Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 15 (9.4.1846)
- Date
- 1846-04-09
- Page
- Seite 113 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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gar so weit vergessen, mochte> > und Ihnen: einen Vorschlag machen ■ wollte, wie: man-- den. mibden: Kosten ejnjger.: solcher. Bälle - die die hiesigen Juden/während der. diesjährigen -hohen Faschingsfeier gegeben dierussischen : Inden (weil wir grade von ' denen reden): und eine Handvoll europäischer noch dazu, über die.Grenze schaffen.könnte I; Solche Correspondenz könnte Ihnen unmöglich -angenehm' sein, , denndas sind blos Privatsachen:- dje mit der - großen Welt nichts zu schaffen haben.' --7' Das -einzig Gute bei der hiesigen.Gemeindeistdaß diese. Lauheit, die einige Zeit: ^crrfc§t/ eine, blos -vorübergehende - ist, - daß überhaupt hier alles eine: Periode hat, und kaum war - diese : lustige Faschingszeit so recht durchgetanzt, und mau hatte sich soetwas von.der . angestrengten Lustigkeit erholt, da tauchten die alten Gestalten wieder hervor; . da .erwachte wieder der religiöse Seist, der. allerdings, ich sage Ihnen das: mit Nachdruck, der t r o tzd e.m allerdings mit aller heiligen Weise und . gottbegeisterten Bewußtsein in'/ dm Herzen der .hiesigen Einwohner lebt. Es wäre freilich: arg, wenn dem anders wäre. ---Genug, um sehr. kurz,, es kam /hier unlängst zu. einer Sitzung,, iw. welch er. der Gottesdienst sollte aufs. Neue geregelt-werden:, und . der Beschluß war folgender : Es sind abgeschafft die. zwischen,dem Lesen der Tora,' ,, Adieu " "jiDD mit seinein ganzen Gefolge bis y'toV, :au bcflcit/ Stelle ein deutsches 'Gebet für die Gemeinde undfür das Kaiserhaus treten wird. Man steht wohl', auf den ersten Blick, daß. diese Reform eigentlich eine, principlose und. man könnte sagen - eine willkürliche ist, mnd alles wa§ dabei herauökommt, daß man einige Minuten früher aus dem Gotteshaus^ herauskommt. Mer hier kaum das nicht anders sein. - Nicht daß . die Gemeinde für eine.durchgreifende Reform unempfänglich wäre —- — im Gegentheil ist. die. hiesige Gemeinde < von der Nothwendigkeit einer Reform durchdrungen.. Nur müssen hier zu Laude auchjene, berücksichtigt:werden, oder, werd en vielmehr jene berücksichtigt, die nicht zur Gemeinde gehören, das sind jene, - die sich, nur.: zeitweilig hier - aufhalten , und das ist freilich nicht der . intelligentere Theil der Juden l Da wären wir eigentlich an dem Platze,.-.wo sich so Manches sagen ließe, und wir wollen nur das Eine hervorheben:, weil wir'.ö als das Wichtigste betrachten. . Werrn es der Gemeinde ernst ist,, ihre eigenen Gefühle zu verleugnenihr eigenesBewußtsein zu unterdrücken, ihre eigenen Bedürfnisse .unbefriedigt zu lassen , und die andern , die noch nicht so weit sind, zu sich heranzubilden und nahe zu bringen, welches allerdings nichts als löblich . ist, warum legt sie aber nicht Hand an, um das Feld urbar zw machen, um das Unkraut, das in ihrem lieblichen Garten ausschlägt, auszugäten, und wo wäre es nicht nöthiger und wohlthätiger einzttwirken, als auf die deutsch-polnische Synagoge. Ich versichere. Sie, Herr Redakteur, sie.verdient / den Namen..Synagoge::nicht, sie/entweiht'diesen heiligen' Namen, -und :ich: will:, mich enthalten -.das- 'gotteslästerliche Treiben, in diesem ^sein:/sollenden-BeLhanse zu schildern, " das große /Publikum so wie-''die - Nachwelt sollend nicht wissen, und jene, , die's : verbessern können, wissen'.s so - gut wie ichwie: man noch dort für das .Seelenheil eines 03 Gebete verrichtet und Geld spendet, und wie die Biographie dieses großen Juden in einer großen Tafel geschrieben, au der/Wand hängt re,, darauf wäre' vor allem./ einznwirken. Auf diese -Synagoge wäre ein Einfluß der hiesigen Gemeinde sehr wohlthätig. Dorthineine Ordnung, dorthin eine' Weihe' verpsianzenj würde eine wahrhafte: Verherrlichung Gottes sein.. Die. politischen Zustände Langen: sich hier an zu — — verschlimmern. . Was da noch schlimmer werden kann? Mau fängt an den Buchstaben des' Gesetzes in seine volle Glorie treten zu lassen , und wasdann dem armen Juden, der nichs zahlen kann, für das Pflaster .ans das er tritt, für Hoffnungen bleiben, lassensich wohl, denken. . So steht in Aussicht, \\ud es wer- - den. sogar schon Maßregeln verspürt, daß man hier eine allgemeine Ansschaffung derjenigen Juden erwartet, die : sich hier ohne Toleranz und ohne rothschildisches Bürgerrecht-aufhalten, welche Zahl sich auf einige Tausend, j beläuft. Die Schuld liegt wobt nicht-an der Regierung,: i dir im Gegentheil sehr: mild und menschlich mit den Juden verfährt, , sondern an dem neuen Hoftath Muth? der uns ans Prag herüber gekommen ist, und der einnt eminentell Judenhaß in sich tragen soll. S ollte denn zu dieser Hacke kein Stiel gefunden werden können?—— dürste ein e Zusa mmen stellung der hier leb enden und wirkenden jüdischen Literaten, deren Wort sich eine Geltnug, und deren Persönlichkeit sich ein Ansehen errungen haben, von Interesse sein, welches ich hiermit übernehme.' Brandeiß, A. Ein Böhme, Lehrer an der israelit. KleinkindeLbewahranstatt, /schrieb mehrere pädagogische Schriften. Breuer, Eduard, aus Ungarn,' als Novellist rühmlich bekannt, dem das Verdienst gebührt, daß er seine Stoffe aus dem -jüdischen Leben genommen. Er lebte früher in Wiener Neustadt beim Militär, ist aber jetzt,, nachdem er seinen Abschied genommen, hier» Calmann, Carl, aus Ungarn, bekannt als Dichter. D en t sch, S», ans Mähren , Rabbinatskandidat , Mitarbeiter der Schmidl'schen Blätter für - Literatur und Kunst und anderer auswärtigen Lit. Bl. Engländer, S i g m n n d, ans. Wien (stammt eigentlich aus' Trebitsch in Mähren) ein scharfsinniger Kritiker,- als Mrtar-. beiter mehrerer hiesigen' und ausländischen renoimnirteu Zeitschriften sehr - vorLheithast bekannt. Man erwartet von ihm nächstens mehrere'Romane, 'und man verspricht' ' sich in der nächsten Zukunft Ersprießliches von seinem Talente. Frankl, L. Ä. Dr., ein Böhme, atö Dichter wie als Redakteur der beliebten Sonntagsblät- 1er gleich bekannt. Herr Frankl steht sowohl vermöge