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Der Orient · 1846-05-28 · Heft 22 (28.5.1846) · p. Seite 167

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 22 (28.5.1846)
Date
1846-05-28
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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167 - Ein Phantom, ich habe es gesehen mit Namen „Menschenrechte" wagt nicht mehr still zu stehen auf seiner umnebelten Veste. Darob, entwich des Verb.lich'nen Geist seinem schwefligen Revier, indem er in Cham Iudendruck preist bei einem — Kruge Bier. O Dank, ergebene Recken, Ihr strebten meiner Bahn, der Pferdefuß soll.euch decken Vom 'Meister Urian. Laut klager die Geschichte, ihr Griffel legt Zeugniß ab, , die Gegenwart steh' und richte was die kümmerliche Vergangenheit gab. Es wird uns beschirmen des edlen Ludwig's Huld, so mögen sie nur thürmen und mehren der Menschheit-Schuld. M. S. Ehrlich. Niederland. Amsterdam, l.Mai. Die Ihren Lesern vortheilhast bekannten Gabriel Polak und sein Namcnsgenosse M. F. Polak, haben so eben ein schönes Zeichen der Aufmerksamkeit und. der. Hochachtung erhalten. Von Sr. Majestät, Ferdinand, dem Könige von Neapel , erhielten sie, vermittelst des Generalkonsuls in Amsterdam, für die Zusendung einiger ihrer Uebersetzungen an§ dem Hebräischen ins Holländische, eine prächtige Goldmünze, auf deren einett Seite des Königs Bildniß, mit der Umschrift: Ferdinand. II. regni ulrinsque Siciliae et Hierosol, rex, und auf der alldem Seite: M. S. et G. I. Polak yiris clarissimis' ob ritualis Isr. Likros ex Hebraeo sermone in Hollandicum ■versos Anno MDCCCXLV geprägt ist. Möge dieser Beweis der Hochachtung diese Herren ansporneu, in ihrer so nützlichen Thätigkeit -zur.Weckung und Belebung der jüdisch-religiösen.Interessen sortzufahrcn. — Bei dieser Gelegenheit mag ich auch nicht den Wunsch unterdrücken, daß'Hr. Polak einen Nekrolog des verstorbenen Boas in den Orient einrücken lassen möchte, wie überhaupt .Mehrcs über Männer der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit dort-mitgetheilt werden möge. Die Selbst-, achtung und der edle Sinn wächst mit der Hochachtung Anderer und wir Israeliten in unserer großen Zersplitterung haben eine um so größere Pflicht es zu thun, da so manches Verdienst leichter verkannt, von so mancher nützlichen Thätigkeit so leicht sich alle Spuren verlieren. ' Neben Biographien und Nekrologen waren auch bibliographische Anzeige!: zu wünschen, wenn sie auch gerade nicht die neueste Zeit betreffen, und auch nicht gerade von den. allerneuesten Erscheinungen; denn wie . wenig auch unser Land gegenwärtig von jüdischen, das Judeuthum und seine Wissenschaft fördernden Schriften produciren mag, so verdienen doch kmch die wenigen 'Erscheinungen nicht sofort der Vergessenheit anheimgegeben zu werden. Endlich erinnern wir noch den Hrn. G. Polak, daß die Erfüllungszeit seines angekündeten hebräischen Jahrbuches längst vorüber ist und'wir von' Herzen die baldige Verwirklichung wünschen. Wie wir vernehmen hat das berühmte hebräische Jahrbuch Kerem Chemed zu erscheinen aufgehört, vielleicht gelingt es, hier in dieser alten Stadt des jüdischen Wissens und der literarischen Thätigkeit, .diesen lieblichen Weingarten herzustellen. Wie ich so eben höre, ist der erste Band wirklich bereits unter der Presse, und zwarbeiDav.Proo.ps, der alten reuomnrirten hebräischen Officin. Der Band soll den Titel Qij? niD^n führen und wird wahrscheinlich bald die Presse verlassen. Unser geliebter und freisinniger König, der an der Spitze der Subskribenten steht, hat wie ich höre auf 10 E.remplare gezeichnet. Dadurch wirb' wohl die Fortsetzung erleichtert werden. Bei dieser Gelegenheit möge auch' eine Berichtigung hier Platz finden. Hr. M. S. Polak ist nicht Bruder des Gab. Polak, sondern blos Namensverwandter. Lest er r e i ch. Sebes -Kelemes, 20. April. (Schluß.) Am 15. Oktober 1844 trat die Schule ins Leben. Vierzig Kinder waren beanschlagt; aber nach kaum einem Monat' waren es achtundachtzig. Welches innige Dur'chglühen von der Liebe zur Sache, welche Thatkraft, Geduld, Opfer und Selbstvergessen heit —^ wir wollen nicht sagen Sachkeuutniß — dazu gehört, Kinder, die im strengster: Sinne größtenthcils von der Gasse oder von unwissenden DHöta zusammengcrafft werden, die eine Art Wildlinge, einen wüsten Jargon aus schlechtem Deutsch, schlechtem Slavisch, mit hebräischen Brocken untermischt sprachen, deren Sprächorgane kaum ausgebildet, an eine strenge Schuldisciptin, an einen, so viel es die lokalen und temporalen Zustände erlaubten, um keine Opposition zu wecken, geregelten. Gottesdienst zu gewöhnen und nach Verlauf von drei Mcnateu dergestalt zu eiuer^ Prüfung vorznbereiten, die alle Welt, selbst die strengsten Orthodoxen zufrieden stellte, wie das unparteiische Eingeständniß aller Anwesenden, iusouders des Hm.. L. Holländer, dessen edler Vater ein Legat von fünfhundert Gulden C.M. der Schule vermachte, schriftlich Zengniß, unzweideutig dartbut, überlassen wir denjenigen zur Beurtheiluug, die vermögen in die Verhältnisse und Denkweise des größten Thetls der hiesigen Inden sich hinein zu denken und ans diesem Standpunkte das Schwere -der Sache zu begreifen. Nicht minder war die Semcstral- Prüfung glänzend, so daß im folgenden Sommersemestcr hundeUsnnfundzwanzigZ'ög.- 22*

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