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Der Orient · 1846-06-18 · Heft 25 (18.6.1846) · p. Seite 192

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 25 (18.6.1846)
Date
1846-06-18
Page
Seite 192 (sequence 7)
Language
German
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192 3 Von einzelnen Gebern wurden eingesandt : Aus Danneberg . . 100 Thlr. — gr. Cour. „ Osterod '' .; , 1 3 n — tt „ Güttingen . . . 2 it 6 ft tt „Osnabrück . 4 > 1- /, — tf tt „ Linden . . . 5 ff — ff tt „ Blumenau ■. . . 5 it — tt Gold. „ Frankfurt a. M. . 305 /' — tf Cour. //Cassel . . . . 10 #/ — tt „ „ Berlin . . . 100 „ — ff Gold. „ London . . . 30 Thlr. 16 gr. 8 Pf. , Bis zum heutigen 'Lage sind davon bereits zinstragend in Landes- und Credit-Kassen-Obligationen belegt worden 1600 Thlr. Gold, —* 1600 Thlr. Courant und es ist damit ein Fond begründet, zu dessen Vermehrung wir den frommen Sinn der jüdischen Glaubensgenossen und aller Menschenfreunde um so dringend^ anrusen, als schon ersichtlich gewordendaß das Bedürfniß nach jüdischen Lehrern für das Königreich sehr bedeutend ist, unsere Anstalt aber sich nicht daraus beschränken kann und soll, nur einheimische Zöglinge aufzunehmen und Lehrer für Hannöversche israelitische Schulen zu bilden. Dazu sind aber beträchtliche Fonds erforderlich und (aßt sich' ein bestimmter Plan dieser Anstalt nicht eher entwerfen, als bis wenigstens annähernd vorliegt, wie viele Geldmittel dauernd alljährlich für die Anstalt verwendbar sein werden. Gewiß sind nun schon manche Sammlungen zu den Fonds der Anstalt unternommen, deren Ergebniß uns noch nicht hat an gezeigt werden können und wird noch mancher, edle Beförderervon derartigen vaterländischen deutschen Bildungs-Anstalten mit seinem Beitrage zurückgehalten haben, um erst sich zu überzeugen, ob die Errichtung des Werks, zu welchem wir von der höchsten Staatsbehörde berufen sind, auch anderweit Anklang finde. Dieser hat vorzugsweise bei den hiesigen Israeliten, welche tüchtige Kandidaten des Lehreramtsam allerwenigsten entbehren, und bei vielen andern- Gebern des In- und Auslandes schon glänzend sich herausgestellt. Auch einzelne christliche Geber haben sich schon beteiligt; ja, in einigen kleineren Synagogen-Gemeinden verdoppelten schon Christen den Beitrag der Juden! Es beweiset solches unwiderleglich, wie das Bedürfniß einer Anstalt zur Ausbildung jüdischer Lehrer allgemein anerkannt werde, und das rechtfertigt unsere wiederholte Bitte um Einsendung fernerer Beiträge zu den Fonds der Anstatt. Hannover, den 22. Mai 1846+ Die Ko Mission zur Errichtung einer Bildungs- Anstalt für jüdische Lehrer. U n g e r, Regierungs - Rath. Brauns, Stadt - Sekretär. Dr. Meyer, Landrabb. E. Simon, Advokat. A. Cohen, Banquier. K. Berend, Hofagerit. A. Berend, Banquier. Das sind nun die Aktenstücke, die ich Ihnen nützütheilen habe. Sie legen das Zeugniß ab, wie viel schon geschehen , ist und wie viel geschehen muß, um das löbliche Werk der Ausführung näher zu bringen. Aber noch Eins muß ich erwähnen, daß man die Anstalt auch auf Bildung von Rabbjnen ausdehnen möge. Für diese Klaffe von Volkslehrern ist der gegenwärtige Zustand noch viel trostloser; der große Riß im Rabbinerthume unserer Zeit ist aus dieser Trostlosigkeit entsprungen. Von der einen Seite sind zum Rabbinerthume gelangt Männer ohne Studium, ohne Kenntniß des Judentums, ohne Kenntniß der jüd. Theologie, von der andern Seite Männer ohne Charakterfestigkeit, ohne moralische Grundsätze, von Prahlsucht und Aufgeblasenheit durchdrungen. Und auch diejenigenwelche durch ihre eigentümliche Jugendbildung den Geist des Judentums erfaßt und in ihn^ großgezogen, haben leider auch die Fehler des Indifferentismus, welche nur die wissenschaftliche Bildung verscheuchen kann. Wie ich höre will die von Dr. Frankel ins Leben^erufene „Theologen-Versammlung" sich kräftig gerade dieses Punktes annehmen und diesen an die Spitze aller Thätigkeit der Versammlung stellen, und wahrlich, wenn die TV. nur das Eine realisirt, so wird sie ein unsterbliches Werk verrichtet haben. Alle Gemeinden werden ihr danken, alle Rabbiner, welche die Bewegung der Zeit nicht so verstehen, als dürfe mau damit prahlen, am-Sabbat eine Partie l'UnmIne zu spielen, auf dem Dampfwagen zu fahren, als würde man dadurch erst ein recht großer Mann, wenn man den Sabbat auf den. Sonntag verlegt, oder wenn man Unfriede in den Gemeinden; stiftet, dahin predigen ziehet, wo man Gotteswort für einige Hundert Thaler verlangt u. dgl Möge das schöne Werk der TV. gelingen. —- Berlin,. 10. Juni. Sie haben im Orient alle Aktenstücke gesammelt, welche auf die berlinischen Reformgenossen Bezug haben und ich stehe nicht an, hier auch das neueste derselben einzusenden. Zwar weiß ich und Ihre Leser, daß der Orient sich zu dieser Genossenschaft ganz indiff. verhalte, daß 'Sie das ganze Thun und Treiben derselben als. eine berlinische Posse ansehen, das dort geboren und wahrscheinlich auch dort sterben wird; allein das Aktenstück gehört doch zur künftigen Geschichte der religiösen Verirrungen der Berlinischen. Juden und in Betracht dessen verdient es der Aufnahme. Wie viele Lüg'en in dieser Ansprache sich befinden, braucht man nicht erst zu beweisen, das.' Ganze ist ein Machwerk der Lüge und der absichtlichen Täuschung oder der bedauernswertesten Verblendung. Das Lügen-Document mit seinen abgeschmackten hohlen Phrasen, wie es ist, lautet: An unsere deutschen Glaubensbrüder. Ein Jahr ist vorübergegangen, seit von Berlin aus ein Aufruf einiger Männer erging, der zu einer innigen -Verbrüderung unter gleichgesinnten Bekennern des Judentums; aufforderte, um diejenige Uebereinstimmung zwischen der äußern Gestaltung und dem innern Wesen unserer Religion

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