Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 21 (21.5.1846)
- Date
- 1846-05-21
- Page
- Spalte 325-326 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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325 326 Kurze Anzeigen. Dukes über die' Mischnasprache. aber zur Zeit des Talmuds noch nicht existirte. Von der'falschen Grundlage, daß jede Residenz heiße, leitet Lonsano auch das S&oxt ü''b)'2 (g IIoXltevTTjg ober BovXsvzrjs in. der Stelle M'bn N^'N3^ l'n- ]bt>) ab„fnasnt») "il33p '3 ns^DDH 7^ cronro rn". Daß die hebräische Sprache in dem talmudischen Zeitalter nicht ausgestorben war, und besonders als die Umgangssprache der Gelehrten sortblühte, sucht der Vers. in §.4 auch daraus zu beweisen, weil es der Talmud so sehr empfiehlt, mit den Kindern hebräisch zu sprechen (Sifri -jjpy) punBO DU pV6 IDy . THD ION nTb ^nno und in der orientalischen Ausdrucksweise von dem Verdienstlichen, sich der hebr. Sprache zu bedienen, sagt (Ierus/Schekal..8) yopi# *>b Nin n'ny pp wdd pn b -mbi hww paa. Darin irrt jedoch der Verf., w'enn er (S. 11) sagt, daß unter vinri,pp^ als Gegensatz zu fcmpn die Umgangssprache der Idioten, das Chaldäische, gemeint sei - denn in der einzigen Stelle, wo dieser Ausdruck vorkommt' (B. Mezia 104 a) ist nicht die .Umgangssprache der Idioten verstanden, sondern nur der übliche Geschäftsstyl bei Verträgen rc., wobei manche Klausel keine juridische Sanktion hat, aber denn doch durch die Usance rechtskräftig wurde; es handelt sich hierbei nur , um den Gedanken'und nicht um die Einkleidung desselben, die Sprache. Daß die gewöhnliche Volkssprache nicht gerade immer chaldäisch war, kann man aber aus Negaim 10, 1 entnehmen; das biblische Wort p-j in der Stelle pi suchen daselbst die Tanaiten aus der Volkssprache zu erklären, welche zum Beweis.dienende Ausdrücke aber hebräisch sind. ("ni njp pi , m t>po p-T? d’-idin pt^>n nn")- Aus §. 5 und §. 6 über Mischna und Talmud erfahren wir'wenig neues. Zu dem Gegebenen haben wir noch beizufügen, daß sich der Ausdruck MOQ 6) auch im Babyl. Talmud (Erubin 53) findet. Häufig finden sich auch daselbst die Ausdrücke -\)übr\ und >nDJl (Chagiga 10; Ioma 23; B. Batra 77). Auch kannten die Talmudisten schon die Namen der Perakim -r-pO^.I pp~)Dl /ti TOp N'jlprp mn (95. Mezia 35). Daß der Redakt. des babyl. Talmuds den Zerusalemischen vor sich gehabt und benutzt hat?), hat Cha- . jes in einer vortrefflichem Abhandlung' der Bikure Ha-Jtim (5606) fast bis zur Evidenz erwiesen. Die Literatur §. 7 ist von Geiger §. 3 vollständiger und lehrreicher gegeben. Die Behauptung G.'s (S. 15', daß Maimuni kein griechisch verstanden habe, findet sich auch durch das Citat des Verf. aus. Hilch. Tefilin 1, 19 „)-pM |b W" bestätigt. A. de Rosst (Mk'or ' En. 243) sagt dasselbe; derselbe sagt ebenso wie Geiger, daß die Talmudisten wenig griechisch verstanden' hätten, daher ihre 6) Statt ztm nWü lesen wir auch in Mid. Tillim (S. 45) >,^2 pai-n nm N^Dp;-n ndddo. 7) Die Redaktion von den drei ersten so schwerfälligen und allzu koncisen Mischna's in B. Kama wird daselbst (S. 6) einem jcrusalemischen Tana zugetheilt. gezwungenen Etymologien von 'pTPT, dpVTON re.; an einer andern Stelle (S. 282) sagt er jedo<E, daß dem' nicht so sei und sie die griech. Abstammung dieser Wörter wohl 'gewußt hätten, nur hätten sie diesen fremdländischen Wörtern auch in der Landessprache eine Bedeutung geben wollen^). 'Merkwürdiger Welse stimmt de Rosst mit der von Geiger mit Recht gerügten meimunischen Erklärung von Drr>Din.AIDD8 9 10) überein, und übersetzt es mit denn' vnw {Mcqqicz) ^ijje niDP, welcher Ausdrück sich auch in der Peflkta .zu D'niDn NJ fände.IO). Die sprachlichen Bestandtheile der Mischna ktassisicirt' ' der Vers, in I. hebräisch e, N. chaldäi sch e oder hebräifirte und 1!1. fremdsprachliche Wörter. Der größte Theil 'der Mischna bestehe jedoch aus hebräischen Wörtern, die, entweder a) echte biblische oder" b) der Mischna eigenthümliche Wörter seien. Die Klasse der biblischen Wörter werden wieder in vier Unterabtyeilungen eingetheilt, die der Verf. in §. 11—18 behandelt. In §. 11 werden biblische . Wörter mit bibli sche n Bed e.utu ng e n aufgezählt und zwar Wörter und Formen, die in der Bibel selten im der Mischna aber häufig Vorkommen, wie z. B. njvj f für Gott,; Zeitwörter, rwy drücken; bie ^Dturatformen , pnvp, , , riirte und die Singularform - TlDPN (ef. Gratz i. o. S. 57; Hartman *uppl in Gesenii)* HJ7D oon n^yö, welche Formen die Bibel nicht hat., nyn übersetzt der Vers, mit „Zweigs, während es der Saame (Mayvö'oiQLg) heißen muß. -Die grammatische Notiz , über die Punktation. von .nirÜD aus dem Sefec ha-Sikaron ist dieselbe die Delitzsch (Jesurun 86) aus Simsan Nakdan f. <6 b. mittheilt. Von n02P findet sich ein Plural in Pe-- scrchim 4, 7, was der Vers, zu bemerken vergessen hat.. Aus 8) Dieses Streben jedes fremde Work gleichsam zu acclimatisiren, hat auch die'vielen-Notar'icons'hervorg,erufen, die sich sowohl auf.f r e m d l ä n d i sch e wie auf biblische Worte, deren Etymologien zum Theil schwer zu ermitteln sind, erstrecken. Biblische 'Notaricons sind: (Ioma 28) pE£/D"1. (Peso chim 50) Kaufmann (Ibid. 119) rDiTID. (Ibid. 64) IOD) (Sabat. 55)jnö. (Midr. Rab. Ans. ^2) crpNDtf. (Absch. .Ende Mid. Rab.) (Sota 1l) *p,2. (Saantt 6) Pip^E. (Ibid. 77) p\ (ibid.*-©. 38)?pjn\ (Sifri D*n:n) -pnn. (ibid. 227) (Bamidb. Rab. 191) pv). (Wajik. R. 155)' rid?l)C\2 , W^pSJD, (M. Tillim S. 7) 51^'Mi-i. (Horajot 13) D’JPJSO. (Bechor. 55) p-,v (Sanh.* 100) rjDnn. (Menachot66). Fremdländische Notaricons sind (Ierus. Sanh. 12 b; Berefch. Rab. 59). ^-,12 (Pesachim 113). (Moed Katan 17). (Rösch ha-Sch. 26). (Ioma 19). ‘»p'in'H (B. Mezia 19). pDD, D’DDJ nii)D (Bamid. Raba231). — Von Abbreviaturen.findet sich im Talmud nur eine psj —• bis' (Sab. 1.19 b). 9) . Der Aruch R. o\l'D citirt eine Stelle aus Chullin60 O)^Q nöDD rp'^b TllNlpD fDin, die in unfern Talmudausgaben sich nicht befindet. 10) Eben so erklärt auch R. Rüben die Stelle prmw — 's? (Mid. Echa 41 a). Die griech. Ableitung desselben von Wdr (jsnn W , DDN) hat.bis jetzt noch keine genügende Erklärung gefunden. 21 *