Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 16 (16.4.1846)
- Date
- 1846-04-16
- Page
- Spalte 253-254 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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253 Studien. Aisachar Bahr. — Fizchak aus Neustadt. 354 ftc ju dieser Mordchat verleitet habe, damit er Christmbtut zum Feste habe. Der Allgeschuldigte wurde eiugesperrt , gefoltert, gemartert und nach zwei Jahren urid acht Monaten, nachdem der Pabst das Verfahren der Raguser Behörde gemisbilligt, auf freien Fuß gesetzt. Im ersten Jahre dieses Blutprocesses wurde der Vater unseres Aharon eingesperrt, weil man ihll der Bestechung beschuldigt hatte, rurd dem Sohne drohte eine gleiche Strafe, weil man in einem hebräisch geschriebenen Briefe, den Aharon erhielt, Verdächtiges finden, wollte. Doch hatte er sich im Verhöre von jedem Verdachte gereinigt. Er reiste dann noch zu seiner Ausbildung nach der Le-; vante, und kehrte, als eine Pest ausgebroch.en war, nach Ragusa zurück, lvo er sehr angesehen rmD beliebt wars), Vorträge an Sabbaten ulld Festtagen hielt , und täglich Mehren Unterricht in der Mischna ertheilte^o). Inn Jahre 1657 war er bereits todt"). Nach, seinem Tode wurden von ihm veröffentlicht: 1) .worin er in Prosa und jn Versen die Verfolgung in Ragusa beschreibt^ :Die Erzählung ist dem zweiten Werk beigedruckt. 2) priN )pT, zusammengedruckt mit dem Buche mftn pw seines Großvaters. Venedig, 1657. fol.i2). Das 'Werk enthält Erklärungen — mitluiter kabbalistisch — zu a) dem Pentateuch; 1)) bett fünf Megillol; c) den ersten Propheten; ä) Jesaja, Jeremia, H osea, Habakknk, Secharja, Maleachi; e) Psalmen, Sprüchen., Jjob, Daniel, Chronik; 1) zu einzelnen Hagadot in Berachot, Sabbat., Erubin , Zoma., Sukka, R.ofch ha-Schana, J Chagiga, Jebamot, Ketubot, Sota, Baba Kamma und Batra, Sanhedrin, Abodot Elilim, Alot, Midrasch Jaljj f’itt, Midrasch zu den fünf Megillot, Masora, der Haj gada rurd dem Rosch ha-Schana-Gebete. Irr den Psat- | nun (Sekan Aharon, 117 t>, falsch paginirt 116) erwähnt er seinen. Schwiegersohn Jose Franko. Der I zweite Korrektor Mosche Sakut hat auch seine Ent- | sche.idungen itjbcr nn)n riDD Gehn .gesehen13). ,?8) Der erste Korrektor Mosche Jo/sbei schreibt im Vorwort: -sts). . Wy iftMftP NNW ..•"otsrby N2N.N;p©Di ..irpa irrfobta lirfafr i?') rp'yö jnh uw wn map oyr aw»‘aifiN Dttf NNN r3N rrob]. Es 'folgen dann noch Epitheta, die mehr hyperbolisch als historisch sind.- Doch scheint nmn nDD Trift 32D1 darauf hinzudeuten, -daß er Grfttzesrollen geschrieben , da sich Entscheidungen über ^O .tlp^N von ihm gefunden. Vergl. weiter unten. 9) Vorwort.des Verfassers.zu Sekan.Charon. 10) Schlußgedicht auf den tTD der Mischna. Ul) Vorwort der Korrektoren und auf dem Titelblatt des genannten Werkes. 12) >p,.n •]. OW H -.DM.' 13) M'd rinbn rpoDD im rimb htst m * * •* IX. Jisachau 3561)t aus Krzcmieniez ^) blühte am Anfänge des 17. Jahrhullderts2). Er war ein fleißiger Kabbalist, der das Verdienst hat, zuerst Worterktärungen zur Sohar-Sprache geschrieben zu haben. Auch scheint es, daß er viel gereist habe , und auch im Orient gewesen fti^).. Er schrieb in chronologischer Ordnung: 1) •T TinD, eine in zehn Kapitel getheilte Einleitung in die Kabbala, mit Zugrundlcgmrg des Pardes R.imonim von Mosche Cordovero^).. Prag, 1609. 4.5). 2) i'DVJ w, eine Zusammenstellung aller, im Sohar sich findenden Ritualvorschriften, nach Art des S ch u tch a n A ru ch, nebst kurzen ErläuternngenG). Prag, 1609. 4. 3) HftDD Tpft, Erlätttcrnngen zum Sohar ^). 4) rftu pftN, Wort- und Sacherklärungen zum Sohar nebst Hinweisung auf verwandte kabbalistische Schriften. Prag, 1611. 4.s). Die Erklärungen hat er zumeist von Lehrern aus S saseb ^). Es darf uns daher nicht befremden, wenn er gleich am Anfänge des Sohar Nnftmp durch das arabische oerklären will. Am Schlüsse des Buches giebt er ein Verzeichniß aller im Sohar enthaltenen Legenden (rwyft). 5) »TP3 ^TP, ein größeres Werk über den Sohar, das aber nicht gedruckt zu sein scheint^). * * * X. > Jizchcrk aus Neustadt^), Nabbin als- Assessor in Amsterdaur^), lebte um 1601 **). Er war ein gut- Trtelblän ves Ämre Bina. 2) Seine Werke sind zwischen 1609 und 1611 gedruckt. 3) Dafür spricht, daß er seine Werke in Prag hat drucken lassen, sowie die Hinweisung auf Lehrer aus Ssafed. Bergt. Note 9. 4) Vorwort zu Jmre Bina. 5) Wolf, UI, .63§. 6) Vorwort zu Jmre Bina. 7) Wolf, a. a. £>., der dies Werk für einen zweiten Theil des Imra Bina hält, ist zu berichtigen. 8) Angefangen wurde es lam 12. Kislew und beendigt am 28. desselben Monats. E6 ist bemerkenswerth, wie schnell die Prager Druckerfamilie -ruckte. Elf Bogen in 16 Tagen, wovon zwei -Sabbate und ein Theil vorlden Freitagen ausfallen. 9) rib^D nöN 3n33 nwi ononj on nan üjjoj. Erklärung des Einleitungsgedichses, 4 .s. I0l mxyw -nnunft 'nb a Daselbst. Wolf weiß un'cht, wo .er das größere Werk suchen soll. . 1) trin Ty;pf/pp ftnnädr nann ,p p!M, Titelblatt des Sohar Chadasch. Da rs mehre Städte .dieses Namens giebt, so läßt sich der Geburtsort nicht genau angeben. 2) -Gutachten zum Sohar Chadasch. Ln pL883.nL mache ich aus eine interessante Parallele zwischen den Üi-- teraturzuständen der Vergangenheit und der Gegenwart aus-