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Der Orient · 1846-05-14 · Heft 20 (14.5.1846) · p. Seite 153

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 20 (14.5.1846)
Date
1846-05-14
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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bezahlen fcicfe Leute b^l den Prahlerischen Synoden das sehr.gut dafür von 10 bis 50 Pf. St. Das Gold klingt wohl recht schon, aber wie viele bittere Senszer stoßt der weniger Bemittelte aus , Mtancher-bedauert aufs Neue, einst seinen Reichthum verloren zu haben, beneidet und beredet oft den Aufgerufenen, . auf welche Weise selbiger zum Reichthum getaugt; der ganz Arme , der die Werkel-Tage hindurch sich gekränkt und Jndengesctz genug gefühlt, und am Sabbate (Feiertage) seiner Leiden vergessen will, wird im GottcShause noch mehr gekränkt , wenn er sieht, daß seine Armuth ihn verhindert, der Vorlesung des Gottes Worts näher zu kommen. Ich habe von glaubwürdigen, anständigen Menschen gehört, die 5 bis 10 Jahre regelmäßig alle ■ro^ oder ro"'> eine Synagoge besuchen, ohne daß ihnen noch eine. tdüd zu Theil geworden, weil von ihnen nicht viel zu erwarten ist. Kommt aber ein Fremder imponirend hinein, so betrachtet ihn der 'Sekretär von Kopf bis Fuß, läßt ihn durch seine untern Beamten durch die 2. Hand ansspüren, ob von diesen Fremden wohl etwas zu erwarten sei, ist Aussicht, wird cs dem Vorsteher be- richtet, er wird vorgerusen, derL7Q kann dann nicht ausbleiben, und um nicht beschämt zu werden, muß er spenden. Dies liebet bringt zugleich ein Anderes, jeder erfordert 5 bis 10 Minuten, das Publikum langweiltsich, die nach hinten Stehenden sangen Gespräche an, manches Geschäft wird verabredet ttni> abgeschlossen, oder Schauspieler, Säuger und Tänzer kritiflrt, ist der auch... schon zu Ende, lassen sich die im Gespräch Vertieften nicht stören , sprechen oft ruhig' weiter bis np obci* gar alle Gebete beendigt sind. Dr. A. scheint es gar nicht zu wissen , oder wenigstens will er es nicht sehen,! denn er sieht immer mit dem Gesicht zur Wand , ohne sich hermnzudrehen, welches von Manchem getadelt wird. Die dieser Tage hicrhergekommene Nachricht, daß der Berliner Vorstand cs rum dahin gebracht, daß dort ein neuer Tempel erbauet, und darin eine Reform im Sinne des Dr. Sachs eingeführt werden sott, hat auch hier viele mit Freude überrascht, indem man voraussetzt, daß der kluge Vorstand, viele gelehrte Rabbiner dabei Zu Rathe ziehen wird, und was Diese bestimmen, wird nicht nur für Berlin, sondern für die mehrstcu Gemeinden Europas zur Norm dienen. Die Neucrmugssi'lchtigen werden dann die sestgestellten Gesetze achten, diese nicht übertreten wollen, und die einzelnen Rabbiner werden einen Stützpunkt finden, sich gegen die alten Orthodoxen zu vertheidigm, Zwietracht und Spaltungen werden dann vermieden — und Friede in Israels Gemeinden hergestellt werden. Es wäre zu wünschen, daß der gelehrte Dr. Frankel zu Dresden sein Vorhaben, wirklich echte Theologen zu versammeln, um zum allgemeinen Wohl Israels Beschlüsse zu fassen , bald bethätigm möchte, weil nun die maskirt gewesenen Rabbiner ihren Einfluß verloren haben.' London, 24. April. So eben kommt , mir der .Orient Nr. 15 zu Gesicht, worin das Verfahren des Hamburger jüdischen Vorstandes gegen den Knaben Nachtigall mit Recht zu nicht ihrem Vortheile bekannt gemacht wird, ich frage: Wie lange noch werden die durch ihre Autonomie misleitete Vorstände so blind sein, um nicht einsehen zu können, daß sie es sind , die es verhindern, daß der Senat, ihre so oft-nachgesuchte Emancipatien nicht be-.. willige? Denn während dem sie selbst, das von ihren Vorfahren im finstern Mittelalter erworbene, und ihnen vererbte Unrecht, nicht aufgebeu wollen, warum soll der Senat anders Handeln? Ich hatte vor einigen-Jahren auf einer Reise mit einem Hamburger Senator Gelegenheit, über Emancipation zu sprechen, welcher mir eine ähnliche Bemerkung machte. Fürchten die Hamburger, das alle unbemittelt Zukommendeu der Gemeinde zur Last satten werden, so muß ihnen das Beispiel des seligen Heine, Oppen heim er und Anderer mehr, ein Anderes belehren. Es ist zu bewundern, daß der fromme und umsichtige 'Chacham nicht Einfluß genug habe (denn an gutem Willen fehlt es wahrscheinlich nicht), den Vorstand und die Gemeinde zu bewegen, das schändliche Privilegium einer unpassenden Antanomie dem Senate'zurückzugeben. — Sollte die Beibehaltung dieses Privilegiums moralisch, oder gesetzlich zu rechtfertigen sein , so . wundert mau stch, daß nicht irgend ein jüdischer Jurist eine Rechtfertigung in Ihrem werthen Blatte bekannt wacht, um den Vorstand zu entschuldigen, wenn auch nur nm selbe 'nicht der Mißachtung jedes Freidenkenden Preis zu geben. Frankreich. Paris, 5. April. (Aus einem Privatschreibett.) Gestern am inan kW --war es' mir vergönnt, einer Predigt des Grand-Rab'bin, desHrn. Marchand Ennery beizuwohnen. Man muß sie gesehen haben, diese Herrliche große Synagoge, man muß dem Gottesdienste beigewohnt haben, und man nimmt die Ueberzeugung mit nach Hause, daß unsere ehrwürdigen Gebete, die Meisge nicht so kalt und unbefriedigt lassen, wie man es Lu Deutschland vorgiebt. Es war wohlthuend für das-Gemüth, erquickend für das Herz, in dem Lande der voll--- kommensten Emancipation, in der Weltstadt- Paris, Glaubcnsbrüder aus vielen Ländern, Männer, die auf' allen Stufen des gesellschaftlichen Lebens, Stellen mit der größten Ehre mrsfüllen, ir\H vereint, in einer und derselben, allen verständlichen Sprache, in der Sprache ihrer Vater, ihr Gebet verrichten zu sehen. Nachdem beendigt, bestieg der Grand-Rabbin die Kanzel, und hielt, einen sehr .schönen moralischen Vertrag als Einleitung. Er ging dann auf die Stelle im Wochenabschnitt rm.by mb' -a ’Djpni -ii N!2 jrprr't«^ l^in nN rc. über, die er. sehr deutlich und klar

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