Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1846-06-04 · 23 (4.6.1846) · p. Spalte 363-364

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
23 (4.6.1846)
Date
1846-06-04
Page
Spalte 363-364 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8555529-9897631-9897656--4528-3532291
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

363 Studien. Notizen und Miscellen. 364 GreuelthaL wird dadurch nicht derber geschildert, daß sie ein Bund Reisholz sich vor die Nase hielten. /Es scheint aber , daß' Gesenius hier Kimchi zu flüchtig durchgrgangen hat. Dieser beweiset nämlich die Richtigkeit seiner Auslegung in Hinsicht der Bedeutuirg des Worrs nilft?-— welches er mit n&ftift ttf-llSjJ giebt — dadurch, daß es statt : ihre Aase, in dem ursprünglichen Text r meine Nase geheißen habe. Es ist nämlich eine der achtzehn Abänderungen, welche Eöra, wahrscheinlich' der Anständigkeit halber, v.orgenouunen hat. Diese Abänderung der Masorcten erwähnt auch Raschi, wie es auch in der Glosse der moD heißt: nnDiD-;<pn rp?ft in. Demnach ist unser Satz eine gesteigerte Folge des vorigen Verses: Sie wenden mir den Rücken und bücken sich zur Sonne, und statt einem' Weihrauch, sagt Kiinchi, stecken sie mir ihren Übeln Geruch in die Nase, und so. giebt auch das Targum unser Hilft? mit nDHö '*) re." Dieser Auslegung folgt auch. Luther. — . Die Etymologie des Worts seinora ist natürlich von schneiden, abschneiden, ab scheiden. Bei Baumen, die wilde Auswüchse, welche abgeschnitten werden, besonders bei Weinreben, also das Abgeschiedene , das Ausgestoßene, das Ueberflüßige. Zu bemerken ist: In dem Polyglot fü ed. von Ludwig König, heißt es hier HH^fti sernura nicht semora Hilft?, wie es in allen spätem'Editionen vorkommt. Sollte'dieses nicht von den spätem Korrektoren übersehen worden sein? So wie es heißt 1ft? und' inn-D? von 110) so hat man vielleicht unser Wort Hl^ft? geheißen, als eine Nebenbedeutung von Hilft,. — Von Ezechiel, der seine Bilder — am mildesten gesagt — sehr derb ausmalt, ist ein Ausdruck ime ’S« “PN nw-tn nx O'M'IL' gar nicht bcfremdend. —' * T Ph. R e e. Notizen und Miseellen. Im „Israelit Nr. 10 S. 48 in einem Bericht aus London heißt es: man habe in der dortigen Synagoge einen Vorbeter-Kandidaten aus Leghorn kommen lassen. Leghorn? Was ist dies für ein Ort, Geographen? Ist es ein Dorf, ein Marktflecken oder eine Stadt? Und wo, in welchem Lande? Weiß es Niemand von euch zu finden, nun so fraget den Korrespondenten von der Saale, den Geographen. Aber auch der sucht es vergebens, er blättert in sei- '*) giebt auch das Targum mit drnn?) sonst hat es für semora d. u Zusammengeflochtene Ranken. nent Stein, umsonst z der Mann hat ihn abermals in Stich gelassen, nirgend die geringste Spur von einem Leghorn. Nun wird der Reformer sagen, so ists wahrscheinlich irgend ein orthodoxes Dörfchen, eine finstere Höhle der Stabilen, eine ultima thule des Obskurantismus, das ein lichter Geograph nicht zu kennen braucht. Für orthodoxe Leser, die sich mit dieser Antwort nicht begnügen können, will ich jedoch bemerken, daß nichts Anderes als die berühmte Stadt — Liv o r n o damit gemeint sei, welche im Englischen Leghorn heißt. Hr. Dr. Heß,, oder wer für ihn die englischen Berichte übersetzt, hat jedoch davon keine Ahnung gehabt und in seiner Unwissenheit dieses Leghorn unübersetzt gelassen. Zu Ende des Kommentars nopn HD HNDft des Rabb. Mose Chagis, welcher dem jn&yn nbson des R. Mose Alscheich beigedruckt ist, wird weheklagend einer merkwürdigen Randglosse erwähnt, die in einer türkischen Ausgabe eines Talmudtraktates zur Stelle nnN “]ro HflN "JHD, NDn iNv>i3 F)N NW HD , sich Met. Selbe lautet: D'TDNQ.1 Dnsrü.l njr6?. t6 iwin Din bw ndh3 non niDiso HtSHI \S7b Es wäre wünschenswerth zu wissen was dies für eine Edition sei, und ob irgendwo Aufschluß darüber zu erhalten wäre, auf welchem Wege diese Glosie sich eingeschlichen habe. — Wir nehmen hier Gelegenheit auf ein interessantes Werk aufmerksam zu machen, das voriges Jahr in England erschienen. Es führt den Titel: The women of Israel; ör characters ancl sketches from the holy scriptures and jewish history. Illustrative of the past history, present duties, and future destiny of the hebrew feniales, as based on the word of god. By Grace Aguilarcc f2 Bde.) Die B. f. U U. Nr. 282. 1845 sagen davon: „dem jüdischen Volke und dem jüdischen Glauben ist in England unter den schönen Töchtern Israels eine glühende Vertheidigerin erstanden. Ihr Buch zeigt die Verfasserin als eine „begeisterte Anhängerin des alten Zehovaglaubens, das auch Groll gegen die Nazaräer athmet". Der neuen Debora wird der deutsche Uebersetzer um so weniger fehlen als die Schilderungen der weiblichen Charaktere des alten Testaments eine Meisterhand vercathen." Es thett uns leid bisher noch nichts von einer Erfüllung dieser Vorhersagung vernommen zu haben, und glaubten wir es hier deshalb um so mehr an Ort und Stelle, diese Schrift einer gewandten jüdischen Uebersetzungsfeder zu empfehlen. * * — Im Märzhefte 1845 der Frankelschen Zeitschrift hat Hr» Lebrecht überfeine Stelle der erst in neuerer Zeit, in ihrer für das Iudenthum historischen Wichtigkeit erkannten Erzählung der Reise der 4Rabbinen aus Bari im Seserha-Kabbala des Abraham b. David, eine neue Erklärung gegeben. Den Zweck jener Reise giebt der i^Nl nämlich in den Worten an „E'r&iri rn nb nonb ib* n’Dsro", t>c«n «cipittc mbersctzung „ sie waren wegen Ausstattung einer Braut gereist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.