Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 29 (16.7.1846)
- Date
- 1846-07-16
- Page
- Spalte 451-452 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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451 452 Studien. Jehuda Jbn Balsam. und die runde Zahl 1050 für die Blüthe dcrdreiMänuer: Jbn Bal''am, JbnGhajckt und Jbn Chiquitilla, wird wahrscheinlich von der Wahrheit nicht sehr entfernt sein. Die Zeitgenossenschast mit Jbn Chiqmtilla, die vielleicht Jemand noch bezweifeln könnte, bestätigt sich übrigens auch noch durch die Art, wie ihn Jbn Esra in seiner Aufzählung der hebräischen Sprachmeister nach JbnChiquitilla setzt, da nur David Jbn Hag ar, ein anderer Zeitgenosse, ste trennt. Was nun den Familiennamen Jbn Bal^nm anlaugt, so beweist er, wie sehr die Israeliten in der Mitte des elften Jahrhunderts sich arabisirt hatten, da bei dieser Benennung gewiß an Bileam der Schrift, den sonst kein Jude wegen de§ EpiLheton's yw'mir\ geführt haben wurde, nicht gedacht worden ist. Er scheint entweder eine Uebersetzung von L okm un, welcher Name seit der Ausbreitung des Jslüm schon vorkam, oder die Juden'nähmen Ballam durch die Vermittelung der Araber an, ohne 'sich um die alttestamentliche Sage zu kümmern; in jedem Falle kann nur die arabische Aussprache richtig sein, und ich sie daher hier beibehalte^). ^— ■ 6) Es wird den Lesern wohl nicht unangenehm sein, wenn ich eine Mittheilung des Hrn. Prof. F. auf meine Anfrage hier veröffentliche. Sie lautet: ,,Daß der meiseLokman des Korans, der am Hofe David's und Salomo's gelebt haben soll (s. Sale zu Sur. 3l, V. 11) und dem später die bekannten in das Arabische übersetzten äsopischen Fabeln zugeschrieben worden sind, eine Art von Doppelgänger des Bileam Ben Be'or der Bibel ist, kann nach der glücklichen Bemerkung Nödiger's in der Hall. L. Z. 1843, Nr. 95, Col. 151 wohl nicht bezweifelt werden, da nicht nur und Djfcl sich an die gleichbedeutenden Stämme und anschließen und selbst in der Ableitungsform übereinstimmen, sondern auch der Vater jenes Lokmün nach den Arabern oder,^*..£.1.2 geheißen haben soll. Aber allerdings muß zugegeben werden, daß die arabische Ueberlieferung jenes etymologische und genealogische Jneinanderspielen der beiden Personen nicht unterstützt, sondern km Gegentheil einen dem Bileam der Bibel genau entsprechenden Ballam (nach Beidhawi mit kurzer Endsylbe Baham) Ben Bü^ür oder Baüra aufftellt. Auf ihn beziehen die meisten Ausleger die Stelle des Korans, Sur. 7, V. 174 und 175: „Und trage ihnen die Kunde von Jenem vor, dem wir unsere Zeichen zukommen ließen, er aber entäußerte sich derselben: da ging ihm d er Leusel nach, u n d e r w u r d e einer de r Verirrten. Hätten wir gewollt, so würden wir ihn durch dieselben erhöht haben; aber er neigte' sich der Erde zu und folgte seinem Gelüste. So wurde nun sein Zustandgleich dem ein es Hundes, der, du magst auf ihn losfahren oder ihn laufen lassen, stets (vor Durst oder Brunst) die Zunge heraus streckt. Darum erzähle ihnen die Geschichte, ob sie viel! eicht Nachdenken möchten. Was Sale zu dieser Stelle.aus drei arabischen Kommentatoren ausgezogen hat, davon findet sich die weitere Ausfüh- Das Verhaltniß Jbn Bafam's zn' seinen Vorgängern und Zeitgenossen betreffend, so erwähnt er, wie wir aus den erhaltenen Citaten wissen, bald die babylonischen Meister Slladja Fajjümi und Häjt ben S ch erira, deren grammatische xtnb exegetische Schriften er gekannt haben muß, bald seine Zeitgenossen Mose Jbn Chiquititla und- Isaak Jbn Ghajllt, die Meinungen jener rcfcrircnb und 'mit Achtung gedenkend, die Ansichten dieser bestreitend und oft gering achtend. Es ist jedoch kauul zu bezweifeln, daß, wenn feine Schriften uns ganz vorlägen, wir alle seine Vorgänger ans diesem Gebiete finden möchten. Auch wissen wir anS einer zufällig uns dargebotenen Stelle aus seiner ,,Abhandlung über die Partikeln^ 7), daß er das Targum sehr stark benutzte und daß er palästinische und babylonische Handschriften derselben vor sich gehabt8),' uub dieses Targmn- Studium mag vielleicht das hauptsächlichste Resultat gewesen sein, das Ie hud a Ib u K orung bei Herbelot, Bibliotheque orientale u. dem Art. Balaam. Das Wesentliche ist folgendes: Balaam, ein Kanaanäer aus dem Geschlechte der Anakim, hatte aus den Offenbarungsschriften Abrahams denallerheiligsten Namen Gottes gelernt, durch dessen Kraft er weissagte und alles, warum er betete, erlangte. An ihn wendeten sich, daher seine Stammgenoffen mit der Bitte, die heranziehenden Israeliten zu verfluchen. Balaam, durch göttliche Eingebungen, Lraumgesichte und die Ansprache seines Esels gewarnt, weigerte sich anfangs dies zu thun, lies sich jedoch endlich von seiner durch hie Geschenke der Kanaanäer bestochenen Frau tzazu überreden. Aber noch ehe er den Fluch aussprechen koante, tilgte Gott seinen allerheiligsten Namen aus dem Gedächtnisse des Frevlers, entzog ihm alle frühere Gnadengaben und überließ ihn seinem eigenen Sinn und Willen, der ihn rettungslos zur Verläugnung Gottes hinriß. — Und so erscheint denn auch Balaam als ein morgenländischer Fürst in dm-beiden Versen bei Jbn-Arabschah, Fakihet el-chulafä, S. 136, Z. 22 u. 23 der Ausgabe von Freytag: «^LgXJf Jjfcf JIwd Uj j*IäX? j*IäJ| oLif f3 L/5^2 E s schadete den Leuten der Höhle (den Siebenschläfern) nichts, daß ihr Hund gläubig wurde, sondern sie e r h i e l t e n d a d u r ch zur rechten Richtung noch feste Ueb erzeugun g*). Was nutzte hingegen dem Balaam, der doch ein Mensch war, die Wissenschaft, nachdem er sich der Erde zugeneigt hat t c?,/ 7) Derenburg 1. e. S. 412. Mit vieler Genauigkeit zählt er, wie vielmal das Targum die hebr. Partikel so oder so übersetzt. — 8) Id. ib. Es heißt daselbst pND niNHDUa *) S. Koran, Sur. 18, S. 17, und Sale's Anm. dazu.