Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 22 (28.5.1846)
- Date
- 1846-05-28
- Page
- Spalte 343-344 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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243 Studien. AnmMllngen zum Leben Maimuni's von Alkisti. 344 WNN ^!2 genannt-, arabisch geschrieben, welches von Moses Jbn Tibbon ins Hebräische übersetzt worden ist. 3) Aus einem Briefe *)' des Maimuni an seinen Schüler -Josef ben Jehuda (s. Anm. '1), geschrieben im Oktober 1191, geht gerade das Gegentheil hervor. Er sagt nämlich --unter Anderm auch Folgendes:>,-Wiffe, daß ich in der Medicin bei den^Großen, wie beim Oberrichter, bei den Emiren, bei -der Familie Alfadhl und bei andern Großen der Stadt einen großen Ruf erworben habe, dieses nöthigt mich den ganzen -Tag in Kahira zuzubringen, u m Kr anke z u b e su che n". 'Noch klarer geht dies aus einem Briefe des Maimuni an den Uebersetzer des VON) Samuel Jbn Tibbon :D3Enn Am st. 1712, Bl. 13 b.), geschrieben September 1199, hervor; er äußerte sich nämlich, indem er dem Samuel Jbn Tibbon von einer Reise nach Egypten abräth, die dieser blos mm M. zu besuchen unternehmen wollte, auf folgende Weise: „Du wirst dich vergebens der Gefahr der Reise zerr See aussetzen, denn du wirst-mich weder des Tages noch des Nachts sprechen können. Ich . lebe nämlich auf folgende Weise: ich wohne selbst in Misr (Fostat oder Attkahira, s. Anm.. 8) und der König residirt in Kahira, zwischen welchen beiden Orten eine. Entfernung von 2 Techum-Sabbat (4000 Schritt) ist. Täglich muß ich den König des Morgens besuchen, und wenn ich ihn , eines seiner Kinder oder eine seiner Frauen krank finde, muß ich den ganzen Tag in Kahira bleiben, und bringe den größten Theil desselben im Hause des Königs zu, dasselbe muß ich thun, wenn einer der Beamten des Königs krank ist und meine ärztliche Hilfe nöthkg hat. Ich muß überhaupt täglich nach Kahira gehen, und wenn daselbst nichts vorgefallen ist, kehre ich. erst'Nachmittag nach Misr zurück. Kaum angelangt, finde ich die Vorsäle von Menschen jedes Standes, Juden und Nichtjuden-, Reiche und Arme, Freunden und Feinden, Richtern und Beamten, gefüllt.. Ich wasche mich dann und gehe zu ihnen hinaus, um sie zu bitten, mich zu entschuldigen und sich zu gedulden, bis ich werde Etwas genossen haben. Dieses gethan, unterhalte ich mich mit den Kranken, verschreibe ihnen verschiedene Medikamente, und. so wieder-' holen sich die Besuche bis gegen Abend, zuweilen bis zwei Stunden in die Nacht und noch langer. Auf solche Weise unterhalte ich mich mit ihnen, und ertherle ihnen meinen Rath, während ich vor Müdigkeit auf dem Rücken liege und so schwach werde, daß ich nicht mehr zu sprechen im Stande fctn". Aus diesen, beiden Stellen geht deutlich genug hervor, daß M. die Medicin auch praktisch ausgeübt hat. Die Stelle aus . dem Briefe, an I. T. habe ich vollständig übersetzt, w'eil sie ein schönes Licht auf den edlen Charakter des M. wirft. 4) Der vollständige Name und die Biographie dieses Fürsten findet sich bei Jbn Challikan -unter Nr. 419. Nach diesem hieß er Abu Muhammed. ben Ali Alkisi Alkumi p nDttD DN* genannt Muhammed ben Tumart -jpno *) Nach einem arabischen Mskt., das viele arabisch geschriebene. Briefe des M. enthält. ^2 und auch unter dem Namen Almohadi der Anführer) bekannt. Er wurde, nach -Einigen im I. 500 (1106), nach Andern im I. 496 (1102) dem Tumart, der ein gemeiner Tagelöhner war, geboren. Mit außerordentlichen Geistesgaben begabt, und von vermeintlichen Wundern unterstützt, sammelte er sich ein Heer, dem er sich als Abkömmling Hasan's des Sohnes Ali's ausgab, und eroberte während einer kurzen Zeit Waharan jK*yp, Talmsan .jNDftbn, DND, Sala und Ceuta dann belagerte er 11 Monate lang Marocco selbst und eroberte es im I. 542 C11-T7). Hierauf dehnte er seine ^Herrschaft über Moghreb Tlaksi *) al-Andi Afrika einen großen Theil Spaniens aus und wurde Emir Alm um enin (Fürst der Gläubigen) genannt. Alkumi hieß er nach der Stadt Kumi einem Flecken in der Nähe Talmsans, wo er geboren wurde. Er regierte 34 Jahre und starb in Folge einer Krankheit in Sala im I. 558 (1162). So weit nach Jbn Challikan. -Jbn Kotaiba pN in Kitab Lchtalaf^ el- Haditi mr&tt DNrD beschreibt auch das Leben Abdelmumens, dieses Werk aber steht mir nicht zu Gebote. Nach Nowairi (Ms* ar. de la bibl. roy. anc. fmids No.- 702) sott er die Dynastie der Almohaden im I. 514 (1120), und nach dem Vers, des Nighriastani im I. 524 (1130) gestiftet haben. Der eigentliche Srifter aber der Almohaden war er nicht, denn Jbn Challikan unter Nr. 699 macht den Abdalla Muhammed ben Abdalla ben Tumart, geb. 486, ge st. 524, zum eigentlichen Stifter der Almohaden; eben-so der berühmte Chronograph der Könige von Granata Abu Abdalla ben Alkbatibi in seiner Chronologie der Kalifen und König.e Afrikas und Spaniens, bekannt unter dem Titel 'ropnE&N bbnhto „das gestickte Kleid" (ar - Ms. d. Eskuricrl-Bibl. Nr. 1771 , angeführt von Casiri Bibi. Arabico- Hispana t. II. p. 220). Er erzählt folgendes: Muhammed ben Abd-el-Rahim, geb. im I. 486 (1093 , gab sich im 1.515 (1121) für einen Propheten aus und nannte sich Almohadi, der Anführer (ein Titel, der nur dem letzten Imam beigelegt wird). Er ging dann nach Asien, wo er den berühmten Alghazali hörte. Nach Afrika zurückgekehrt, stiftete er mit Hilfe seiner Anhänger, die ihn für einen Propheten hielten, einen neuen Staat,, mit dem er 50 Häupter und 70 Magistratspersonen einsetzte. Er.starb im I. 524 (1130) Ihm folgte Abdelmumen ben Ali .... . . Dieser wurde so mächtig, daß er bis zum I. 540 (1145) Afrika und selbst Spanien sich unterwarf. Zur Charakterisi'rung Abdelmumens und , der Almohaden führe ich hier eine Stelle aus Jbn Chaldun, welche von den Insignien, die die Würde eines Königs oder Sultans bezeichnen, handelt. Sie lautet folgendermaßen: „Als die Mowahhiden oder Almohaden auf die Omajjaden . *) Darunter verstehen die Araber das äußerste Ende des Westens von Afrika. *’) Darunter ist diejenige Provinz gemeint, welche die Alten das eigentliche rifrika nannten, wo einst Karthagastand, und wo jetzt Tunis ist. . .