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Der Orient · 1846-06-04 · 23 (4.6.1846) · p. Spalte 365-366

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
23 (4.6.1846)
Date
1846-06-04
Page
Spalte 365-366 (sequence 7)
Language
German
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365 366 Studien. Hachnasat Kalla. Hr.L. als höchst unwahrscheinlich verwirft, und dagegen meint, unter rh'D sei hier die Talmudakademie zu verstehen, deren Einkünfte zu erheben die vier Rabbinen gereist wären , das rh? nDton^ müsse daher für das Einkommen der Schule" übersetzt werden. Auf die Originalität dieser Idee kommt Hr. L. im Oktobcrhefte der genannten Zeitschrift wieder zurück u. sogar die Meinung aller Koriphäen der jüdischen Literatur darüber anführt, die wie Hr. L. zu verstehen giebt, sich nicht recht getrauten, solche zu acceptiren, obwohl Zunz anfangs für die Konjektur eingenommen, Rapaport beifällig überrascht gewesen und Sachs ihr einen Succes d’estime nicht absprechen konnte. Hr. Frankel nennt wirklich die Bemerkung geistreich und scharfsinnig, doch nicht ganz erwiesen. Wir jedoch können nicht begreifen, warum die erwähnten Gelehrten sich . gegen die Annahme der neuen Interpretation sträuben oder sich sträuben sollten. Gegen den Einwurf des Hrn. Dr. Fr an kel, daß da vom Heiralhen der Ausdruck. gebräuchlich ist, unter riDJDri als der die Veranlassung desselben zu verstehen sei, wo hingegen die Bedeutung „Einnahme" nicht talmudisch, sondern erst spätern Ursprungs sei, glauben wir folgendes verbringen zu können. 1. Finden wir für das Beweiben nicht nur den Kal-Form, sondern auch die!?^Dn Äfo«n 'n HJTO p'lB nnifD weil der Mann seine Frau zu sich ins Haus oder unter die bringt, sie also einsühret, einbringt; darum heißt es auch D^nTiN* HDJ3n ble Einbringung, Aufnahme der Gäste, und ebenso bedeutet rfo 51OON im Talmud, ganz den Reminiszenzen Hrn. L.'s gemäß, immer das Einholen und Begleiten der Braute, niemals aber das Ausstatten derselben. 2. Das Wort rfo wird im Talmud sowohl wie in der Bibel, nie für das was wir eine Braut nennen, ja selbst nicht für eine rjDWN gebraucht. Wlos am Hochzeitstage und noch kurze Zeit nachher, wurde ihr der Name ,-£□ (junge Ehefrau) beigelegt; ein 2. Grund, daß man wohl zur Chuppa führen, aber nicht von der Beischaffung der Aussteuer, welche doch wohl nicht am Hochzeitstage geschah, den Ausdruck rfo nD3Dn gebrauchen können. Endlich finden wir nicht nur im Talmud, sondern auch in den ältern rabbinischerr Schriften, so oft auch von Ausstattung armer Bräute gesprochen wird, namentlich in dem Gutachten t>e§ pnVlD 8 153 (angeführt im tD jd*>d “P yV) wo er dies als die verdienstlichste Art von Almosen bezeichnet, nirgend die Bezeichnung rto HDJDn dafür. Wird dieses Ausstatten wohl unter nirgend aber unter rn angeführt, um so weniger wurde es je als ntsnDn NmDND betrachtet, und wenn zur Zeit jener Reise, in Italien, den Mädchen durch Kriegerhorden die Gefahr eine rro&y zu werden bevorstand, so war die Verheirathung durchaus kein so sicheres Präservativ-Mittel, um die Unternehmung einer gefahrvollen weiten Seereise vier ausgezeichneter Rabbiner hinlänglich zu motiviren. Endlich bedünkt es uns, daß man nicht nur, wie Hr. L. meint, die Talmudschule, geheißen, sondern daß auch das '— Egyptisch und Jüdisch. Einkommen derselben späterhin in diesem Worte schon mit ausgedrückt wurde, welches wir aus einer Stelle im Iuchast'n zu ersehen glauben. Es heißt nämlich daselbst niWin l’pNl vbx Nsw coNDi N-ipjn nwd p$rb urb VW minsöi rrasDi mvn dott fp minsDi MQ nb6 Nipjn Nim rwn. Wir sind daher der Ansicht daß rfa nDJDH1? „zur Einsammlung der Schuleinkünfte" zu übersetzen wäre, daß nDSDH daher auch hier dieselbe Bedeutung habe wie überall in Talmud und Bibel, wo die Wurzel dJD immer einbringen, ein? sammeln bedeutet, und somit wäre auch die einzige Einwendung Hrn. F.'s dagegen vollständig beseitigt. Haben wir so uns bestimmt gesehen, der Ansicht des Hrn. Lebrecht in der Hauptsache beizutreten, so müssen wir die Neuheit und Originalität der Erklärung durchaus in Abrede stellen. Solche ist nämlich längst schon als etwas sich von - selbst Vorstehendes ausgesprochen worden, und dies in einem kaum beachteten Buche, in dem in jüdisch-deutscher Sprache, Fürth 1767 erschienenen Scheerit Israel von Menachen den Salomo ha-Levi, wo es Anfang des 13. Abschnitts wörtlich heißt: In die Zeit seren vier gefangen geworden auf das die da waren reisen um die Zukunft für die Jlim&y auszuholen. Hook. Zu Herrn Dreifuß neuer Erklärung über das'Gebot der Beschneidung *) erlaube ich mir einige Bemerkungen: derselbe behauptet: „Abraham habe an sich und den Seiiiigen deshalb die Beschneidung vorgenommen, um sich von dem in Egypten herrschenden Phallus-Dienste loszusagen." — Hätte diese Behauptung ihre Nichtigkeit, so dursten die Egypter selbst sich nicht beschneiden; sonst würden sie dieselbe Waffe gegen ihren eigenen Cultus gewendet haben.' Hören wir aber was Herodot sagt") „DiejenigenVölker, welche die egyptischen Gebräuche nichc angenommen haben, lassen die Geschlechtsteile wie sie die Natur gebildet hat, die Egyprer beschneiden sie." 3) „ Die Egypter, unter allen Menschen die eifrigsten Verehrer der Götter, beschneiden der Reinlichkeit und des. Wohlstandes halber die Geschlechtstheile". 4) „Unter allen Menschen sind es die Kolchier, Egypter und Aethiopier allein, welche von jeher die Geschlechtstheile beschneiden. Die Phönizier und Syrer in Palästina (die Juden?) gestehen es selbst, daß sie die Beschneidung vok den Egyptern gelernt haben. Daß dieser Gebrauch schon im grauen Alterthume Egyptens eingeführt war, daran ist kein Zweifel.." Es gab noch mehrere egyptische Gebräuche, welche den jüdischen wie ein Ei dem andern ähnlich sehen. So heißt es bei Herodot: 1) Literaturblatt des. Orients Nr. 39, 1845. 2) Ub. 11. 33. — 3) 34. — 4) 98. -

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