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Der Orient · 1846-05-21 · Heft 21 (21.5.1846) · p. Seite 163

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 21 (21.5.1846)
Date
1846-05-21
Page
Seite 163 (sequence 13)
Language
German
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- 163 — auf einen kleinen Wirkungskreis Anspruch machen können, zu viel. Von Ihnen , mein Herr, der Sie-in Deutschland, dem jnbfn rrain dv »oh -feem mau sagen kann OMO leben, erwarten wir ein großes Waarenlager der Geschichte dem Volke feil geboten zu sehen. Wir Armen haben in unserer bescheidenen Sphäre nur manche Krümmung im Wege des Volkes zu ebnen; manchen Stein des Anstoßes auf dem Lebenspfad der Sitten mit blos körperlichen Anstrengungen und nicht durch komplieirte und vervielfachte Maschiuenkräste bei Seite zu schaffen; wir fabrieiren nicht erst Gistpitlen und streuen sie in die Wohnungen des Volkes, um schädliches Ungeziefer aus denselben zu schaffen; denn da könnte hin und wieder manches nützliche Thier, wie schon so oft geschehen, Schaden nehmen — unsere Art und Weise ist, wenn wir so was treffen, ihm, aber nur ihm, mit einem plumpen Knittel Arm und Beine zu brechen. — Auch müssen wir es aufrichtig eingestehen, daß wir leider zu kurzsichtig sind, um cinsehen zu können, was denn so ein ,,Körnlein" von Judengeschichte — denn nur diese konnten Sie. hier gemeint haben — die, wie alles andere Wissen einzig und allein nur den Zweck haben.muß, ans den moralischen Charakter. einzuwirken,'' das sittliche Gefühl zu wecken, das Herz zu veredeln ff. für einen Nutzen haben kann, ob es nicht vielmehr Bitterkeit, wenn nicht Haß, erregen muß. Täuschen wir unö nicht, bester Herr'! der Leser einer Versolguugsgeschichte ferner Vater, zumal, wenn diese unschuldig, wie bei unfern Vorfahren der Fall — möge die höchste Stufe der Bildung erreicht; er möge die leisesten Fleckchen der Vorurtheile und Bevorzugung mit den schärfsten Achmitteln der Aufklärung und Humanität aus seiner Seele derart/weggeätzt haben, daß selbst ein, mit einem Herschel'schen Teleskop bewaffnetes Auge eines NatienalfeindeS nicht die mindeste Spur zu entdecken im Stande ist, eine Blutgeschichte seines Volkes reagirt immer in seiner Seele und läßt ein Wenig bitteresPracipitat zurück. — Und wenn es sich geradezu nicht ansscheidet und Mr fester Körper ansetzt, die vorher so reine Flüssigkeit seines moralischen Gefühls gegen alle Menschen opalisirk dennoch eine Zeitlang hernach rteND nNDiN m m rroy ly. llnd da leider die Judeugeschichte nur vom Blute trieft, nur Versolgungsscenen uns vorführt, ein jedes Wort in ihr ein Menschenleben kostet, so.glauben wir, die Bildung und ^(ufklärung dadurch am Wenigsten gefördert zu sehen, wenn wir solche Blutspuren, die auf dem tiefen Grunde des dreitausendjährigen Stromes der Geschichte in für die Menschheit so wohlthatiger Verborgenheit nach und nach in das große Meer der Vergessenheit weggefpielt werden, durch ein gelehrtes nby nty nby auf die Oberfläche der sich so schön zu beruhigelt beginnenden Gewässer der Jetztzeit herauszubeschwören — und mit den faulen Resten einer erschlagenen Vergangenheit die lebenslustige Gegenwart zu verpesten! — Wenn Sie jedoch Tagesbegebenheiten wollen gemeint haben, so will ich Ihnen ein noch nicht ganz abgelaufenes Geschichtchen erzählen; und wenn Sie wirklich Sympathie für die haben, deren Schutzredner Sie so großmüthig geworden, so' wird Ihnen dieselbe rechtvielen Stoff zu abermaligen Verteidigungen darbieten. Skizzirte Geschichte der Schule zu Seb e s-K e l c nt e s. Entstehtmg, Gedeihen, kränkelttder Zustand, Drittel zur Abhilfe, schwere Krankheit, Tod. Alles in achtzehn Monaten. Im September 1844 kam ein Lehrer nach Sebes und legte den dortigelt sogenannten Gebildeten dert Plan zur Orgarüsirung einer Normalschule vor. Der sich für die Sache am Meisten interessirte, und wohl guten Grund hatte, weil ihm sollst ein Hauslehrer eine sehr bedeutende Summe jährlich kostete, ist der ehemalige Gärber, nunmehr einem Jnstillkte der Bequemlichkeit folgend, dem Handeln sieh ergebenen R. Dieser brachte in Verbindung seines Schwiegervaters, des, das Kassieramt beliebätlgelnden Greuslers G., jedoch mit Zuziehung vieler Orthodoren, bald einen Schulverein zusammen. Ohne alt ein Reglelltent, an Statuten, wie es bei einem Vereine nothwendig, zu denken, ohne zu nup sen, w i e *) eilte Schule anssieht — und nur weil man in der Nähe von Eperies,'wo Schulelt sind, oster von einem Schuldircktorat hatte sprechen hören, und daraus den weisen Abderiten- Schluß zog, da auch hier eine Schule gestiftet wird, eilte Leitung nothwendig, gestalteten sie ans ihrer Mitte eine sogenamtte Schnlkomlnissien. — (Beschluß folgt.) Historische Excerpte alls' dem ,,Buch der Cronik und gefchichten mit Figuren urtd pildnißett vott anbeginn d'welt bis auf diese utifrc Zeit, gedruckt und volcnt in d'kaiserlichen statt AuSptrrg durch Haltnsint Schöusperger. Im jar nach Cristi Geburt 1500". Mitgetheilt von Mcxander Elsäßer. Jüngst theitte mir Herr Kirchenvorsteher H. L. Heimann von hier mit, daß ihm unter Makulatur ein altes Buch zu- ') Wir übertreiben wahrlich nichts. Benannter erster , Gründer fragte: „Wie groß werden die „Tische" sein, die! in die Schule kommen"? „Wie stark muß das Zimmer „erj temporirt" sein"? —

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