Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 24 (11.6.1846)
- Date
- 1846-06-11
- Page
- Spalte 377-378 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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378 welches Einige lobten, Andere aber tadelten und es "rbtibs Dhü-laleL (der Jrrthum) nannten. Ich habe einige unwisftnde (dA‘) Jrlden aus den Ländern der Franken, aus Antiochien und Tripolis gesehen, die ihm fluchten und ihn einen Ungläubigen nannten^) Seine Werke über Medicin find vortrefflich und die über Mathematik sind schön. Am Ende seines Lebens wurde er der Apostasie angeklagt, und^ von Alfadhl freigesprochen. Vor seinem Tode befahl er seinen Erben, seine Leiche einzubalsamiren, und sie am See von Tiberias, wo Biele von den Frommen beerdigt sind, zur Ruhe zu bestatten.^) A nm erkungen. 1) Abulfaradsch, auch Gregorius Barhebraus genannt, wurde in Mitylene in Klein-Armenien, im 13. Jahrh. geboren, und war ein syrischer Christ. Als ausgezeichneter Gelehrter schrieb er viele syrische und arabische Werke über Medici'n, welche sein Hauptfach war, über Moralphilosophie, Grammatik, Theologie und das kanonische Recht und vorzüglich über Geschichte Am Ende seines Lebens wurde er Metropolit von Mosul, was er in seiner syrischen Chronik erzählt. Eia Verzeichniß seiner Werke - findet sich in Affemani'ö Katalog der mediceischen Bibliothek zu Florenz. — 2) S. Anm. 12 oben. 3) Nach dem Tode Maimuni's entstand bekanntlich, in der Provence unter den Juden ein sehr heftiger Streit über den mtD, in Folge dessen dieses Buch durch einige fanatische Rabbiner öffentlich verbrannt wurde. — 4) R. Samuel Schalom, in einer Anmerkung zmn Juchafim (ecl. Krakau p. 131 v.) sagt auch, daß Maimuni in Tiberias begraben wurde, sagt aber ferner, daß er, nach der Meinung Anderer in Hebron bei den Erzvätern begraben sei. V. Alkisti iu Tank Alhukma*) p. 260, giebt uns noch folgende Notiz über Maimuni: Er verheirathete sich in Misr mit der Schwester eines jüdischen Schreibers, bekannt unter dem Namen Abntmaali 'hych# . ptt, welcher Sekretär bei der Mutter des NureddinAli, genannt Alfadhl^), Frau des Salaheddin Jusuf beu Ajub war. Musa hatte von dieser Frau einen Sohn (Ibrahim), der jetzt seinem Vater in der ärztlichen Funktion in Misr gefolgt ist.3) Abulmaali hcirathete die Schwester des Musa und erzeugte mit ihr viele Kinder, von denen Eines Ab ulridha ein besonnener und geschickter Arzt, jetzt in Diensten der Familie des Kalidsch Arselan in Kleinasien ist. Anmerkungen. 1) S. Anm. 1. 2) S. Anm. 26. 3) S. Anm. 23. __ 37? VI. Taki ed-Din Makrisi^), in seiner historischen ünd topographischen Beschreibung EgyptenS, in der Abhandlung „über die Meinungen und den ersten Glauben der Inden" (de Sacy, Clirest. Arabe t. 1 p. 103) sagt über Maimuni folgendes: Dieses (das Festhalten der Rabbiniten an dem Talmud, selbst wo dieser in Widerspruch mit dem Pentateuch steht) kommt daher, weil sie (die Rabbiniten) sich, seit Moses Len Maimun unter ihnen erschienen ist, an Meinungen desselben festhalten, sein Buch, „der Führer" genannt, und seine übrigen Werke, zmn Leitfaden ihrer Handlungen genommen haben. Noch jetzt? befolgen sie seine Lehren." ^) Anmerkungen. 1) Makrisi, ein großer Kenner der muhammedanischen Traditionen und berühmter Historiker, wurde um das Jahr 765 (1360) in Kahkra geboren und starb daselbst im Jahre 845 .(1441). Das Nähere über sein Leben werde ich bei einer andern Gelegenheit mittheilen. — 2) Dieses ist gewiß sehr unwahr; denn die Rabbiniten hielten bekanntlich schon viele Jahrhunderte vor Maimuni an dem Talmud fest, selbst wo dieser offenbar mit dem Pentateuch in Widerspruch steht; dann ist der rniD wahrlich nicht dazu geeignet, die Juden fester an den Talmud zu binden. VII. In einer Abhandlung „über die Sekten der Juden" äußert sich Makrisi ferner über Maimuni folgendermaßen: (De Sacy, Clirest. Arab. t. 1. p. 107). Dieses, was wir hier sagten (daß die Rabbiniten die Meinungen ihrer alten Gelehrten befolgen, und an denen der Mischna festhalten, ohne sich um die von Gott gegebene Schrift zu kümmern) ist wahr, /besonders ist dies der Fall seit Musa ben Maimun.in ihrer Mitte, nach dem 5. Jahrh. d. H. erschienen ist; denn er machte sie zu wahren Atheisten. Anmerkung en. 1) De Sacy ha. a. O. t. I p. 325 Anm. 56) bemerkt hier folgendes: „Im arabischen Text heißt es “nfeyD, d. h. die Anhänger jener Meinung, welche genannt wird. Diese Meinung entfernt von der Essenz Gottes alle Attribute, und führt sie fast auf Nichts zurück; und dieses eben ist der Jrrthum des Dogma's der Unikat und Spiritualität. Die Meinung dagegen welche ^^Assimilation oder Anthropomorphismus v. similis fuit) heißt, ist ein entgegengesetzter Jrrthum, welcher Gott seinen Geschöpfen ähnlich macht". Die harte Aeußerung Makrisis über Maimoni rührt wahrscheinlich daher, weil dieser, in Betreff der Entfernung aller, selbst der rein abstrakten (wie z. B. Studien. Alkifti und Makrizi über Maimuni.