Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 28 (9.7.1846)
- Date
- 1846-07-09
- Page
- Spalte 441-442 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/8555529-9897631-9897663--4572-3532380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
441 442 Studien. , Juden in Rom. Koptisches. I. Emden. Verkauf ausgestellt ist. Es ist dieses dasselbe Exemplar, welches Asulai in Modena gesehen hat. Sch. Hagd. 1. Buchst. Ein lexikalischest Werk von Immanuel aus Fermo, das ebenfalls )nn pN betitelt ist, nennt Herr D. in der Vorrede; diese ebenso seltene als werthvolle Arbeit (die uns der Herausgeber zur Einsicht mittheilte) verdient ebenfalls ans Licht gezogen zu werden. Möge es daher Herrn Dukes gelingen, seine Geschichte der hebr. Sprache und Exegese, die uns alle diese seltenen Schätze vorführen wird, bald herausgeben zu können. Die praktischen Tagesstagen und die eben so schnell austauchenden, als schwindenden Tendenzschriften verzehren die besten Kräfte der Producenten und Konsumenten, so daß die wenigen Träger und Verbreiter jüdischer Wissenschaft, die doch nur allem das Judenthum stützen und erhalten kann, nur durch ihre innere Kraft und aufopfernde Liebe thätig und anregend fortwirken. Wenn daher, wie es zu befürchten ist, keine befruchtenden Sonnenstrahlen die Keime der Wissenschaft zur Blüthe treiben, müssen endlich auch diese Stützen den verheerenden Orkanen unterliegen und Unwissenheit und Dünkel werden alsdann frohlockend die Leichenrede des Judenthums halten. K—m. 35) Machsor. Die sämmtlichen Festgebete und gottesdienstlichen Dichtungen der Israeliten. Ueberseht und erklärt von Dr. M. Letteris. 1. u. 2. Theil, die Gebete für das Rosch Ha-Schana-Fest enthaltend. Prag, 1845. 8. Gottlieb Haase Söhne. S. 300 und VIII. und S. 272 und IV. Die neue hebräische Typographie, die in technischer Beziehung Ausgezeichnetes leistet, hat Hrn. Dr. Letteris veranlaßt, die Festgebete von Neuem zu übersetzen, zu kommentiren , und durchzusehen. Wer die Arbeiten des Hrn. Dr. L. kennt, wird der Verlagshandlung nur Glück wünschen, daß sie diese Arbeit solchen Händen anvertraut hat. Hr. Letteris sorgte für einen korrekten Text, übersetzt mehr getreu als zierlich, und läßt jedem Theile eine Einleitung über die Festdichter in hebräischer Sprache vorangehen. Bei dieser Gelegenheit bemerken wir — worauf uns Hr. Dr. B. in Berlin aufmerksam machte — daß das lateinische Kirchenlied in Göthe's Faust, das von Benevento da Cellino herrührt — eine Übersetzung eines Theiles vom Pijjut frmrUD TI für den 1. Tag des Neujahrfestes ist. Das Kirchenlied beginnt bekanntlich: judex ergo cum sedebit etc. und das übereinstimmende Stück im Machasor: 'qj — Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. Notizen und Miscellen. Jude» in Rom. Zur Zeit des Augustus wardirjüdische Kolonie zu Rom schon so bedeutend, daß dieser Kaiser ihr. einen eigenen Wohnsitz jenseit der Tiber anzuweisen für f gut fand, vermutlich wegen der Konflikte mit den Glaubens- Vorstellungen der Römer. Von Seiten des Staats schickte man Geschenke an den jüdischen Tempel zu Jerusalem, worüber mancher Römer sich ärgerte *), was aber eine staatliche Achtung voraussetzt. Unter den vielen Juden, die da lebten, die natürlich größtentheils Pharisäer waren, waren auch Essäer (Seneca, epist. 108; Joseph xit. c. 3) aus Palästina herübergekommen. Koptisches rm Dekalog. Bemerkenswerth ist, daß nach einer Ansicht das erste Wort unserer heiligen zehn Gebote koptischen Ursprunges sei: -itjo ~\bnb. bm Nin obd ptt6 ojn mo irnm.iN Ion nab D’NDtwi ‘pbn nmn g'D' nwyi un mtwtp tni ■p bur idj) non1? N3i i^>bn -£>m nop3 □obd btt) jnno nrÄ nwn DniN *?3 dobd3 'w' wy onn nripn idn minn hn dh1? jn^> N3i nä'pn a’pNJtra .pUN ojn obd pttta rssby rwo Denn bfe Pronomina personalia heißen: Anol<, autbok u. s. w. Ein Beleg zur Behauptung Bock's: Das koptische Pronomen erscheint als das vollständigste und regelmäßigste und ist daher wahrscheinlich das älteste; es stammt vielleicht von den Arabern her, die im Jahre 1700 v. d. g. A. Egypten beherrschten. Auf die obige Stelle bezieht sich bekanntlich das Gebetstück: cvibd non3i , noay jnc&ai , nowN 3N33 tn noNin m’Bo no noipn p^n1? : no3y N3^> n'pnjn .N'VNi pjp inob tnd pin o B. i. C. » q. Jakob Emden. R. Jakob Israel Emden, auch genannt d. h. npjp, starb zu Altona, Freitag den 30. Nissim, im Jahre 5536 d. h. 1776, im Alter von 78 Jahren. Salomo b. Jakob Dubno, der den Tod dieses damals berühmten Mannes schon den 3. Jjar m Berlin erfahren, schrieb über ihn ein Trauerlied, genannt -prp welches sogleich daselbst (Berlin, 1776, 8) gedruckt wurde, und wo der für Emden's Todesjahr mit OMNdgegeben wird. Dubno betrachtete ihn als seinen Lehrer und er stand überhaupt mit ihm in Korrespondenz. Die ryiD nnnyn, die in Jak. Emdens Werk D'iD&y vpoy stehen, hat er ihm erlaubt, als ersten Theil zu seinem dreitheiligen Werke n^riK rnoy zu drucken, und er hat ihm sogar auch die N1V12VN dazu geschickt. Salomo Dubno druckte also *) Es heißt: Cicero pro Flacco c. 28: Cum äuruni, Judaeorum nomine, quotannis ex ltalia et ex Omnibus vestris provinciis Hierosolymam exportari soleret, Flaccus sanxit elicto ne ex Asia exportari soleret. Tacitus sagt darüber (Hisf. L. V. c. 5): Pessimus quisque, sprctis religionibus patriis, tributa et stipes illuc congerebat, unde aüctae Judaeorum res.