauf nimmt der Vice-Präsideut Stein der: Präsidentcnstuhl cm und Geiger besteigt die Rcdnerbühne, um als Referent der Sabbatkounnission deren Plan und Anträge zu verlesen. Die Versanimlung wolle bewirken 1) Die Heiligung des Sabbats durch erhöhte Feier deö Gottesdienstes. 2) Erlaubnis' zur Verrichtung aller Arbeiten , die nicht gerde anstrengend und aller, die nöthig stud. Der Präsident erklärt hierauf die öffentliche Sitzung für geschlossen. Das Publikum entfernte sich und cs blieben nur noch die Herreil der Synode zurück und einige die sich im engsten Sinne des Worts für dieselbe interessircn. Es wird nun das Schreiben eines Arztes verlesen, welcher die R.-V. anftägt, ob er nach dem ihm das älteste seiner Kinder in Folge der Beschnei düng heftig erkrankt nnb lebenslänglich die Spuren davon tragen wird,