Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 22 (28.5.1846)
- Date
- 1846-05-28
- Page
- Seite 171 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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171 sich gestellt, und deren Losung ihm ein so zahlreiches enthnsiasunrtes Auditorium zuführt. Vorzüglich aber sind es die gesunden Momente der Derascha, die Hr. W. in diesen'Vorträgen ausgenommen'und verwebt und das konservative Element, von dem sie durch und durch getränkt.sind, die am Meisten zu der begeisterten Aufnahme beitrugen, die dieselben hier gesunden, während ein wie immer gearteter neologer Inhalt ihnen alle'Herzen entfremden wurde. Weit^. entfernt daher einen Beweis gegen Hrn. Dr. Frankel zu liefern, gibt dies gerade einen für ihn ab, indem sich dadurch klar herausstellt, daß das Volksbewußtsein, das rabbuüsche Judenthnln nicht für überlebt hält, sondern daß es warm dafür empfindet, und dieses in ihm mit der alten Kraft fortlcbt und fortlebcn wird, wenn seine Lehrer es nur verstehen, es in seiner Lebendigkeit darzustellen imb ihnr nahe zu bringen. ' H—m. D a n e m a r k. Kopenhagen , 1. April. Unser religiöses sowohl als politisches Leben fließet geräuschlos dahin, und genießen wir dasselbe nach manchem durchgekämpften Sieg in Ruhe, nur getrübt bisweilen durch den Rückblick auf eine lange düstere Vergangenheit die nicht nur den lichten Morgen verspätet, sondern auch manches Auge durch deren Lange lichtscheu, ja manches sogar ganz -erblindet gemacht, so daß das Eine in einem fort nur Wehe über diese blendende Tageshelle ruft, und das Andere nicht nur noch immer im Finstern tappt, sondern sogar deren Helle leugnet und deshalb sich nicht einmal erfreuet der Wohlthat der ihn umgebenden Beffersehenden, an deren Leitung er von der Vorsehung angewiesen ist. — Und gestehen wir, daß Vollkommenheit nur auf dem Wege des Strebens erlangt wird, ja daß sie nicht anders ist, als ein ewiges Streben, und daher man sich nicht Ruhe gönne noch weniger sich mit ihr brüste. Nur so ist sie, so sie nicht in Trägheit begriffen, sondern vielmehr im stillen Fortwirken, gleich der göttlichen nach vollbrachtem Schöpfungswerke, besteht, bei weitem vorzuziehen, dem allzugroßen geräuschvollen nutzlosen, ja aus nie zu stillender Habsucht ewigen Ringen und Haschen, Kämpfen und Alles zersetzenden, wo nicht selten Alles vernichtenden. * Was nützt ein Streben, wenn man über das einstige Genießen l in bir Zukunft, nie des Lebensgenusses in ber Gegenwart theilhastig wird? mjj ■jrv1 ’D “iD&o “ipDD “ipn |n\ *>0 mjnn Gänzliche Umgestaltung, sowohl auf dem politischen, als auf dem religiösen Gebiete, ruft die Opposition, damit einst unsere Kinder und wir mit ihnen Kinder einer Freiheitszeit sein! Nein Nichts geändert donnert der Stabilismus ihr entgegen! Wir leben neu auf gleich dem Phönix indem sich nie verjüngenden Greisen-Alter rtfao, wir wollen noch nmmer bleiben Kinder des verschwundenden 4ten Jahrtausend. — Da haben sie, den Israelit des 19, heute und Morgen den des 20.Jahrhundert, und dort den Zions- Wächter, der selbst wo es noch finstere Nacht ist ausruft: es ist der Morgen herangebrochen! wir könnten auch die Gemeinden namhaft machen, die sie repräsentiren, wenn wir mit ihnen-anbinden wollten. Meine Herzensgemeinde ich preise dich glücklich, du genießest die Früchte deines Jugendstrebens. Sie sehen also hochgeehrter Herr Redakteur, wir haben nichts Erhebliches über hiesige Gemeinde - Angelegenheiten zu berichten; um jedoch es nicht ganz zu streichen vom Schauplatze der Jetztgeschichte und der einstigen Neügeschichte, wozu Ihr hochgeschätztes Blatt, des herrlichsten Materials Viel und.Vieles liefert,« glauben wir folgenden Bericht über „die Feier des 25jährigen Stiftungstag" der Krankenverpflegungs - Gesellschaft in Ihrem Blatte zur weiteren Kunde mitzutheilen. - Ueber die reichen Wohlthatigskeit-Stiftungen allhier,'deren Legate incl. sich beinahe auf eine Million beläuft, haben wir bereits andern Orts in früheren Jahren ausführlich berichtet, heute haben wir vor, die vielleicht ihrer Tendenz nach einzig dastehende — insoweit unsere Kenntm'ß von dergleichen Anstalten im Auslande reichen, — hier vor 25 Jahren gestiftete „Kranken-Verpflegungs-Gesellschaft" (Tisere Jedidim), mit dem Wunsche, daß sie im Auslande Nachahmung finde. Um jedoch nicht durch deren bloßen Benennung verleitet zu werden, daß sie nichts weiter bezwecken will, als die Krankenverpflegnng im gewöhnlichen Sinne, und wie überall es fromme Sitte und heiliger Beruf in Israel ist, nämlich: durch AerzNiche Unterstützung die Roth armer Kranken abzuhelfen und sie zu lindern, sehen war uns genöthigt, für denBerlauf dieses Berichtes, diesen etwa uneigentlichen Namen mit einem, wenn auch nicht wohlklingenden, aber mehr entsprechenden eigentlichen Namen umzutauschen und ihn nennen, „den Wach-Verein bei Kranken." Und somit haben wir eingeleitet den ersten Paragraph der Statuten welcher lautet: Der Zweck der Gesellschaft ist, des Nachts zu wachen bei den ferkrankten Gesellschaftsmitgliedern, wie überhaupt, bei armen Kranken der Mosaischen - Glaubensgenossen in Kopenhagen, und ihnen nach Kräften Unterstützung zu gewähren. Eine der höheren Menschheit ehrenmachender Zweck ist hiermit erstrebt. Die Noth seiner, Mitmenschen lindern insbesondere in Krankheitsfällen, ist auch der Wilde mit Selbstaufopferung fähig, und für diesen Zweck sind in allen bessern Gemeinden Israels wohlthätige Anstalten errichtet, und selbst hier ist auf mannigfache Weise dafür gesorgt. Da ist das Meyersche Legat für mehrere offene Krankenplätze auf dem Friedrichs-Hospital: da ist die Gemeindekasse stets offen für Medikamente und der Gemeinde-Arzt stets bereit, wann und wo sie beansprucht werden, ja seit 2 Jahren zahlt selbst die Kommune jährlich 1000 Thlr. in das allgemeine Hospital für jüdische arme Kranke. — Aber wachen bei Kranken, selbst bei Reichen, als theilnehmender Freund am Krankenlager selbst