Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 25 (18.6.1846)
- Date
- 1846-06-18
- Page
- Spalte 391-392 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Das 11. Kap. in der Offenbarung Johannis. 392 391 ben. Es bleibt also dabei, daß die hiesige Genossenschaft sich nur als Verein und den Dr. Gei g er nur als ihren geistlichen Führer zu betrachten habe. Versuch zur Enträthstlung des ganzen zwölften Kapitels in der DffenbKMNg Johannrs» Von Hartwig Philipp Nee. Kap. 12. Die ersten drei Verse sind Lu unserm Vorigen cnLräthsclt worden. Der Drachen ist allegorisch, der Gegner der Apostel. „Er ist seuerroth", vergl. Nahum 2, 2-4: ,,Der Zertrümmerer ziehet herarr wider dich. Das Schild seiner Helden ist g erbthet; btc Kriegsmänner b epurper t; von Feuer des Stahls sprühen die Wagen am Tage seines Rüstms." V. 4. Der Anhang der Scheinheiligen unter den Pharisäern ,,warf ein Dritttheit der/Sterne im Himmel zur Erde" d. h. entweihete das Hohe, das Heilige. Der Himmel aber behielt doch zwei Dritttheil zurück. Vergl. Kapitel 12 im Daniel. Die Sterne sind ein Bild.der Gläubigen, auch unter Nichtpharisäern. V. 5 und 6. Diese zwei Verse sind ebenfalls schon erklärt. B.'7. „Michael, der Schutzengel der Apostel, der nichtscheinhciligen Israeliten, mit seinen Engeln stritt gegen den Drachen und seine Engel. Bekanntlich heißt es bei den Kabbalisten, daß man ebensowohl durch Beschwörung der Dämonen foic auch Zernichiuugscngrt ntan genannt werden, übernatürliche Dinge Hervorbringen könne, als durch Beschwörung der heiligen Engel, auch Engel der Liebe D'Dm genannt. V. 8. diejenigen aber, welche die heiligen'Engel beschwören, behalten im Streit die Oberhand, und so wurden auch Hier die bösen Geister überwunden, bildlich zur Erde geworfen, so daß im Himmel „keine Spur von ihnen zurück'blieb." V. 9. Und so wurde der große Drache, dieSchlange,^ der Satan und seine Enget zur Erde gestürzt. Vergl. Jesaja^ 14, 12: Wie bist du vom Himmel gefallen Glanzsteru, Sohn des Morgenroths, zu Boden geschmettert, Völkerbezwiuger!" V. 10. Nun gehört Gott und seinen Gesalbten, den Messias, das Reich :c., denn gestürzt ist der Ankläger unsrer Brüder — d. i. der Apostel — der sie Tag und Nacht angeklaget. M. s. bei Gesenius unter & 2: „Der Widersacher, vorzugsweise der Satan/ ein böser Engel der spätem jüdischen Theologie, der die Menschen zum Bösen reizt und bei Gott anklagt und verleumdet-" .re. — Von dieser Verführung von dem Glauben am Messias spricht Johannes im zweiten Kapitel V. 3—5: „Du hast aber deine vorige Liebe zu mir verlassen — vergl. 5 M. 10, 12: „und daß du deinen Gott liebest." — „wenn du dich nicht wieder bekehrest" — so wurde dem Johannes gesagt — „komme ich und verrücke den Leuchter mop *13 von seiner Stelle", d. i. die Seele, Spr. 20, 27: Des Menschen Seele ist ein Leuchter Gottes". U). 13, 9: Der Gottlosen Leuchter wird verrückt Jjob 6, 17: von der Stelle verrücken DDipDD Djni' — V. 11. „Und sie haben ihn überwunden drrrch das Blut des Lammes und durch das Wort, welches sie bezeugten und Haber: ihr Leben Preis gegeben". Dir Enträthstlung dieses Verses folgt weiter unter: bei Vers 16. Man merke sich die Dunkelheit dieses Verstö: „durch das Blut und das Wort". 83.- 12. Der Ankläger ist böse, weil er nur wenig Zeit hat. Anspielung auf jene 3£ Jahr. ■83. 13. Und verfolgt das Weib, die das Kind zur Welt brachte, wahrscheinlich um durch die Zernichtung der Mutter und durch Mangel au Nahrung, die Zermchtung des Kindes herbei jtt führen. V. 14. Ihr wurden aber die Fittigen des großen Adlers gegeben, um zu entfliehen. Vergl. Ezechiel 17, 2: ,,Mmsthmsohn l gieb ein Räthsel. auf NN'N *“pn V. 7 und es war ein großer Adler :e. V. 22 von dm Reisern der hohen Zedern werde ich ein zartes abb.rechen und einpftanzen re. bis zu Ende des Kapitels. Vergl. auch Klagelieder viertes Kapitel V. 19 und 20. V. 15. „Und die Schlange warf ans ihrem Munde Wasser gleich einem Strome, um das Weib mit dem Strom wegzuspühlen". Auffallend ist eS hier', daß es nicht wie gewöhnlich heißt, daß die Schlange Gift ansgespieu habe um das Weib zu Lödten. Die Pharisäer haben aber aus ihrem Munde Wasser strömen taffen. Die Enträthstlung dieses Bildes ist folgende: Wenn die Zeichen^ alle, welche von den Propheten vorausgesagt worden sind, daß sie in der Zeit des zu erwartenden Messias eintrefsen sollen, nicht eintreffeu, so wird die Mutter des Messias in ihrer Hoffnung getäuschte Ihre Herrlichkeit, und mit ihr die des Kindes wird ganz und gar zernichtet. Bekanntlich ist eine dieser Prophezeihungen nicht in -Erfüllung gegangen. Es heißt nämlich Zacharia 14, 8: „Und es geschiehet, am selbigen Tage fließt lebendiges Wasser aus Jcmschalajim, die Hälfte m das östliche Meer und die Hälfte Ln das westliche; im Sommer und im Winter bleibt es." 9Jt. f. die Bemerkung des W. Heidenheim im Machasordie Hafta.ra zum ersten Tag des Sukkotfestes, die letzten Worte