Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1846)
- Date
- 1846-05-14
- Page
- Seite 151 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 151 - anderer Theologen zur Folge haben. Er wird sich geehrt sehen, die Briefe der. ihren Beitritt Zusagend entgegen zu nehmen , und kann er nicht den Wunsch unterdrücken, 'daß die Zusammenkunft im Anfänge^ 'des. kommenden Herbstes , etwa nach verflossenem Succotseste, stattfinden möge. Die an ihn ergangenen Briefe werden hierüber entscheiden: und im Falle die Mehrheit diesen.Zeitpunkt als ungünstig ansehe, so wird das Frühjahr des k. Jahres gewählt werden. Auch über den Ort der Zusammenkunft erwartet er Vorschläge oder ob die Herren Theilnehmer ihm die Bestimmung hierüber überlassen wollen. Sehr wünschenöwerth ist., daß er bald mit den Zuschriften der Antheitnehmenden beehrt, und die Versammlung überhaupt nicht zu lange hiuausverschoben werde. Die Auskunft über Ort und Zeit der Zusammenkunft wird so bald als möglich durch die öffentlichen Organe bekannt gemacht werden. . \ Der Unterzeichnete enthält sich aller Vorschläge über Konstituirnng und Statuten der Versammlung; und vertrauet er dem Höchsten , dem Gotte der Wahrheit/daß dieser Aufruf Anklaug finden möge. Dresden, den 6. Mai 1846. ' - Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner. Großbritannien. - London, im April. In mehreren deutschen Journalen, besonders aber in der A. Z. d. Judenthums ist das Verfahren unseres Rabbiners Dr. Adler gegen, eine Braut zur VV68lenä-ke1vrm-Gemeinde belangend, so parteiisch besprochen, daß ich zur Steuer der Wahrheit nicht umhin kann, Sie zu bitten, folgender MittsMuttg in Ihren unpartheiischem Blatte einen-Platz Änznräumen: Wenn es einerseits wahr ist, daß. der so viel besprochene CH er cm zur Zeit von dem seligen Rabbiner S. Hirsch eil unterzeichnet wurde, als derselbe schon so körperals geistesschwach war, daß er gar nichts wußte, was eigentlich damit bezweckt werden sollte, und nur dem Willen der ihn dazu veranlassenden, reichen unwissenden Orth odoren folgte , und es eben so authentisch feststeht, daß die übrigen Unterzeichner desselben Dokuments, von denselben Verantassern so abhängig gestellt sind, daß sie es nicht wagen dursten, dagegen, zu sprechen, daß also von vornherein die Nichtigkeit eines solchen Dokuments hervorleuchtet, so ist es andrerseits auch wahr, daß die Reformer jedenfalls zu übereilt, Und dadurch darin gefehlt haben, daß sie zu einem solchen, wichtigen und heiligen Unternehmen nicht einen Mann zu ihrem Führer gewählt, der authentisch als hierzu befähigt anerkannt sei. Denn ihr Anführer, Hr. M., wird heute noch selbst eingestehen , daß er sich nie zu einer solchen Sache' vorbereitet-habe, um dessen Wichtigkeit, mit beurth eilen zu können,.! ob schon sein Rede-Talent, sein Wille Gutes zu wirken, Charakter und Moralität hoch zu schätzen ist. Die Reform-Gemeinde hat den 'Cherem einige Jahre für. gültig angesehen., weil von Beginn an die neue 'Rabbinerwahl bevorstand,.wo man an einer Ausgleichung' nicht zweifelte. —* Dr. Ad t er wurde gewählt, hat sein Amt im Juli v, I. angetreten und. in seiner Antrittsrede sich wohl sreidenkend genug ausgesprochen, woraus die Reform-Gemeinde wohl hätte schließen mögen, daß D-r. Adler kein Mann des alten finstern Geistes sei, deshalb wäre es wohl billig gewesen, ihm. Ihre Beschwerde über das Ihnen durch den Cherem zugesngte Unrecht vorzutragen, um . seine Meinug zu hören, uM wo möglich eine Ausgleichung zu bewirken. Aber dies geschah nicht,-und von Dr. A., der das geistliche Oberhaupt über. 20 Tausende ist, war nicht zu erwarten, daß er die, vor seinem Antritte ausgeschiedenen circa 30 Familien, wovon einTheil zur portng. Gemeinde früher gehörte, etwa aufsuchen sollte. Da es aber dem Dr. A. sehr am Herzen tag, diesen Zwiespalt möglichst^auszugleichen- und sich die Gelegenheit darbot, daß eine'Braut aus jener Gemeinde von ihm die Erlaubnis nachsuchte, war es ihm gewiß nicht zu verargen, daß er diese Gelegenheit' benutzte, um die Sache -zur Sprache zu bringen. Was geschah: Dr. A. wollte die Erlaubniß, in einer unter ihm..stehenden Synagoge zu trauen, nur unter der Bedingung ertheilen, daß die Braut erkläre, in ihrem Ehestände sich zu derselben Synagoge ihres Ehemannes zu Hatten, dies wurde gutwillig erklärt ■ — hierdurch begannen schriftliche und mündliche Unterredungen zwischen Dr. A. Nlud dem Vorsteher G. Welche Bedingungen Erfterer dem Letztem zur Ausglej- ' chung vorgcschlagen, hat G. nicht veröffentlicht, wahrscheinlich waren solche in -der Grenze der Billigkeit gestellt. — Von hierarchischem Gewattstreich oder Gewissenszwang, wie es die Judenzeitung bezeichnen will, kann hier nicht einmal die Rede sein, denn das Brautpaar war ja gar nickst gezwungen,von Dr.> A., die Erlaubniß zu ^verlangen, sie hätten sich doch eben so gut .. 20 *