Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1846)
- Date
- 1846-05-21
- Page
- Seite 162 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ersteres können wir unmöglich glauben; beim Sie würden sonst mit offenen Augen gesehen haben, daß nicht wir jene Schlägerei zur Oeffentlichkeit brachten; daß wir um mit Thatsachen., denen wir größtentheilo beigewohnt, den Berichter st a ttev im „Israeliten" in die Schranken der Wahrheit weisen wollten; daß wir der wahrhaften Aufklärung und echten Humanität nicht weniger hold, als irgend ein auögewandcrtcr oder vagirender Ungar und nur gegen Asteranfktärnng und Mis- oder Verbildung, wie sie hier in Sebeö zur Schau getragen wird —. vor der uns, nebenher bemerkt, der Himmel so gut, als vor der tückischen Zeloterie, wahren möge! —- zu Felde zogen; daß 'wir nie der Orthodoxie, sondern bloS den hiesigen Orthodoxen gegenüber den hiesige n N c d t 0 g en ein Wort geredet; daß wir eine elende Verläumdung unseres gelehrten Freundes mit gebührender Züchtigung zurückwiesen und wir weder auf die hochherzigen Herren Holländer, noch auf Dr. Schiller,, von dem wir zweifelsohne mehr als Sie zu sagen wissen , weit wir seiner Bekanntschaft seit zwölf Jahren uns erfreuen, noch auf Kotbenhayer, der sich — wie ein jeder edle Charakter, welcher Gutes, stiften will, ohne dafür gelobhndelt zu werden — dadurch, daß er, im Dienste der Menschheit den Menschen begriffen, ein Paar Worte zu Gunsten desselben gesprochen, sogleich himmelan gehoben wird, nur noch beleidigt fühlen muß, Apologien schreiben wollten. — Würden Sie Ihren Artikel nicht mit der „Elte" angefangen und mit.der. „Elle" geendiget und wie''einen Kramladen . mit ,,Kleinhandel", „Krämerei", „Markt", „Trödel", „Dutzend", „Körnlein", die nnS unfehlbar auf die Spur des Händlers führen muß, so voll gespießt, wahrlich, wir hätten, dem Charakter des SchmahenS nach, in Ihnen nichts weniger als einen von Irrwahn befallenes Rabbinerchen vermuthen müssen! UebrigenS wollen wir es . dem gebildeten Deutschland gern verzeihen, wenn cs einen solchen Vcrtheidiger einer so l ch en Intelligenz als Prototyp der ungarischen Bildung und Aufklärung nicht anerkennen will; indein cs ihn wahrscheinlich als ungarischen Honi-Artikel hat kennen.gelernt, also für Deutschland.—> werthlos. — „Nachdem aber auch ein Sebeser Trödler., in die Trödel-Konkurrenz getreten, .und zwar mit dem ihm. allein geläufigen .Barbarismus des Kleinhändlers" — das heiße ich doch eine edle Sprache des. Großhändlers! —„da ist es Zeit znzurnsen: „Halt ein Barbar"! — Wir werden bald sehen wer dieses Namens würdiger, ist —; ferner: „Die Moral hiervon ist" — UeberglücklicheS- Deutfchland! selbst aus Ungarn schöpfst.Du Deine Moralisten l „Lassen. wir unsere Unbeholfenheit" — hier hat sich Schreiber verschrieben; cs muß heißen: „Unbesonnenheit" — „in; Lande" —- Welchen ' Verlust werden nicht die Patrioten in Folge Ihrer Auswanderung zu beklagen haben! — „und. ein Körnlein" -—Also Frnchthändlev! — „Geschichte wäre uns angenehmer, als ellenlange -- Wunder aller Wunder! mißt man in Dresden die „Körnlein" nach der' Elle? —- Berichte über Schlägerei und Gemeindeunruhen". Wie, sind die Spalten des „Orients" nur dem Großhändler offen? Ist der „Orient" eineRabbinerversammlung, wo man, um mitsprechen zu können, legitimirt seil: muß? Ist Vertheidignng der Wahrheit Barbarismus? Kennen Sie die Tendenz des „OrünitS"? Gewiß nicht. Nun wir wollen sie Ihnen bildlich vorführen. Der „Orient" ist ein Landschaftsgemälde. Hier erblicken wir Städte mit ihren gothischen Kirchen, Palästen, Thürmen, ihrer! geputzten Städtern; dort sehen wir kleine Dörfer mit ihren Strohdächern und dem geschäftigen Landmann; wir bemerken ferner zerstreute Partien andederer Gegenstände, wie sie die Natur einer, seit undenklichen. Zeiten von einen! gebildeten Volke bewohnten Landschaft darbieten kann, als neben hohen wilden GebirgSmassen angenehm bebaute, volkreiche Thäler, lachende Fluren, wildranschende Stnrzbäche, sanft dahinfließende Ströme, Flüsse, spiegelglatte. Seen, Teiche; wir nehinen sogar zerstörte. Gegenstände, Ruinen, Bruchstücke von Säulen, Vasen, Kapitälern ff. .wahr. — Sehen Sie, dort liegt ein zerbrochenes Stück, Viele gehen nnbeachtend vorüber, Einer bleibt stehen, stutzt, wird aufmerksam, betrachtet es genau, nimmt hastig Blei, Kreide und zeichnet. Wahrscheinlich selbst Künstler, hat er ein Kunststück bemerkt. —- Alle, diese Städte, Dörfer, Berge ff. sehen wir theils im Vordergründe im vollen Lichte, theils im Hintergründe im Liefen Schatten, theils im Helldunkel. Alles ist aber, soll das Gemälde auf Vollkonnnenhelt.Anspruch machen, zum Ganzen nothwendig.. — Das sst der „Orient". Er ist ein lebendiges Volksgemälde der Jetztzeit „ wo die verschiedenen Gemeinden, ja Parteien derselben, ja einzelne Personen sogar , die ans das Ganze irgend einen Einfluß haben können, sich besprochen finden und entweder durch Tadel von der Verfolgung unlöblicher Zwecke, abgehalten oder durch Lob zu gemeinnützigen Bestrebungen ermuntert werden, und woran viele Künstler arbeiten, Nieister, Gesellen, Lehrlinge; alle aber.unter:Aufsicht des Hanptkünstlers. Und nur ein Händler, der mit der „Elte" um sich herum bramarbasirt, kann Barbar genug sein, einen Vertheidiger der Wahrheit von der .Konkurrenz, ausschließen zu wollen! Geschichte wollen Sie. Gut. Doch meinen Sie Geschichte der Vergangenheit , daß wir etwa ans den hundertjährig bestaubten Akten irgend eines ungarLschen Archivs heransstöbern, wie man einen Juden — in Pech eingespundet ff., so verlangen Sie von uns, die wir nur „Kleinhändler" obwohl nicht mit der „Elle" ans dem „Markt" sondern in der großen Halle der Wissenschaft,, doch gegenüber jenen Koryphäen Deutschlands, in einem, vorgesteckten Winkel —- Ln. Oberungarn — nur