Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 19 (7.5.1846)
- Date
- 1846-05-07
- Page
- Spalte 299-300 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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300 299 Mudren. Chasdai, ben Jizchak. der Entgegnung erlauben, und zwar ist es mir noch besonders erwünscht, mich über den Gegenstand auszusprechen, weil ich hierdurch Gelegenheit erhalte,-eine Pflicht der Gerechtigkeit gegen Herrn Dr. Carmol y zu erfüllen. 'Dieser Herr ver-' öffentlichte nämlich schon früher in seiner Revue orientale die Meinung, daß an jener Stelle des Tachkemoni Chasdai ben Iizhak st'att, Iizhak den ^Chasdai zu ' lesen sei, und Herrn Carmoly gehört demnach das Verdienst, zuerst die wahrscheinliche Richtigkeit der Lesart hergestellt zu haben. Hierbei darf denen, welche mit dem Gange'der Forschungen jenes Mannes bekannt sind, die Vermuthung nicht gleichgültig sein, daß' vielleicht in einer alten -uns nicht mehr zugänglichen Handschrift der. Pariser, oder einer andern Bibliothek .sich wirklich diese Lesart vorsindet.*) - Prüfen wir jetzt die Frage über die Richtigkeit der Lesart. Chasdal ben Jizchak ist 'die wahrscheinliche, ja die norhwendige Lösart, 1) weil alles in Pforte X VU1. des Tachkemoni von dem Mäcen Gesagte nur mit der Geschichte des. Chasdai in Verhältniß gesetzt werden kann., 2) Weil die Zahl 4700.und Anfang des 8. Iahrhunders grade für die Zeit paßr, wo Chasdai auf dem Kulminationspunkt seines.Ansehens war (er starb um 960) während dieser Zeitangabe der Blüthenzeit des, Vaters gegenüber, ein arger Anachronismus wäre. .3) Wie wäre es möglich daß 'Charisiden Chasdai mit Stillschweigen übergehe, da doch Luzzatto zugeben wird,daß hier ix:] rDDpn fD HD' Q'efagt weiten muj$. 4> Abraham hen David, sagt ausdrücklich l^nnn WDH und.kennt dessen Vater nicht, ö) Woher weiß man denn, daß der Großvater unsres -Chasdai (d. h. der Vater des Isaak) ebenfalls Chasdai geheißen? Im Akrostichondes Briefes an denChazarenkönig wird er Esra genannt, was hier schwerlich Familiennamen, wie bei Moses und Abraham den Esra ist, da. die Chasdai's zum Familiennamen Schprot oder Schafrut hatten, und sie meines Wissens, auch sonst nicht bene Esra genannt werden. Gestützt auf die Kraft der Nummern i und 3 allein, appellire ich an den kritischen Takt der Herren Jost' und Luzzatto und frage, ob sie bei gründlicher Prüfung wirklich die überkommene Lesart dulden können? Wir'haben nur zwei Wege, für diesen Irrthum: entweder er ist von der Hand Charisi's, oder von der seiner Abschreiber; für das erste spricht sogar, wenn auch sehr schwach, der scheinbare Reim *Wön mit wie wirklich Pforte XI^.VI. verkömmt.^ Dagegen 'läßt der mehrmalige, gewiß nicht unabsichtliche, Gebrauch des Wortes nnpn schließen, daß Charisi einen Chas-' dar und nicht einen Jizchak vor sich gehabt, während die Worte NU' wen p vnson pniP. 'l hinter dem vcr- *).Als ich^ meine Worte fäy den Orient niederschrieb, -wußte ich.nicht, daß C.. schon dasselbe gesagt, und auch meine, Nichtsreunde.werden mir diese einfache Versicherung glauben. Die Cenjectur ist übrigens so einfach, daß' man-ohne besonderes Talentdarauf kommen kann, und C., dem Talent nicht abzusprechen ist, kann sie gar wohl aus eigenen Mitteln gemacht haben. . einzelten selbst etwas verdächtig dastehe. Was bedeutet auch. vnDon als Epitheton hier, wo wir nur von Spanien sprechen, und alle Vorgeführten nur DWDD sind? Ich wäre desbalb geneigt zu vermuthen, daß Charisi in Rcimnoth und Wortspielsucht an den Familiennamen anknüpfen wollte, und seine Worte waren: ni^’.^SD nv' ■’Nion pm nnstyn priavp ^rrn «wn. Db aber Charisi selbst, oder die Abschreiber, oder die Drucker gefehlt, das thut wenig zur Sache, und ich bin überzeugt, daß .L u zz a t t o, der. mit so frommen Eifer dem hoch würdigen'Namen eines Maimuni Preis giebt, keine Lanze für -die Unantastbarkeit eines.'Charisi brechen wird.. Geschichte, Kritik) und ich möchte sagen auch das Gefühl fordern die Leseart pniP p WDn, und die alte irrthümliche Lesart WDn p pna^wicb keineswegs durch den Brief des Menachem ben Seruk gestützt. Denn was lehrt uns dieser Brief? Weiter nichts, als daß Chasdai's Vater ein wohlhabender und 'wohlthatiger Mann war. Aber gerade negativ geht aus diesem Briese selbst-hervor, daß nur Chasdai der von Charisi'gemeinte Mäcen war. Menachem hätte gewiß die Tugenden und das Ansehen des Vaters anders gepriesen, als blos damit, daß er ihmzu essen gegeben, da er doch in den Lobpreisungen auf Chasdai so zu sagen alle Kunst erschöpft und andere nichts zu loben überlassen". Noch muß ich mir ein Wort über die Form der mich betreffenden Stelle im Schreiben ' des hochgeachteten Herrn Luzz.atto erlauben.' Nicht nur micht ohne allen Grund habe ich meine Vermuthung ausgesprochen , sondern ich. habe mehre Gründe angegeben, die aber freilich nicht genug glückliche Berücksichtigung gefunden haben. Charisi habe ich keiner U n w a h r h e i t, sondern eines Irrthums gezeiht» Wenn* 'man mir aber sagt, ich hätte Jost einer Unwahrheit geziehn, so muß ich gegen solche'übereilte Ausdrücke protestiren. Heißt das einen Gelehrten der Unwahrheit zeihen, wenn man. sagt, seine Meinung in einem wissenschaftlichen Punkte sei widerlegbar?! Ich wundere ryich sehr, daß Jost sich stillschweigend zum Mitschuldigen dieses Unrechtes gegen mich macht, da er es, wenigstens durch eine Anmerkung, hätte mäßigen können. . F. Le brecht. Dev Traum bei den alten Hebräern. Eine archäologische und philosophisch-theologische Abhandlung - . ' ’ von E. Wetmann, ' ■. » cand, theol. (Fortsetzung.) Denn was Spinoza^) dagegen emwendet: quod autem alii dicere volunt, Deum iratis et tristHbus non reve- 37) 0/177.; ■*