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Der Orient · 1846-05-21 · Heft 21 (21.5.1846) · p. Seite 161

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 21 (21.5.1846)
Date
1846-05-21
Page
Seite 161 (sequence 9)
Language
German
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theine.2) Was besagt nun diese Autorität? Sie giebt Gott, was Gottes, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Für Napoleon war es befriedigend, zu wissen, daß eine nach dem Code civile geschlossene Eyevon den Rabbinern nicht.anathemcrtisirt.würde; daraus kann aber der gläubige Israelit noch lange keine Erlaubniß der gemischten Ehen ableiten, wenn er nicht etwa von Laban und Bethuel erstbelehrt werden muß, daß die Ehe kein bloßer bürgerlicher Kontrakt, sondern eine göttliche Anstalt sei (L B. M. 24, 50).) Es ist daher auch sehr auffallend, wie Dr. Creizenach in Schurat Hadin S. 37. über das Sanyedrin sich verwundernd ausrufr: „Wenn aber Civilehen zwischen Juden und Christen nicht verboten sind, warum sind sie keiner religiösen Einsegnung fähig?" während doch das Sanhcdrin nicht einmal gesagt hat, daß sie nicht verboten sind, sondern sie blos als, fait accomjjli nicht mit dem Banne belegen zu müssen glaubt! Wie sollten sie denn aber religiös eingesegnet werden können, da sie unbezweifelt, da sie zahlreich vorkämen, die Auflösung des Iudmthums herbeisühren müßten? Man hat die Gestattung derselben an die Klausel knüpfen wollen, daß die aus denselben hervorgehenden Kinder in der israelitischen Religion erzogen werden; doch, welche Täuschung! Können wir da eine echte israelitische Erziehung erwarten, wo Vater oder Mutter sich zum christlichen Glauben bekennt? Kann überhaupt nur verlangt werden, daß ein Ehegatte sein Kind für eine andere Religion erziehen solle, als die seinige ist?, Haben auch nicht beide Eltern genug zu thun, um, wenn sie Christen sind, christlich, wenn Israeliten, israelitisch zu erziehen? Haben sie nicht ihre beiderseitigen sorgsamste Aufmerksamkeit gemeinsam und unermüdet auf die Erreichung des einen Zweckes zu richten? Was soll also aus der Halbheit werden? — Eine bloße numerische Vergrößerung zu erhallen, ist aber am allerweinigsten Israels Aufgabe? „Nicht weil ihr die Mehrheit der Völker seid, hat Gott an euch Wohlgefallen, denn ihr seid die Minderheit" sagt Moses (V SS. E 7, 7); und der Prophet Zacharias lehrt uns: Nicht mit Heeresmachl und nicht mit Kraft, spricht der Herr Zebaoth, sondern mit meinem Geiste (Zach. 4, 6). Vom Geiste des Israelitenthums müssen daher unsere Kinder ganz durchdrungen sein, jede Halbheit aber führt zum Uebel, und wenn daher wirklich noch kein Verbot der gemischten Ehen bestünde, so müßte es Aufgaben der heutigen Rabbinen sein, ein solches hervorzurufen, nicht aber die ehrliche Aeußerung des hochwürdigen französsischen Sanhendrin zu verdrehen, u. dem Unglauben in die Hände zu arbeiten " So weit nun für jetzt meine längst niedergeschriebenen Worte über den falschen Grundsatz, „daß Alles, was nicht verboten ist, erlaubt sei," und ich finde nicht nöthig, hier noch etwas. Neues hinzuzulügen. 2) Der wiederhohlte Abdruck dieser Original-Antwort im Orient wird nicht überflüssig erscheinen, wenn man erst kürzlich in dessen Nr. 9 d. I. in einer Skizze über Reform die falsche Behauptung gelesen hat, das französische Sanhedrin habe die Ehen zwischen Juden und Christen erlaubt. Nach allem Bisherigen hat es sich auch zur Genüge gezeigt,'wie der Mannheimer Mitarbeiter des Israeliten, selber in falschen Darstellungen und Grundsätzen herumtappt,, und somit kein Recht habe, die Bad.^R.-V., nach' seiner noblen Ausdrucksweise, eines principlosen Herumtappens zu beschuldigen. Uebrigens dürste es bei jedem Manne von Kenntnissen und wissenschaftlichem Ernste bereits fest stehen, daß es durchaus nicht so leicht ist, ein durchgreifendes Reformprincip auf- ' zustellen, und daß, nach einem solchen zu streben, schon ein großes Verdienst sei. Doch diesen Aufschluß wollen wir unserem Gegner noch mittheilen, daß nämlich unser Reform- Princip kein unterwühlendes und zerstörendes sei, welches man dem harmlosen Volke sein verdeckt, um ungestraft die Erschütterung alles Bestehenden herbeisühren zu können. Nein, unser Reform - Pcincip ist das der Erhaltung und Veredlung im wahren Sinne des Wortes. Schließlich erinnere ich noch daran, wie der Stammvater Jakob den Streitgeist, der ihm im Dunkeln angefallen, nach dessen Namen gefragt har, und so fordere ich auch meinen Herrn Kritiker auf, im Falle er noch einmal uns heimsuchen wollte, das sichere Versteck der Anonymität abzulegen; dann stehen wir ihm auch wieder zu Diensten. Leopold Schott, Rabbiner. Oesterreich. Sebes-Kelemes, 20. April. Dreimal glückliches Sebesl Wer hätte es vor einem Jahre deinen ,,Juden mit praktischem ©tun", als sie noch ein sogenanntes Kasino hatten, eine wahrhaft schöne Schule besaßen,^ als die Aussicht auf einen vollständigen Sieg über die Orthodoxen in scheinbar naher Aussicht gestellt, ihnen das Herz so trendig schwellte, sagen mögen, daß sic, nachdem das Kasino nicht mehr ist und die Schule in ihrem letzten Lebensfnnken schon verglommen und nun mehr die tobte Asche — die Schulbänke, die aber, um die Lehrer zu befriedigen, wahrscheinlich werden müssen verauktionirt werden — übrig, einen so warmen Bertheidiger in weiter Ferne, in Dresden sogar, wie derselbe im ,,Orient" Nr. 9 auftritt, finden werden l Im Namen ihrer Schutzbefohlenen habe ich die-Ehre, wie einst die Jerusalemiten dein Jehnda ben Batera! 'in DlbtP wjnjnsa nonQ^mmDi pljrranN*) Ihnen Dank abzustatten. — Aber Herr Ritter von derJntelligenz-GestalO der Sie für eine Ihnen, wenigstens jetzt ganz gewiß, unbekannten Dulcinca von Sebcs eine Lanze brechen, was hat Sie denn so sehr in Harnisch gejagt, daß Sie 'gegen Windmühlen anrennen und selbst unsanft zurnckgeworfen werden, indem' Sie sich in eine Sphäre versetzt , in der sich wahrlich nur keilt Jntelligenzheld bewegen kann? Sagen Sie, haben Sie unsere Berichtigung selbst gelesen, oder sich blos erzählen lassen? *) 'n 'n.frp crnoD.

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