Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1846)
- Date
- 1846-07-16
- Page
- Seite 227 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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227 Es folgte jetzt: ' . Berachungen über d!e einzuführenden besten Schulbücher für die verschiedenen Unterrichtszweige. (Für den Religionsunterricht war schon früher mittels Circulair des hohen Consistorium Büdinger' s) oder Leidfaden re. bestimmt Biblische Geschichte. Liffgers schlägt die bibl. Gesch. von Büdinger vor u. sagt, das Buch sei ziemlich vollständig, j enthalte das Wissenswürdigste und die Sprache sei ganz 1 biblisch; zu dem sei es auch schon in vielen Schulen eingeführt. •j Es wird abgestimmt. Alle für Büdinger. Cohen bemerkt, das Buch fti als Schulbuch zu theuer und möchte er aus diesem Grunde Vorschlägen: „Erzählungen der heil. Schrift v. Cohn ) und Dinkelspiel." i Bibelübersetzen. Bon Mehreren wird als Hand- ) buch die deutsche Bibelübersetzung von Zunz vorgeschlagen. Präsid. verlangt, eine Bibelübersetzung, die Schulu. Volksbibel zugleich sei,. eingeführt werde, u. spricht sich hierüber folgendermaßen aus: In den früher» Zeiten hatte man die sogenannten um dem Volke den Sinn des Pentateuchs verständlich zu machen. Die Prophetenstücke (nnftDn) wurden eingeführt nach einer Ansicht, weil in den Zeiten der j Makkabäer das Lesen des Pentateuchs verboten war; nach einer j andern, um das Volk dadurch mit den Propheten bekannt ■■j zu ^machen und daran zugleich einen Vortrag zu knüpfen. Die Vorträge hörten auf; die Prophetenstücke blieben. Nach Ansicht, des Herrn Redners seien aber die nnDpn cingefüfyrt worden, um das Volk mit der ganzen Bibel bekannt zu machen. Aus diesem Grunde wären auch Sabbath Nachmittags die Hagiographen gelesen worden. Um nun das Volk i in gegenwärtiger Zeit auch mit der ganzen Bibel bekannt zu machen, müsse eine deutsche Volks- und Schulbibel in der 1 Schule und das Haus eingeführt werden, und als solche fti, - die Salomo n's ch e die geeignetste., j Cohn erklärt sich für Zunz, insofern die Bibel als Hand- } buch beim Ueberfttzen in der Schule dienen soll, da sie durch-! aus wortgetreu sei. Als Volksbibet, deren nothwendige Einj führung Sprecher anerkennt, könne er sie allerdings nicht em- | pfehlen. Friedländer: Zunz's Bibel mög^er Lehrer für sich benutzen, um sich aus^den Unterricht vorzubereiten. Es müsse j aber auch eine Bibel für die Kinder vorhanden sein und zu < diesem Zwecke sei die Salomo n's che einzuführen. In der - Schule müßten die Kinder angeleitet werden, darin zu lesen •; hier als auch zu Hause. Die Eltern würden sie auch in die Hand nehmen, wenn auch anfangs aus bloßer Neugierde und so würde die Bibel durch die Schule Eingang ins Haus finden. Liffgers erklärt sich für Zunz's Bibel. Zweck des Bibelübersetzens in der Schule: dem Kinde den hebr. Urtext mög-? lichst verständlich zu machen. Eine Uebersetzung müsse darum j vor allen Dingen wortgetreu sein. Dieser Anforderung entj spreche am meisten die von Zunz; wogegen durch andere Uebcrsetzungcn, die mehr dem Sinne nach gegeben, das Wortverständniß eher erschwert werde. Redner sührr hierzu Belege aus dev M endelssohn'schen Uebersetzung an. — Adam ist gegen eine bloß deutsche Uebersetzung in Händen der Schüler. Man solle, um auch die Zahl der Schulbücher nicht noch zu vermehren, eine hebr« Bibel mit deutscher'Uebersetzung an der Seite in die Schule einführen.' Anschel spricht sich auch für eine Schul- und Volksbibel aus und meint, eine solche mache eine besondere bibl. Geschichte in der Schule entbehrlich, wenigstens für die Obertasse. Für die unteren Klassen genüge da.nn ein kleines Merkchen. — Nathan: Bei dem Umfange , welcher dem Unterricht im Hebräischen in unfern Schulen bis jetzt noch eingeräumt ist, müsse das Kind hinlängliche Bibelkenntniß erlangen, ohne daß außer einer'bibl. Geschichte auch noch eine deutsche Bibel eingeführt werde. Verlange man aber diese, so müsse der Unterricht im Hebräischen nothwendig beschränkt werden. Cohn erkennt die Nothwendigkeit einer Uebersetzung des ganzen Pentateuchs in der Schule nicht an. Es. scheine ihm zweckmäßiger, den Kindern, nach einem Werke von Iohlsohn, Auszüge zu geben. Nachdem noch Mehrere hierüber gesprochen, wird die Debatte für erledigt erklärt. Beschlossen wurde: zur Vorbereitung für den Lehrer sei Zunz, für die Schule aber, d. h. als Schul- und Volksbibel, Salomon einzusühren. Uebersetzung der Gebete. Zur Benutzung für Len Lehrer wird vorgeschlagen: das Gebetbuch von Arnheim in Glogau. - - Hebr. Grammatik. Einstimmig wurde die Iohls o h n's ch e gewählt. Jüdische Geschichte. Allgemein wird der Mangel, eines Schulbuchs für diesen Unterrichtszweig bedauernd ausgesprochen. Präs. beantragt deshalb die Niedersetzung einer- Commission zur vorläufigen Bearbeitung eines Entwurfs zu einem derartigen Werkchen. Nathan bezeichnet die Bearbeitung eines Lesebuchs für israel. Schulen als nöthiger und näher liegend. Cohn glaubt, daß ein nicht kleiner Theil eines solchen Lehrbuchs, dem religiösen Elemente eingeräumt werden Müßte, wie sich dieses bei für gut erkannten Lehrbüchern anderer Confessionen finde. Ein solches Lesebuch brauche aber nicht zugleich Fibel zu sein. Liffgers: Für Unter- und Mittelklasse müsse das Lesebuch nicht confessionell gehalten sein; ein solches gehöre nur in die Oberklasse. Friedländer rheilt der Versammlung mit,, er habe .die Materialien zu einem Lehrbuche bereits geordnet, und. wolle diese Arbeit der nächsten Conferenz zur Prüfung vorlegen. Es wurde nun die vom Präs, beantragte Commission gewählt, und die Wahl siel auf: Cohn, Herrmanns und Liffgers. Co mmentar: Rachschi 's Commentar soll aus dem Lehrplan wegfallen und' an dessen Statt der (“rtN'D) gelehrt werden. Deutsche Sprache: Wurst's Sprachde Mehre. Lesen: Vorläufig Ehrlich's Lesebuch. Rechnen: Diesterweg und Heuser. V a t e r l. G e s ch i ch t e: Vormbaum. Naturkunde: Ehrlich. Geographie: Be um er. Cohn stellte jetzt folgenden, von einer frühern Lehrerver-