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Der Orient · 1846-07-16 · Heft 29 (16.7.1846) · p. Seite 228

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 29 (16.7.1846)
Date
1846-07-16
Page
Seite 228 (sequence 15)
Language
German
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sammlung ausgegangenen Antrag: Da der Zweck der gottesdienstlichen Versammlungen (nran) Belehrung und Erbauung des Volkes'zu erzielen , durch die. hierfür vorhandenen und bekannten hebr. Werke nicht vollständig erreicht werden kann,- so sollten durch, ein Ausschreiben des Hr. Oberrabbiners die - Vorsteher veranlaßt werden, zu verordnen, daß die Lehrer neben einem hebr. Vortrage', oder wo-es thunlich ist, statt desselben', einen rein demtscheu aus gedruckten Predigtsammlungen oder sonstigen Andachtsbüchern, vorlesen. — Ferner wurde beantragt , das Consisto'rium zu ersuchen, durch alle ihm 'gesetzlich mögliche Mittel darauf hinzuwirken, daß der Lehrergehalt nur aus der Gemeindekaffe bezogen werde, und^ das resp. Schulgeld wieder'in dieselbe zurückfließe. Nach ei- : nigen, vom Präs, gesprochenen, paffenden Schlußworten wur-; den hierauf die Sitzungen für geschloffen erklärt. . j Cr e selb, den 5. Mai 1846« unterz. Oberrabbiner B o d e n h eim er. Herrmanns. Der schönste Wunsch. '(Midrasch Tanchuma, Chukkot.) An seinem Hofe hatt' ein König 'Einst einen braven Biedermann, .Wie unter Tausenden man wenig Und selten trifft bei Hofe. an:, r Ein Mann von wahrem Seelenadel,, Ganz sonder Fehl und sonder Tadel. Darum von Allen hochgeachtet, Von Allen nach Verdienst geehrt, -Der König ihn zu heben trachtet, Hält ihn der höchsten Würden werth: Nach seines Herzens eigenem Witten Möcht' eine Witt' er ihm erfüllen. Mein'Freund, ich will Beweis Dir geben Von Lieb' und Ehr' so sag's mir treu: Wie kann ich höher Dich erheben! - Säg Deines .Herzens Wunsch nur frei: Willst Ehrenämter, große Schätze, 'In.meinem Reich biedersten Plätze? —- - Der Freund jedoch gar bald bedenket, Wie sollt' ich Schätz'und Ehr' erfleh'n: Wenn seine Huld der Fürst mir schenket, Sollt' ich nach Ehr' und Schätzen späh'n? Währt jene doch nur Augenblicke, Flieh'n diese dochim Mißgeschicke! — Und spricht nach kurzem Ueberdenken: Sieh, Deine Huld, sie ist so hehr! Willst fürder Du sie stets mir schenken, Nichts wünsch' ich mir auf Erden mehr; Sind Schätz' und Ehr' doch beide nichtig Und'beide wie das Leben flüchtig: . Nur eine Gunst mir zu gewähren, Begehrt mein Herz so inniglich? Sie wünscht' ich mehr als Schätz'und Ehren: Ach,' sie allein begehrte ich! —- Verzeih's, o König, doch dem Frechen! Nicht wag'' ich's wahrlich auszusprechen. — . Und ungestüm der König dringet: Sag' an, was mir Dein Herz verhüllt! Was es auch sei, sieh es gelinget, Es werde sicher Dir erfüllt: Sag an, was still Dein Herz begehret Es sei im Voraus Dir gewährt! — Sich neigend senkt hierauf zur Erde Der Freund-gar schüchtern seinen Blick: . Und willst Du, daß zu Theil mir werde Aus Deiner Hand das schönste Glück, . Das Du vermagst mir zuzuwenden : '■ So wiff' es liegt m Deinen Händen. Denn höh'r als alle Erdenschätze, Hab' eine Perle ich erspäht, Auf die des Lebens Werth ich setze. Nur sie ist's die mein Herz erfleht: Sophia*) ist's, an Tugend, Milde Ein wahrhaft himmlisches Gebilde. Die freuderfüllten Mienen wendet 'Der König d'rauf dem Liebling hin; So hat nicht Größe Dich geblendet, Nicht flücht'ger Glanz, nur Tugendsi'nn, In Liebe für mein Kind befangen, 'Vereint sich weislich Dein Verlangen. So sei die Bitte Dir gewähret, Auch sollst Du bald als Königssohn, Gewürdiget und hochgeehret Der Nächste sein an meinem Thron; Denn wahrlich, diese Ehr' gebührt Wen'solch' Gesinnung edel zieret. Also ward einst zum schönsten Lohne, Des Lebens reinstes Gut und Licht Gewäh^vom hohen Weltenthronc Dem Arno im TrcmmgeDst: Er hatte Weisheit nur begehret, Ihm ward auch Ehr' und Macht gewähret! — Kempen« Dr. I. H. Jacobson. ") HotpLa. '**) 1 Reg. 3, 9. Briefkasten. An Hrn. G. in B.: Donnerstag muß es hier in Leipzig -sein, wenn es noch in derselben Nummer.abgedruckt werden soll. Selten Freitag oder Sonnabend. Es muß also Dienstag ' höchstens Mittwoch oder Donnerstag geschickt werden. .Spater hat es bis wieder Dienstag keinen Nutzen. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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