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Der Orient · 1846-07-23 · Heft 30 (23.7.1846) · p. Seite 231

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 30 (23.7.1846)
Date
1846-07-23
Page
Seite 231 (sequence 5)
Language
German
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23t Feier begeht, gar nicht ankommt. Unterzeichneter fragt ganz bescheiden, ob man nicht demnach den Jom Kipur (Versöhnnngötag) auf Purim (Fasching) verlegen könne? . Ein Reformjude. 2. D a n k a d r e sse. Herr Prediger Ad l e r aus Worrns hat Ln der heutigen Sitzung eine sehr wichtige Entdeckung mitgetheitt, nämlich, daß da§ Judenthum die Lehre von der Erbsünde anerkennt (ri8um ienenUb nmiel). Im Namen unserer Religion fühlen wir'uns für dieses großartige Geschenk zu tiefstem Danke verpflichtet. Breslau, den 14. Juli 1846. Einige Nabbinerversammlungianisch e Jud en. 3. An die R ab b in er-V ersammlung. Wenn Sie den jüdischen Glaubensgenossen.nützen wollen, ermitteln Sie, wie dem jetzigen Börsen-Zustande zu helfen ist, um die Geld-Kalamitäten zu beseitigen, alles andere ist unnützes Geschwätz. Vielleicht giebt der Rais biner-Vcrein Kassen-Billets, die doch wenigstens bei dm Reform-Juden gang unb gäbe wären. Die Rabbiner-Versammlung in Breslau. Sonntag, den 12. Juli 1846. So sind sie denn zum dritten Male versammelt die Vkänner der Wahrheit und des Lichts! Aus allen Gauen strömen sie herbei die gottbegcisterten Männer, um JSrael's Gegenwart zu säubern, seine Glaubenssätze zu läutern und zu begründen. Nichts gleicht der Spannung, in der sich Alles befindet. Es werden bereits Karten zu den Sitzungen. ausgetheilt; ich versäume nicht, mir am gehörigen Orte eine solche zu erbitten. Doch ich werde an Herrn Dr. Geiger gewiesen, wo man mich mit dem Bescheide abweist, der Herr Dr. habe die Karten nur für seine Freunde entnommen. Hierauf wende ich mich wiederum an das für die Vertheilung der Einlaßkarten niedergesetzte Spezialkomitee und erhalte endlich eine Karte für eine Sitzung der R.-V. für eine Person gültig. In der Stadt erzählt man sich, daß man einem Stud. C. die Eintrittskarte versagt habe, weil derselbe in dem Rufe steht, Correöpondenzen für den Orient einzuschicken und überhaupt nicht am besten von der R.-V. zu denken. — Wie ich höre, sind die Herren der Versammlung meist vor Sonnabend angekommen und schon heute zu den Privatsitzungcn der Commissionen versauunelt. Eine Anzeige in der Breslauer Z., daß Dr. Jost deßhalb nicht zur R.-V. komme, weil der Geschichtsschreiber bei derselben überflüssig wäre, — soll bei denselben nicht geringe Indignation erregt haben. Ucbrigens sind die Herren alle recht gut nntergebracht u. für alle ihre Bedürfnisse aufs beste gesorgt. Montag, d. 13. Juli, Vormittag. Heute ist also der Tag, an welchem die R.-V. zum ersten Male in demselben Saale, wo vor nicht gar'langer Zeit die Eintagsfliege des R.-V. das Tageslicht erblickt und selig verschieden ist — ihre Sitzung halten , wird. Es schlägt neun Uhr. Ich.stecke eilig Bleistift imb Notizbuch ein, und trete noch vor dem Beginn der Verhandlungen in den Saal. Da saßen denn die Herren schon alle versammelt, lauter gute Bekannte aus alter Zeit, so daß mir ganz warm um-s, Herz wurde. Da saßen, wie ich mir sagen ließ, der gute Salomo, der vielfach angefeindete Stein, der würdige Heß, der gelehrte Herzseld, der liebenswürdige Ben-Joracl und die oftgenannten Adler. Auch die Heuen, an deren Spitze Geiger, Holdheim, Phillipson, Gosen, Einhorn, L oevi I. und II, Her xheim er u. a. nt., mit deren Namen ich durch ihre verdienstvollen Werke für die israelitische, so wie . durch die von ihnen redigirten und gefüllten Blätter frühzeitig bekannt und gleichsam ausgewachsen war. Während ich mich so den süßesten Erinnerungen an die schönen Kinderjahre hingab, trat ein würdiger Mäcenat, eilt gar reicher Herr, auf mich zu und erlaubte sich zu meinem nicht geringen Erstaunen, mich darauf aufmerksam'zu.machen, daß ich hier nicht nachschreiben dürfe. Du mein Gott! War mirs doch in dem Augenblicke, als wäre ich ein zweiter C., als scheute die Versammlung auch m eine Mittheilungen in denTageöblättern! Wie irrte man sich! War doch nichts weniger meine Absicht, als tadelnde oder gar s a l sch e Berichte, — wie der ehrenwerthe reiche Herr bemerkte, an irgend eine Zeitung zu schicken. .Ruhig steckte ich, der Ueberrnacht nachgebend, mein Notizbuch wieder ein, doch ist mir bis jetzt noch unbegreiflich, wie der gedachte reiche Herr von meinen sonst so unschuldigen Berichten im Orient Kenn tu iß erhalten und den Sinn, in welchen: meine zukünftigen abgefaßt sein würden, besser als ich selbst vorher wissen konnte. — Ich verhielt mich denn still in der Erwartung dessen, was da kommen sollte, und netirte in den Pansen, welche durch die verschiedenen Wahlen entstanden, folgende Pr oben r a b b i n t s ch er Weisheit so wörtlich als möglich. Herr Dr. Geiger eröffnet die Versammlung mit einer kurzen Rede zur. Bewillkommung der hohen Gaste. pirr6 Dib&y oft&!/. Er erwähnt in wenig Worten den großen Zweck der Versammlung. Nicht bloß um zu lösen und einzureißcn, sondern auch wieder aufzubauen und zu befestigen durch friedfertige Berathung und Mittheilnng, durch einige Beschlüsse und Bestrebungen. — Der Redner lehnt alle pr testerliche Gewalt von sich und seinen Celleg.cn entschieden ab. Nur als Männer, welche Israels Geschichte und Vergangenheit kennen, als solche, welche die dringenden Ansprüche der Zeit erkannt haben, wollen sie durch gemeinschaftliche Besprechung die Mittel finden, denselben zu entsprechen. Noch einmal ermahnt der Vorsitzende zum Frieden, sollte auch Mancher gen'öthigt sein, seine individuelle Meinung der Aufrechterhaltung desselben zu opfern; darum: btt ,30*

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