Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 23 (4.6.1846)
- Date
- 1846-06-04
- Page
- Spalte 355-356 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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355 Studien. Abdallatif über Maimuni. ihn als einen sehr-edlen und gebildeten Fürsten, vortrefflichen Dichter, und führt einige sehr schöne Verse von ihm an. 5) Dieses Werk wurde 1843 zu Wien vom Dr. Wintermitz unter dem Titel: „Das diätetische Sendschreiben des Maimuni an den Sultan S.aladin, ein Beitrag zur Geschichte der Medkcin" mit Noten, herausgegeben. ■ 6) Ohne Zweifel ist hier das min i“WD, oder t>D '□ gemeint. IV. . Abdallatif*) in seiner Selbstbiographie2.) gibt folgende Notiz über Maimuni: „Was mich nach Kahira'zog, war der Wunsch drei Personen kennen zu lernen: Jasin Simijai, vornämtich den Reis Musa den Maimun und Abulkasm, die in. meiner Nachbarschaft wohnten . . . . Musa b en Mai m u u besuchte mich, und ich erkannte in ihm einen Mann von ausgezeichneten Verdiensten, der aber von dem Wunsche beseelt ist, überall den ersten Rang einzunehmen, 'und der gern* den Großen den Hof machte. Er hat ein Werk über die MeLicin geschrieben, das eine Auswahl von den 16 Büchern Galeu's und fünf andern Büchern enthält*'), bei "welcher. Arbeit er sich zum Gesetz machte, keinen Ausdruck des Textes, mit Ausnahme eines Bindeworts oder einer Partikel, zu ändern, sondern die Stellen, die er wiedergeben wollte, wörtlich auszuziehen. Auch hat er ein Werk für die Juden geschrieben, welches „der Führer", heißt. Er hat einen Fluch ausgesprochen gegen Jeden, der dieses Buch mit andern als mit hebräischer Schrift abschreiben würde5). Ich habe dieses Buch gelesen, und fand, daß es ein schlechtes Buch ist, geeignet die Grunddogmen der Religion dadurch zu vernichten , wodurch er dieselben befestigen will". Anmerkungen. 1) Abdallatif, mit dem Beinamen Ibn Allabbad, geboren im I. 557 (1161) in Bagdad, stammte aus einer sehr gelehrten Familie, und fiudirle Lei seinem Vater Iusuf, der ein berühmter Lheolog war, und bei verschiedenen andern Gelehrten in Bagdad, Khorasan, Syrien und Egypten. Nach Ibn AbiOsaiba, der in seiner Geschichte der Aerzte sein Leben beschrieb, war er ein berühmter Grammatiker, Philosoph und Arzt und ein Mann von außerordentlichen Talenten. Durch seinen großen Ruf erwarb er sich die Gunst der Fürsten, von denen ev auch gesucht wurde; auch schrieb er viele Bücher, von denen seine Geschichte Egyptens in 13 Theilen (von Pococke, dem Jüngern,..ins Lateinische übersetzt) besonders ausgezeichnet ist. •— 2) Ibn Abi Osaiba a. a. O., liefert einen Auszug von dieser Selbstbiographie, den de Sacy in seiner Relation sur l'Egypte, von S. 533—548, mittheilt. 3) De Sacy a. a. £>« p. 465 und 466. ' 356 4) De Sacy bemerkt hier (a a O. p. 491) folgendes: „Abdallatif sagt uns nicht, aus welchen Büchern Galens Maimuni de.n Auszug machte, eben so wenig nannte er die 5 Bücher, aus denen er auch Manches in seinen Auszug eingeschaltethat. Auch Ibn A b i O saiba in seinem Leben Maimun i's begnügte sich zu sagen, daß M. der Verfasser eines Auszugs aus den 16 Büchern Galens sei: ‘nnobtt "EMtt Der Verfasser der arabischen Bibl. der Philos. (bei Casiri a. a. O. t. 1. p. 293) sagt, daß M. einen Auszug aus den 21 Büchern Galens, den er in 16 Büchern eintheilte, verfertigt hätte. Dieses Werk ist aber nicht identisch mit seinen Aphorismen der Medicin, im Auszug aus Hippokates und Gaten, die er in 25 Büchern eingelheilt hac (ibid. p. 292, Wolf Bibi. Hebr. t. 1 p. 863 Nr. 1594). Ich vermuthe, daß der Auszug Maimuni's aus'folgenden Büchern Galens gemacht worden sei: 4 Bücher tzeql diacpoQäg ocpvycocSv f 4 Bücher 7r§pL ö'tayvcoascog cyvpcov, 4 Bücher tcsqi tcov Tolg 6cpvy[iolg atocSv, 4 Bücher endlich tceql coQoyvcoascog C(pvy(.ic5v. (S. Fabrieius Bibi. Graeo. t. IV. C. 17, t. 111. p. 545 und 546). Dieses ist mir daher wahrscheinlich, weil der der Vers, der arab Bibl. der Philosophen in seinem Verzcichniß der Schriften Galens diese 4 Abhandlungen unter dem Titel vereinigt : Eine große Abhandlung über den Puls, verfaßt ln 16 Büchern und in 4 Abt heil ungen eiligetheilt "n^po "rrwv DD3NrD DNDpN S. Casiri a. a. O» t.!. p. 254". 5) Für diese Aussage AbdaUtifs spricht eine Stelle in einem Briefe Maimuni's an Josef ben Iehuda (s. Anm. 3), worin er denselben, indem er ihm den ersten Theil des rniD zuschickt, ersucht, mit diesem Werke behutsam umzugehen, (wahrscheinlich wegen der motazelitischen Ansichten dieses Buches, die den orthodoxen Arabern verpönt waren) „damit, sagt er, mir kein Unglück von Seiten der Nichtjuden passire; denn die Gottlosen Israels sind auch zahlreich". Dr. Dernb urg aber (Geigers Zeitschr. t. 1. S. 421) schließt das Gegentheil aus einem Briefe des Samuel Ibn Tibbon an. Maimuni (□DD’“}»"] nri-ltt p. .12 b) „worin er die Fehlerhaftigkeit seines Exemplars dadurch erklären will, daß es wohl aus einem mit arabischer Schrift geschriebenen Codex abgeschrieben worden, oder daß ein Solches bei diesem der Fall gewesen". Wäre diese Vermuthung des Ibn Tibbon, wegen des von Abdallatif-angegebenen Verbots, ungcgrimdet, so hätte Maimuni in seiner Antwort an ihn, die Sache nicht unberührt gelassen. Auch Munk (wotiee sur J. b. J. p. 27) bemerkt, daß der rrrtD von vielen arabischen Gelehrten, von Christen sowohl als von Muhammedanern, gelesen werde; daß ferner ein koptischer Priester Reschid Abulkheir ein christlichtheologisches Werk, betitelt ^pjj^N pwvi, verfaßt habe, worin er viele Stellen aus dem dritten Buche des miD, die von den Sabäern handeln, auszieht'; daß endlich ein Muhammedaner aus Persien, Muhammed Abubekr ben Muhammed Altebrisi (Moses Narbonne nennt ihn Muhammed ben