Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 20 (14.5.1846)
- Date
- 1846-05-14
- Page
- Spalte 307-308 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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308 307 Studien. Der Traum Allmacht Diese Frage vermuthete Mosche von ihnen W. iip MlL ftug: wie sott ich ihnen Las' deuten: DJrt’N “)DN4 dd? Eindringlicher konnte er ihnen die Religion seiner Väter nicht einschärfen als wie er es gethan/ Er sagte ihnen: ich frng den Gott unsrer Väter, der sich mir offenbarte, mit welchem Namen ich . euch, am deutlichsten, von seiner Allmacht überzeugen könne, und er gab mir zur Antwort: sage ihnen „n>nv, der Gott Abraham, Isaak und Jakob hat mich gesendet"- d. h. in diesem Namen liegt ja jene meine Eigenschaft, und so bleibe ich für. und für der ich bin ,,bleibe so heißen , wie ich jetzt heiße: .rprk\‘ TON dieses ist attcin Namen und. mein Wesen von Geschlecht zu Geschlecht: vpr nn. 07'nr." So war der Geist, seiner Zeitgenossen in jenem Lande: einen Kraftgott, der „vor ihnen ein-und ausgehen sötte", wollten sie, denn ' sie waren keine Philosophen. Obiger Satz 'dm »Tritt Hab somit, wie dieser logische Sinn zeigt, nichts gemein mit dem Gottesnanren nipp. Es ist der alleinige Allmächtige »“nrs,// und somit kommt auch alle Nahrung, alles Gute.von ihm her. Daher wollte Moses auch kein Gebrauch von dem -Epithetorl ulachen, wie wir alles oben bereits ausführlich, erwähnt haben. Wir können daher auch nicht annehmen, daß Moses der Verfasser des Buchs Jjob ist. — Nach all dein Gesagten kommt ^2/ von. der Sylbe -,L/ ./und bedeutet: der Altgütige und pp und pjVrp voll. PT und bedeuten der Allmächtige. —^ “T ,* Der Traum bei den alten Hebräern. Eine archäologische und philosophisch-theologische Abhandlung . von E. 28eimann, , cun«l. theol. (Schluß.) 2) Derjenige, der eine echte Traumerschcinung gehabt hat, fühlt beim..Erwachen, bei und in sich selbst die große Wirkung, die derselbe in dem Gcmüthe zurückgelaffen, so daß er nicht umhin kann, diesen Wirkungen, Ich auch, ohne so einen Willen im wachen Zustande ganz und gar hingegeben und je nachdem der Traum freudigen oder traurigen Inhalts war, freudig oder traurig gestimmt ist, wie Jeremias (20, 9) von der Prophetie im Allgemeinen auch ausdrücklich sagt: „Es war in meinem Herzen wie brennendes Feuer", d. h. ob ich wollte oder nicht, ich mußte das was-ich in prophetischem Gesichte erfahren, nach Außen hin kund thun". Auch bei den alten Hebräern. Maim.46) zeigt, daß eben die Prophetie den Propheten im Gesichte gleich darthue, daß sie Prophetie sei, was ebenfalls Alles der falsche Traum nicht, thut. Daher fühlten auch Abimclech und Laban so lebhaft, was sie von Abraham und Jakob geträumt, und konnten" nicht umhin, des Traumes Warnung auch wachend zu befolgen, d. h. aber mit deutlichem Worten, sie erkannten, daß der Traum von Gort ihnen zugekommen sei. 'Daher auch das.Erwachen des Pharao zwischen seinen zwei Träumen, da der erste so schc auf ihn eingewirkt hatte, und -er Einfluß der Mittheilung auf sein Ge- . müth so' heftig und stark war, daß die Stärke des Schlafes, .des innern Gefühles weichen mußte, wie dies auch bei Nebuchadnezar der Fall war. Dahin mag es deuten, wenn es so sehr oft von Träumenden in der Bibel Heißt,, daß sie -nach deyl Erwachen'erkannten, daß es ein Traum sei — ppv) D^n nm. — Der cchtc Trmim ist ein Vorzug der Frommen. Aus dem bereits Erwähnten' läßt es sich nun wohl erklären, warum der echte Traum.als ein Vorzug, als eine Art Begünstigung von Seilen Gottes gegen seine Ergebenen, gegen die Frommen betrachtet werden muß. Dies geschieht auch: .1) Von der Bibel (Num. 12, 6) „Wenn Jemand von euch ein Prophet ist, so erscheine Ich Gott ihm im Gesichte oder gebe mich ihm im Traume zu erkennen. Wobei der hebr. Scholiastdas .rjtoM sogar dahin auslegt, daß er sagt NW O "imN;D&m -]1DD3 E/DD ilW>n niN1D3'; D^l7in rwin. Auch Elihu (welchen Herder^) so gern, ohne einen eigentlichen Grund angeben zu können, als Schwäzzer darstellen möchte) spricht sich in der oben angeführten Stelle klar und deutlich darüber aus: „Nur Einmal redet Gott und zweimal, so man nicht darauf gemerkt.- JmTraum nächtlicher Gesichte „wenn Betäubung die Menschen überfällt, im Schlummer auf der Lagerstatt, da öffnet er des .Menschen Ohr und prägt ihnen Warnungen ein. Um dem Menschen abzubringen von seinem Thun, und gegen den Stolz den Mann zu. schützen. Damit er abhalte seine Seele von hem Untergänge,' sein Leben von dem Geschoß des Todes". 2) Im Talmud") wird derjenige für ein, von der Gottheit wenig Begünstigter gehalten, der nicht wenigstens alle Woche eines Traumes sich rühmen kann, welchen Satz der Talmud auf eine, freilich sehr sonderbare Deduktion aus der Bibel herleiten will, cpt ny2W ]bn hb NTyiT3tt bx jn -\p2vb2 yim (49':t7 ZN N-ipa ahn ^2 y2W jnit7 \snpn.— Auch die später« Interpreten vindiciren die göttlichen Träume blos dem Gottessürchtigen, so z. B. wird von Seiten,des, die Ansichten'des Talmuds meistens repräsenrirenden 46) M. N. II, c, 45. 47) a. a. O. 48) Berach. 55, Ir. 49) Prov. 19, 23. i