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Der Orient · 1846-05-14 · 20 (14.5.1846) · p. Spalte 311-312

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
20 (14.5.1846)
Date
1846-05-14
Page
Spalte 311-312 (sequence 4)
Language
German
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312 Bll Studien. Das gnostische rechter Besorgniß einer trüben Zukunft entgegensetzend, setzte nach seinem Traume beruhigt und getrost seine Reise in die Fremde fort. Laban i.Gen. 31, 24), erzählet selbst seinen festen Glauben an seinen gehabten Traum, indem er gestehet durch denselben zu einem ganz andern Entschlüsse gebracht worden zu sein. -wüh dmn jn' DDDjrnwyb bxb w jn man npjn DjnmD *]b -iDxtete (Gn.3i,29) Es zeigt auch die Unruhe der Brüder und die Aufmerksamkeit des Vaters, als Josef (Gen. 37), ihnen seine Träume erzählte, welch' großes Gewicht sie auf die Erfüllung derselben legen müßten. Die 2 Ho fb.edient en des Pharao (Gen. 40) und Pharao selbst (Gen.41), sowie Nebuchad n etz a r (Dan. 2) waren eifrig bemüht eine ihrer, aus der Einwirkung des Traumes hervorgegangenen Gemüthsstimmung zusagende Deutung zu erhalten, demnach mußten sie doch daran g lau ben. - Joseph sah später als seine Jugendträ'ume, wirklich erfüllt waren, seinen Glauben an dieselben der (wie wir oben dargethan) früher sehr schwach und schwankend gewesen sein /mochte, nach.all' seiner Ausdehnung bestätiget, daher (Gen. 42/9 die.Worte: ripbnn DN *)DV “iDM. — Jakob (Gen. 46, 2 u. 3) konnte erst durch eine göttliche Erscheinung im Traume zur Fortsetzung einer Reise bewogen werden, vor der es ihm graute und die er ohne diesen Traum warscheinlich gar nicht ausgeführt haben würde. Und was spricht wohl mehr für den frommen, man darf sagen, unbedingten Glauben an Träume, als daß der sonst- (Jud. 6/ 36 u. 39) so sehr schwergläubige Gideon durch das bloße Anhören-: der Deutung eines erzählten Traumes (daselbst 7, 13) ermuthiget, und des Gelingens seines.Vorhabens auf einmal ganz gewiß wird? * Schaul (1 Sam 28, 6) würde sich glücklich geschätzt haben, einen Traum zu erhalten. Und auch negativ läßt sich beweisen, daß der Glaube an Träume in der Bibel im Herzen des Volkes fest inuß Wurzel gefaßt haben/denn wozu sonst die häusiig wiederholte Warnung gegen den Glauhen an alle Träume ohne Unterschied? (Deut. 13, 2, Jer. 27 u. 29) DD’Ttiiten te )ymn te a. m.? ' Aus diesem Glauben an eine symbolische Mittheilung ^vermittelst des Traumes entstanden. Die D eu tun gen. -Da nämlich die meisten, der bisher angeführtem biblischen Träume bloß symbolisch waren, so bedurften sie nothwendig einer nähere Erklärung — ovsiQoXoyla. — Die Sprache der Seele und ihre Bilder im Traume sind aber ganz anders, als im Wachen. „In einigen Fällen. ss) lassen uns solche Zustände die Seele in ihrer Besonderheit und Verschiedenheit selbst vom Geiste erkennen, und es ist unter Anderem auf- * 55) Schub. Geschichte d. S. S. 381. Princip in der Kabbala. fallend, wie die Sprache.der Seele so ganz nur in Bildern und Anregungen von Gefühlen statt der Worte bestehet, während die Sprache des Geistes, die eigentliche/gedankenvolle Menschen- und Wortsprache ist. Wenn dann beim Einschlafen oder im Irresein des Fibers der Geist in seine innere Liefen zurücktritt und nun blos noch die Strahlen der Seelenthätigkeit in das leibliche Leben herabfallen nur noch die Seele spricht, da verwandeln sich sogleich die Worte, in denen wir beim Wachen und im gesunden Zustande denken, in eine Reihe von Bildern. Wenn dagegen der'Geist beim Erwachen die ihm gebührende Herrschaft zurücknimmt, dann giebt er der Sprache wiederum das Gepräge seiner Natur, welche ursprünglich in Zeichen , Zahlen, und Tönen nicht blos das Erscheinen der '.Dinge für das äußere Ohr, sondern ihre innere Bedeutung für eine höhere Ordnung des Sein's und Lebens erkennt und darstellt." Die Gabe der Traumdeutung selbst und die Einsicht in jeden Traum ist aber ein Geschenk Gottes z Gott, der Sender der Träume, eröffnet denjenigen, die er liebt und.die er zu Organen seiner Offenbarungen gemacht hat, die Bedeutung der Tränme, wie dies deutlich ausgesprochen wird von Josef (Gen. 40, 8 u. 41, 16) , öynnE) DV^x!? xte njnö nnte'-nx w nvite nyte und von Dan. (2, 27 und 28) pn pjoDin pDtsw -wdii 'tö bm rate ’n xd •pn n1^ w: nte-ypx d-d : rate1? mn.*!1? pte ' Daß die Talmudisten vielfach mit der Erklärung und Deutung von Träumen'sich befaßt und ihre dies betreffenden Resultate größtentheils in Berachot 55 ff niedergelegt haben, ist bereits oben erwähnt, worden, und ist hier nur noch zu bemerken, daß von denselben die Träume, deren Deutung man nicht weiß, und die man doch gut gedeutet haben möchte, dem Erwähnen in. einer. Gebetformel während des Aussprechens des-Priestersegens unterstellt sind, für welche Ansicht sich allerdings viel Vorbringen läßt. — , Literarische Analekten Ueber das gnostische Prineip in der Kabbala. Von L. Skreinka, dkrigirenden Senior und Katecheten a. d. Realschule zu Arad. Als Seitenstück zu der im LB. zum Orient gegebenen trefflichen Erklärung über einige Aussprüche der Mischna, welche die werkthätige Handlung als unerläßliche Bedingniß des religiös-sittlichen Gedeihens aufstellen, bilden mehrere Stellen des Sohar und seiner Glossen, auf die ich durch den seligen Oberrabbinen A. Chorin geführt worden bin, einen so. scharfen Gegensatz, daß sie mir vorzüglich geeignet scheinen, die Kehr-

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