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Der Orient · 1846-05-28 · 22 (28.5.1846) · p. Spalte 341-342

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
22 (28.5.1846)
Date
1846-05-28
Page
Spalte 341-342 (sequence 3)
Language
German
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341 Studien. Mifti über das Leben Maimuni's. 342 Muhammedanern , die von keiner andern Ethik als die des Korans wissen wollten, zuwider war. - 8) S. 1iee1wiei»68 eiitiljues sur 1’origine des interprctations latines d’Aristote, par Jourdaitü 9) S. Hamasa p. 49. II. Das Lebnr des Maimuni nach dem Verfassers der „arabischen Bibliothek der Philosophen" fol. 356, mitgetheilt vonEasiri in der LldlioUieeL ^laüieu.- Rispunola t. I. p. 294. „Musa ben Maimnn (jWp 'Dio), ein Israelit aus Cordvva, beschäftigte sich mit den Wissenschaften der Alten in. Spanien mit einem solchen Fteiße, daß er eine Vollständige Kenntniß in der Mathematik und Medicin erlangt hat; auch leistete er Einiges in der Logik2); jedoch wagte er. niemals die Medicin praktisch ausznüben3). Als aber Tlbdclmnmen ben Ali Alkumi, der Jezedite ^), Beherrscher Moghrebs (Nordwestafrika's und Spaniens) , in den Ländern, welche er besaß, den Beffehl ergehen ließ, alle^ Juden und Christen aus seinem Reiche zu vertreiben ö)'^ wurde diesen durch ein Gesetz eine Frist gestellt, mit der Bestimmung, daß alte die welche zum Islam übergehen würden , im Lande bleiben, und alter Rechte und Vortheile, welche die eigentlichen Muhammedaner genießen , auch theilhaft werden könnten 6), diejenigen aber, welche während dieser Frist ihrer Religion treu bleiben und ans dem Lande'nicht gehen würden, mit dem Tode und Konfiskation ihres Vermögens bestraft werden sollten. Nachdem dieser Befehl bekannt geworden war, hat Maimuni, niedergeschlagen, und aus Liebe zu seiner Familie und aus Furcht, sein Vermögen in Stiche lassen zu müssen, zum Scheine den Islam angenommen. Als aber die Verhältnisse sich ihm günstiger gestaltet hatten, und er eine Gelegenheit au§ Spanien auSzuwandern gefunden hatte , flüchtete er sich mit den Seinigen nach Egypten^). Hier hat er, nachdem er ein Asyl unter den Juden irr Fostal3) gefunden, sich öffentlich zu der jüdischen Religion bekannt und durch den Handel mit Edelsteinen und andern ähnlichen Maaren seine Nahrung erworben 9). Zu dieser Zeit hielt er öffentliche Vorträge über philosophische Gegenstände, xtnb wurde in das Verzeichniß der Aerzte -ausgenommen10), worauf er von dem König der Franken in Askalon ") aufgefordert wurde, bei ihm die Stelle eines Leibarztes anzunchmen, welche Ehre und Würde er aber ausschtug. Als aber die Geziten^), nachdem die Herrschast der Alicen l3) erloschen war, sich der Herrschaft Egyptens bemächtigt hatten, überhäufte der Kadhi Alfadhl Abd-el- Rahim ben Ali Albaisaniu) Maimuni mit Wohlthaten und bestimmte ihm ein Jahrgehalt. Zn dieser Zeit verband sich Maimuni^mit den andern Aerzten, traute sich aber nicht zu, beim Heilen der Kranken von seinen medicinischen Kenntnissen -allein ohne Beistand eines andern Arztes Gebrauch zu machen"). Er starb im Jahre 605 (1208) 16)* Er war ein Kenner, der jüdischen Gesetze und Traditionen, und verfaßte Kommentarien zum Talmud^), die ein Theit der Juden lobt, während der andere Theil sie tadelt. Den philosophischen Lehren ganz ergeben , schrieb er eine Epistel (‘n^D“)) zur Bekämpfung der Meinung von der Auferstehung des Leibes"), die er, als.er sich durch sie bei den Häuptern der Juden verdächtig gemacht, bei sich zu Hause seinen vertrauten Freunden-heimlich vorgetragen hat.' Aus Galens 24 Büchern") machte er einen Auszug in 16 Büchern, bei welcher Arbeit er mehr für die Kürze, als für die Nützlichkeit sorgte. Das-Buch von Jbn Aflah^) über die Sphären21) ^at er sehr geschickt korrigirt und von den cingeschlichenen Fehlern gereinigt^). Eben so verbesserte er die von dem Philosophen Jbn Hud gut ausgearbeiteten und mit Supplementen 'versehenen Schriften über Mathematik, und. führte auch Beweisgründe an, wo diese fehlten. Am Ende seines Lebens gerieth er m eine Verlegenheit; als nämlich ein spanischer Jurist Namens Abitarab ben Moischa nach Egypten kam, und mit Maimuni zusammentraf, erkannte er ihn > und klagte ihn der Apostasie an, weshalb er seine Verurteilung verlangte. . Von diesem Unglück aber rettete ihn Abd-el-Rahiln ben Ali Alfadhl/der das erzwungene Glaubensbekeuntniß als ungesetzlich erklärte.". - Anmerkungen. - 1) Easiri nennt den Namen des Verfassers nicht, aus Munk's: Notice sur Joseph Iren Jehouda (Paris, 1842, 8.) aber erfuhr ich, daß derselbe Dsche.mal-el-Din Ali ben JusufAlkisti Hieß, und daß das hier citirte Buch„Geschichte der Weisen" genannt wird. Dieser Alßifti wurde tw.. Jahre d. H. 568 (1171) in Kift nöp, einer Stadt in Oberegypten , woher er auch diesen Namen führt, geboren, war am Anfänge des, 13. Jahrhunderts Wefir beim Sohne Salahed-Dins Almalsk Alaziz, Sultan von Haleb, und stand mit dem berühmten Schüler des Maimuni, Josef ben Jehuda, dem der CODI H11D gewidmet würde, auf einem sehr vertrauten Fuße, woraus hier besonders Gewicht zu legen ist. Abulsaradsch erwähnt seiner (Mst. st^nastiarum p. 5^0) mit vielem Lobe, und Jbn Challikan in seiner Vit» iliustrium virorum citirt ihn im Leben Hariri's', im Leben Muhammed Almahdi's und in vielen andern Stellen. Er starb im Jahre 646 (1249) als Wesir beim Almalek Älmisr dem Sohne des obengenannten Almalek Alaziz, in Haleb. Gleich nach seinem Tode.machte Muhammed ben Ali ben Muhammed Alkhatibi Alzuzeni einen Auszug von seiner Geschichte der Weisen,, welcher sich in der Biblioth. Royale zu Paris befindet. . 2) Er hat bekanntlich ein Merkchen über Termmalogik, ' - 22 *

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