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Der Orient · 1846-05-28 · Heft 22 (28.5.1846) · p. Seite 166

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 22 (28.5.1846)
Date
1846-05-28
Page
Seite 166 (sequence 3)
Language
German
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ruhig gehaltenen aber desto hämischeren Artikel, in welchem darauf hingewiesen würde, daß durch Annahme des ersten. Artikels von jenem Entwürfe auch den israelitischen Kaufteutcn hier sicher-gestattet sein würde, in den Versammlungen eines Ehrbaren Kaufmanns zu erscheinen, und ihnen auch auf diese Weise der Weg angebahnt sei, künftighin die Stelle eines Kommerzdeputirteu zu bekleiden.. Die Befürchtung des Verfassers jenes' vaterftädtischen Artikels war indeß. ohne Grund; in Hamburg ist man noch nicht dahin gekommen, Vorurtheile und Ungerechtsame, die eigentlich nur den früheren Jahrhunderten angehören, als das anzuerkeunen, was sie eigentlich sind, und wer den' Geist der Intoleranz, der hier -vorherrschend-ist, richtig bcurtheilt und in seinen Ursachen erkennt, der wird wissen, daß jedes Wort darüber durchaus überflüssig ist. In Hamburg soll der. Jude ein Ausgestoßener, ein Verachteter bleiben, weil — also! In einer Handelstadt weiß man am besten was man zu thuir hat und findet es stets in der Ordnung, das zu thün, was der eigene Vortheil zu thun erheischt. Darum auch wäre es überflüssig, da weitläufig auseinandersetzen zu wollen,/warum es Unrecht ist, daß man die Juden verhöhnt, verstößt, verachtet, nur weit sie Juden sind, daß mau sie ausschließt von jeder Versammlung , von Allem, was das Wohl des Staats betrifft, nur nicht von den Lasten, daß man sie wie Paria betrachtet und nur den einen Grundsatz aufstellt: Seid zufrieden, daß wir Eüch dulden! — Also, der Entwurf ward von der Versammlung Eines Ehrsamen Kaufmanns nicht angenommen, und die Juden treten nicht in das Kommerzium! — In anderen Städten ist es anders; die Negierungen entziehen den Juden die Rechte, und die Bürger entschuldigen sie daher, indem sie sie zu den höchsten .Ehrenämtern erwählen. Außer Hamburg giebt es nur noch eine Stadt, in der der Judenhaß unvcrtilgbar scheint, und das ist Frankfurt a. M. ' Und dennoch geben sich die hiesigen Juden sehr viel Mühe, eine Annäherung mit den sie bedrückenden Christen herbeizuführen.. -Namentlich stützen sie ihre Hoffnungen auf die Jugend und'erwarten von dieser ein besseres Geschlecht, weshalb sie auch ihre Kinder gern in christliche Schulen schicken , als ob nicht gerade hier meistens der Kern zu diesem Judenhasse gelegt würde. Die neue Tempelgemeinde hat denn nun auch hier für solche Kinder , die christliche Schuten besuchen, eine besondere Neligionsschule begründet, die freilich erst in Aufnahme kommen soll , was nicht sehr leicht ist, denn die ganze Einrichtung , wie sie aus dem Einladungs-Programm, hervorgeht, ist gerade nicht sehr einladend, und die Hoffnungen, welche man hegt, nämlich daß durch diese Neligionsschule die Konfirmationsfeier wieder in Aufnahme kommen möge, werden sich sicher als ziemlich eitel Herausstellen. Wie schwach das Unternehmen begründet ist, geht schon aus dem Programm hervor, dessen Abfasser es doch nicht gehörig verstanden hat, die Sache, plausibel d'arzustetlen. Außerdem zeigt sich die ganze Einrichtung als höchst unpraktisch.. Für Kinder unbemittelter Eltern ist' sie nicht berechnet, und diese hatte man auch weniger zu berücksichtigenda anderweitig besser für sie gesorgt ist, die wohlhabenden.Inden entschließen sich schwer, ihre Kinder in eine Religionsschule zu schicken, welche auch von ärmeren Kindern besucht werden konnte, denn leider ist es wahr, daß sich der jüdische Kastengeist nirgends deutlicher ausprägt, als in Hamburg! Und wo sich die Inden von ihren christlichen Mitbürgern so zuruckgedrängt und herabgelvürdigt sehen, wäre cs doch wohl gut, wenn sie unter sich mehr zusanunenhielten und mehr Sympathie für die Glaubensgenossen zeigten. Frankfurt er. M., 22. April. Höflichst ersuche nachgeschriebene Pieee eine gefällige Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte zu gewähren. Das Sujet ist: Die Gerichtsgemeinden Cham und Vvhenstraus in Altbaicrn beliebten unfern versammelten Ständen zu beadressen: 1).das Edikt-von 1813 aufrecht zu erhalten, 2) die Gesuche der Israeliten Baierus um Gleichstellung (der Gesetze) nicht zu berücksichtigen und abzuschlagen» * ' ’ k * Eine Leuchtkngel über die Nachtgedanken von Chams und Bohenstrau^s Petenten gegen ihre israel. Brüder in Baiern. Es grüßt Euch Meister Urian ob Euer edles Bitten spannet nur rasche Krebse, an für's Geschütz der Abdersten. „Ist kein Eisenmenger da?" der durchbraust, die Unterwelt. „War mir ja immer nah' mein treuer, dunkler Held". Dieser Ruf, er macht erbeben das infernal'sche Heer. Hier und dort kam zu schweben des Schwarzen zottige Wehr. „Was fehlt dir Herr? sag an!" scholl zischend durch die Luft. „Ist denn gar ein humaner'Wahn entstiegen Limur's Gruft?" „Nein!. durchstöbert jedwelche Region, mein Ebräerftind ist fort Furchtbar wär', nimmt er Lektion. bei'm Lessing dem lichten Hort". Doch Freund Molch erhebet sich verwegen und ohne Graus „Gestrenger.Herr, Du irrest dich er weilt in Vohenftraus. „Nicht genug es sollte weichen des entfernten Sitwen Kette Und nun will es gar erreichen ein Volk in Germanien's Bette.

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