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Der Orient · 1846-04-23 · 17 (23.4.1846) · p. Spalte 261-262

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
17 (23.4.1846)
Date
1846-04-23
Page
Spalte 261-262 (sequence 3)
Language
German
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261 Studien. Biographische Skizzen 262 wurde am Anfänge des 17. Jahrhunderts geboren^). Bis zu seinem fünfzigsten Jahre hatte er sich blos mit talmudischer und kabbalistischer Literatur beschäftigt3). Zufällig griff er nach dem More, der ihn in die philosophische Literatur einfuhrte^). Aufgebracht über die Kühnheit der Philosophen, die besonders, welche eine prima materia annehmen, entschloß er sich gegen sie, unter dem Titel rpttfSN nDND5), ein Werk zu schreiben b). Das Werk hat eine eigenthümliche Form. Der Werfaffer erzählt wahrscheinlich eine bloße Fiktion —, er sei in einer Gesellschaft gewesen, wo ein Großsprecher sich befand, der besonders von sich rühmte, daß er den More auswendig wisse. Unser Verfasser legt ihm sieben Fragen vor, die den Prahler verblüfft machten. Ein Anderer aus der Gesellschaft legt Fragen aus der Philosophie, Kabbala und dem Talmud vor, die unser Verfasser beantwortet. Der Großsprecher und der Fragesteller sprechen in Reimprosa, und der Verfasser antwortet in schlichter Prosa. Eine Hauptrolle spielt die Frage von einer prima materia. Außer diesem Buche schrieb er noch ein anderes, m&y Wift7), das ich nicht näher charakterisiren kann. 4- * * XII. Josef Jcrbez blühte in der ersten Hälfte des 15. Jcihrhundcrts l) und lebte in Spanien nnd in Portugalä). Er muß ein hohes Alter erreicht haben, da wir ihn mit dem Lissaboner Rabbiner Josef Chajnn^) umgehen nWo apjn 'ino nVia »-,’n ’^rao nno pnn oteiDn -nino nonDpn n"n nao xp toNtoenabn . prpD Dann!? pi fcyn!?j>a iwon b& ron V'sr ’vhun >pi!w!i naoi jann norm byn pNOn nao »taon 'n psw Db»n .b"ui noon b'J2 wb-\D'K n»D 'iHD DDllODn JkVJn 2) Bergt. Rote 5 und 6. 3) -®d) 'N"ti c’»tan p -nran ’On ~onn noNi 'N'ert nP D’DD^DnDn npnoo m’n dwj mion, Vorwort 2 a. 4) Daselbst. 5) Amsterdam, 1662. 4. Er selbst hat es korrigirt. 6) noiONa ’"a my bjb m-iono anni^vn an nrn ian' xb n!?apn ‘pni mmna lO'vN' n1? Dnn»iD onnoy D'-onian wx-\ woneei DmmiNa cmtn^i nnb a’too t>ipi i’nbd xin. Daselbst. 7) nt» nano idd nn'nsa, daselbst 2 d. 1) Einige seiner Werke sind 1554 bereits gedruckt, die bereits früher geschrieben waren. Vergl. die folgende Note und Note 11. 2) onV vm non»’!? ^n»n dn ntvn fyn i>non »Ntn Nin d’od ni»oi jpt ’oioann na»a asm ’nyD»i!?t p”n fjioi’ 't o’NiiDNn 'Na m?n n!>d nnnn nr ’man Dn’by t»N Dnatn poyinD, Or ha- Chajim, angeführt in Mille de-Abot eck. Venedig, 68 b. 3) Vergl. die vorhergehenden Noten. Josef Chajun hat 1470 seinen Kommentar zu Abot geschrieben. und ihn 1492 ans Spanien auswandern und nach Mantua sich wenden sehen4). Der Umgang, mit dem genannten Rabbiner flößte ihm eine Abneigung gegen die Philosophie ein?) und in der That sehen wir ihn der Mystik ergeben^). Ja, er gehört zu den Gelehrten, welche den Kabbalisten Jehuda Chajat aufforderu, einen Kommentar zu dem nrtav zu schreiben7). Er ist von Bedeutung für die jüdische Dogmatik, indem er ein Hauptwerth auf den Glauben legt, der den Verstand durch die von Gott geübten Wunder besiegt^) und in der Feststellung der jüdischen Glaubenslehren einen neuen Weg einschlägt. Weder die dreizehn GlaubenslehrenMainmni's, noch die sechs- Chasdai Kreöka's, noch die drei Josef Albo's find ihm die Grundpfeiler des Glaubens 9), sondern folgende drei, die den Namen GotteS: dvin -ificw »thn zum Ausgangspunkte haben: a) Gott ist seinem Wesen nach einzig " rrn *, b) Gott greift mittelbar und unmittelbar in die Weltregierung ein — ryrv, c) Gott wird einst in seiner Einheit von allen Menschen anerkannt rrrp10)* In diesem Geiste schrieb er folgende Bücher: 1) “iDKQ nnn^n, in zehn Abschnitten gecheckt, worin er dieses System der drei Glaubensartikel begründet. Ferrara, 1554. 4. 2) niDN 'dd by '^d, der nicht gedruckt ist"). Sein Enkel Jizchak Jabez, der ebenfalls Abot kommentirte 12), hat gewiß den Kommentar seines Großvaters benutzt. 3) ruiONn *ncp13), worin er sein System weiter begründet. Ferrara, 1554. 4. Die Auffassung der Bibel ist in diesen Werken die der philosophischen Eregese, welche eine lange Zeit, durch das Zurückdrängen der freien Philosophie, herrschte. Pharao und die Egypter sind z. B. Anhänger des Peripatetikers. 4) “AN D”nn, gegen die freie Philosophie"). Ferrara, 1555. 4. In einem Jahre tritt er mit drei Werken vor das 4) Kore Ha-Dorot eck. Cassel, 30 a. 5) Auf dessen Veranlassung schrieb er sein „Or ha-Chajim gegen die freie Spekulation. 6) Er citirt und beruft sich auf den Sohar. Vergl. auch weiter unten. 7) Kore Ha-Dorot, a. a. O. 8) wn*? fewn b%x nwpw hd by t>isp nmv obt D^DNin DTIDIDH pDNDH bäX HNDnO DJDN npnQ2 Dnso ■»naiOD nt^nDn'lbDp'» iS Maamar Ha-Achdut, eck. Lublin 8 a. 9) Maamar Ha-Achdut, Anfang. 10) Daselbst, 2 b. 11) Der Werfaffer erwähnt ihn als bereits geschrieben iir Jesod Ha-Emuna, 11 a. 12) Kore Ha-Dorot, a. a. O. ' 13) S. 11 b citirt er ein Gedicht von Abraham Jbn- Esra, anfangend: EN. Aus mehren Stellen dieses und des ersten Buches scheint hervorzugehen, daß er auch den Pentateuch kommentirt. Vergl. z. B. Maamar Ha-Achdut, 4 b TlD'INH HBfiTlD. HEIN '’DEl. 14) Kore Ha-Dorot a. o. O. 17*

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