Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 22 (28.5.1846)
- Date
- 1846-05-28
- Page
- Spalte 345-346 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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845 Studien. Anmerkungen zum Leben Maimuni's von Alkiftk, in Moghreb (Westen) am Anfänge des VI. Iahrh. folgten, behielten sie nicht von diesen Einrichtungen' (besondere Aus-, schmückung des Fürsten und Glanz des Hofes)'in der ersten Zeit ihrer Dynastie, denn sie machten sich ein Gewissen dar-, aus, Kleider aus Seide und Gold zu tragen , weil sie immer Vorgaben, in ihrer ganzen Aufführung das Beispiel von Frömmigkeit und Einfachheit, das ihnen ihr Familicnhaupt Muhammed ben Tumart Älmohadi - gegeben, zu befolgen", lieber Abdelmumen. s. Abulfeda Ai,n. Moslem. t. MI, p. 399 ff. Deguignes llist. des Huns t, I, p. 377. Fr. de Dombey, Gesch. der maur. Könige t. 11. p. 11 ff. und Conde Historia. de la dominafion de lus Arabes en Espana t. U. p. 213 ff. 5) Dheheli in der Biographie Abdelmumens (ms. arb, de la bibl.'.r* a Paris No. 753) berichtet'über die Verfolgung folgendes: Tadsch el-din Ibn Humjah p# .jr^N n'Din erzählt: „Ich habe den Ibn Atijah, den Sekretär*) rpfty PN' gefragt: Woher das kommt, daß in diesem Lande (Wloghrebi) weder ein einziger Zimmi (ein Nichtmohammedaner **), noch eine Synagoge, noch eine christliche Kirche zu finden sei? Diese Dynastie (der Almohaden), antwortete er mir, hat sich mit Strenge und Härte erhoben. Almohadi sagte zu seinen Begleitern: „Diese Molathamin ***) sind Neuerer, welche die Gottheit verkörpern, Anthropomorphisten und Ungläubige, die es erlaubt ist, zu tobten oder in die Sklaverei zu führen,, da sie sich dem wahren Glauben widersetzen". Nachdem er dieses gethan und die Almohaden sich der Herrschaft bemächtigt hatten , hat Abdelmumem, nach der Eroberung Marvcco's, die Juden und die Christen zusammenrufen lassen, und sagte zu ihnen Folgendes: „Habt ihr fd. h. euere Vorfahren^ nicht die Sendung des Propheten und die Verkündigung derselben in euerer Schrift****) verleugnet? Habt ihr nicht gesagt, daß derjenige, welcher kommen wird, nur um das Gesetz zu befestigen und die Religion zu stärken kommen werde?" ,,Ja" antworteten sie. „Nun wohlan, sagte er, wo ist denn der, den ihr erwartet? Ihr habt ja vorgegeben, daß er nicht' länger als 500 Jahre a'usbleiben werde, nun .sind schon die 500 Jahre und es ist. zu euch kein Apostel und kein Verkünder gekommen. Wir wollen euch in euerem Unglauben nicht verbleiben lassen,, denn wir wollen nicht mehr euern Tribut; der Islam oder der Tod!" -Hierauf setzte er ihnen eine Frist, um ihre leichl- .*) Er war Sekretär Abdelmumens. S. Conde a. a. O. t. 111, C. 46. p. 492. **) Man nennt Zimmi ^lalle nicht muhammedanischen Unterthanen, die unter dem Schutze NNN der muselmanischen Regierungen stehen , besonders bezeichnet dieses Wort-Juden und Christen. ' ***) Die Morawiden, die Vorgänger der Almohaden, wurden auch Molathamin genannt., weil sie eine Art von Schleier trugen, der Litham hieß- '***). Die arabischen Theologen, vorzüglich unter den Almohaden, bestrebten sich die Sendung Muhammeds aus der Bibel zu beweisen. S. des Maimuni. 346 beweglichen Habseligkeiten fortzuschaffen, ihre unbeweglichen" Güter izu verkaufen und aus dem Lande zu gehen. Der größte Theil der"Juden entschloß sich, die muhammedanische Religion äußerlich auszuüben, und sie behielten ihr Vermögen,, die. Christen aber wanderten nach Spanien aus, und nur ein kleiner Tdeil von ihnen ging zum Islam über. Die Synagogen und Klöster wurden im ganzen Reiche zerstört, und bis zum I. 600.>1203) bis zur Zeit nämlich als ich Moghreb verließ, sah man weder Polytheisten (Christen), noch irgend einen Ungläubigen, der gewagt Härte seinen Unglauben öffentlich zu zeigen". Nowairi in seinen Annalen (a. a. O. Bl. 59 b.) sagt bei der Erzählung der Eroberung von Tunis durch Abdelmumen Folgendes: „Er zwang Alle, welche darin (in Tunis) waren, Juden und Christen, zum Islam und ließ alle diejenigen, welche zum Islam übergegangen, in Ruhe und die, welche sich weigerten , tödten". Bl. 60 sagt er ferner: „Es gab keine Polytheisten mehr im Lande, und man sah nirgends eine Synagoge, denn so bald er (Abdelmumen) sich eines muhammedanischen Landes bemächtigt hatte, ließ er keinen Zimmi, den er nicht zum Islam zwang. Diejenigen, welche es wollten, wurden Muhammedaner, denjenigen ferner, die in das Land der Christen auswandern wollten, ertheilte er Erlaubniß dazu, diejenigen aber, welche beides verweigerten,/ ließ er tödten. 2Cuf solche Weise wurden alle Einwohner seines. Landes Mosleme, ohne sich aber unter einander zu vermengen". Von den Juden berichten -über die Verfolgung R. Abraham ben David in Sefer Ha-Kabbala, R. Iehuda Verga in Schebet Iehuda, R. Josef ben Iosua in Dibbre-Ha-Iamim und noch viele Andere. - 6) Dieses Versprechen Abdelmumens wurde von seinen Nachfolgern nicht gehalten, und diese verfuhren gegen die Juden, welche den Islam angenommen hatten, sehr streng. Darüber berichtet Abu- Alwahid ben Ali el-Temimi in seinem Buche über die Geschichte Moghrebs, betitelt 3NTD myobfr* ^NpnN ■'D, das er im I. 620 (1224) schrieb, folgendes: „Abu Iusuf verordnte am Ende seines Lebens, daß alle Juden in Moghreb durch besondere Kennzeichen, die ihnen allem eigen wären, sich auszeichnen sollten; sie sollten nämlich ein schwarzes Kleid tragen, dessen äußerst weite Aermel bis zu den Füßen herabhängen, und statt-des Turbans einen Schleier von häßlicher Färbe umbindcn, der zur Bedeckung des Kopfes dienen sollte und bis über die Ohren herabhängen mußte. Diese Tracht verbreitete sich bei allen Juden in Moghreb, und sie trugen sie so lange Abu Iusuf lebte und am Anfang der Regierung seines Sohnes Abu Abdallah. Dieser hat die Juden diese Tracht ändern lassen, indem sie bei ihm alle möglichen Schritte deshalb thaten, und alle einflußreichen Personen dafür, zu bearbeiten suchten. Abu Abdallah befahl ihnen nun, gelbe.Kleider und Turbane von ebenderselben Farbe zu tragen. Diese Tracht trugen sie bis auf unsere Zeit, d. h. bis zum I. 621 (1224). Die'Veranlassung, wodurch 'Abu Iusuf bewogen wurde, die Juden durch besondere Kleidung auszusondern und,auszuzeichnen, war sein Zweifel über