Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 22 (28.5.1846)
- Date
- 1846-05-28
- Page
- Spalte 347-348 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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347 öen Islamismus derselben r „Wenn ich sicher wäre, sagte er, daß sie wahre Mosleme seien, so hätte ich. ihnen erlaubt, durch Heirathen und andere Verhältnisse sich mit den Moslemen zu vermengen; wüßte ich' ferner, daß sie Ungläubige seien, so hätte ich die erwachsenen Personen getödtet, ihre Kinder in die Sklaverei geführt und ihr Vermögen für die Mosleme konsiscirt, nun aber bin ich schwankend". Man bewilligt bei uns weder den Juden noch den Christen einen Schutz seit, die Mosmuditen (Almohaden)') zur Herrschaft gelangt sind, und im ganzen Lande der Mosleme in Mogh.eb existirt weder eine Synagoge noch eine Kirche. Die Juden bekennen sich bei uns äußerlich zum Islam, Indem sie in den Moscheen beten, ihre Kinder den Koran lesen lassen und sich nach unserer Religion und unfern Gesetzen richten. Gott aber kennt das, was ihre Herzen umhüllt und was ihre Häuser bedeckt". ' 7) Äus einer Nachschrift Maimuni's zu seinem Mischna- Kommentar, worin er sagt, daß er diesen Kommentar in seinem 23. Lebensjahre angefangen und im seinem 30. in Egypten geendigt hätte, gehet hervor, daß M. nicht direkt aus Spanien nach Egypten, sondern zuerst nach irgend einem Lande in Afrika ausgewandert und dann erst nach Egypten gezogen sei. Denn M. wurde aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahre 1135 in Cordova geboren, und da diese Stadt von Abdelmumen im I. 543 (1148) **) erobere wurde, also im 13. Lebensjahre des M., zu welcher Zeit dieser gezwungenerweise den Islam annahm, so müßte er folglich 11 Jahre bis zu seinem 24. Lebensjahre nämlich, in der Apostasie in Spanien verblieben sein, was bei den umfassenden talmudischen Kenntnissen, dik dieser Mischna- Kommentar voraussetzt, unmöglich ist. Auch Munk in seiner lXotico sur Joseph ben Jehouda S. 38. Anm. 1 ist dieser Meinung, und beweist es.aus einem Briefe***) des R. Maimun, des Vaters des M., den er in Fas im I. 1160, also im 25. Lebensjahre Maimunis zur Tröstung für seine unglücklichen Brüder geschrieben hat. Aus einer Note in Sefer Charedim von R. Elazar Askari, die sich auch in dem Kommentar Maimuni's zum Trakt. Nosch Ha-Schanafindet, erhellt auch, daß Maimuni der Vater mit seiner Familie zuerst durch Nordasrika reiste , am 18. April 1165 sich einschiffte und am 16. Mai d. I. in Acco ankam. -Fünf Monate darauf soll er sich nach Egypten über Jerusalem begeben haben. In der Stelle, wo Maimuni von seinerrtnkunft in Acco spricht, fügt erhinzu: „und ich bin von der Apostasie gerettet worden". . 8) .Fostat d. h. der Ort, wo die Einwohner der Die 'Atmohaden wurden auch Mosmuditen genannt, weil rhr Stifter aus dem Vplke Mosmud herstammt. S.'Jbn Challikan N. 699. **) S. Conde a. a. O. C. 42, p. 476. *") Dieser Brief befindet sich in der Bodlejanischen Bi-bl. S. Ure's Katal. S. 67. Nr. 364. Diesen Kom. hat Munk .aus Egypten, mitgebracht. 348 Gegend sich versammeln) auch Misr genannt, wurde vonAmru ben Az im I. 18 (640) 'erbaut, und heißt jetzt Altkahira. De Sacy in'der Relation. sur 1'E§ypto p. 424, Nr. 2 bemerkt folgendes: „Par Misr il faut toujours entendre Misr al>ati k, c’est-a-dire, Fostat, que les Europeens appeüentimproprement I e v ieux Cair e". Abdallatifin seiner Beschreibung Egyptens erwähnt vielfach dieser Stadt. 9) Daß Maimuni mit' Edelsteinen gehandelt hat, und daß er zum Islam übergegangen ist, sucht Lebrecht, im Magazin für Literatur des'Auslands Jahrg. 1844. Nr. 45, aus nicht sehr untristigen Gründen, zu widerlegen. 10) Welchen außerordentlichen Ruf Maimuni in der Medicin erlangt hat, beweisen auch di'e Verse des Kadhi's Alsaid ben Sena Almulk, die dieser auf M. gemacht hat. Sie lauten folgendermaßen: - „Die Mebicin des Galen ist nur für den Körper, die aber des Abu Amran (Maimuni) ist zu gleicher Zeit für den Körper sowohl als für den Geist". „Wenn er durch'sein Wissen, sich zum Arzte des Jahrhunderts gemacht hat, so heilt er es auch durch seine Weisheit von der Krankheit der Unwissenheit/. „Hätte der Mond selbst Zuflucht zu seiner Kunst genommen, er hätte gewiß die Vollkommenheit erlangt, die ihm mangelt". . „Und wenn der Mond voll ist, so könnte er ihn heilen von den Flecken, die ihn entstellen, und von der Krankheit der Konjunktion". ‘ Diese Verse sind von Jbn Osaiba in dessen Notiz über Maimuni citirt. Dev vollständige Name und die Biographie dieses Kadhi's sinder sich bei Jbn Challikan unter Nr. 781. Sein vollständiger Name ist Alkadhi Alsaid Abu Alkasem Hibatallah ... ben Almotaamed Sena Almulk ’iHNptw njd ibyna p .... rbbi* "ron DpNp^N.iriN. Nach Jbn Challikan war er ein betühmter Dichter und Ver- - fasser eines Divans von Gedichten, worin auch viele Erzählungen Vorkommen. Abdallatif in seiner Selbstbiographie nennt ihn „eine'n Greis von großem Ansehen und ausgezeichneten Verdiensten". Er wurde im I. 550 (1155) geboren, und starb im I. 608 (1212) in Kahira. S. Abulfeda Arm. MosI, t. IV, p. 246. 11) Da das Jahr nicht angegeben ist, wann M. denRuf vom Könige der Franken erhalten hat, so bin ich nicht im Stande anzugeben, wer dieser Fürst war; so viel aber ist gewiß, daß während M. sich in Egypten aufhielt, und ehe er - als Leibarzt bei Salaheddin angestellt wurde, folgende Könige in Palästina über die Christen geherrscht haben: Almalrich, der Sohn Balduins des 111., st. 1173, sein Sohn Balduin IV, st. 1185, sein Enkel Balduin V, st. 1186 und Guido von Lusignan, der im 1.1187 von Salaheddin, in der Schlacht bei Liberias, gefangen wurde. il) Im Text heißt es (alghoz) , Pacocke in seiner Ausgabe des Abülfaradsch Hist. dyn. p. 454*, wo dieselbe Stelle vorkommt, hat. zwei Lesarten (alaz), und Studien. Anmerkungen zum Leben Maimuni's von Alkifti