Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 14 (2.4.1846)
- Date
- 1846-04-02
- Page
- Spalte 215-216 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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219 220 . Studien. Der Gruß der Juden. La die feierlichsten Segnungen geschahen damals nur . höchst selten und nicht so leicht unter unmittelbarer Anrufung des heiligen Namens Jehova. So segnete Noah seine Söhne nur mit dem populären Ausdrucke „fen ovfe NO'", yL* B. Mos. 9, 27)$— Isaak segnete seinen Sohn nur mit dem Andrucke „ovfen jrw" 0* B. Mos. 27, 28.) „-jnitf pO' b&V (1* Mose 28,3.), Jakob segnete seine Söhne mit „D'Dm Ü^b )H' Ptf ^Nl" (1* B. Mos. 43, 14.) seine Enkel mit ,„fei D^nnrj im Dvfeil Hoi ynb?D '5M bmn pfen“ (1- B.Mos. 48,15u. 16.) DW3 Dvfe “pltfv" (ibick. V. 21.)z Josef seinen Bruder Binjamin mit „^2 pN' nfedr" (l. B. 43, 29.) u. s. w. und nur bei Abraham und Moses, die ver-. möge ihrer so wichtigen Stellung zu Gort als Haupt-Träger der Offenbarung auch mehr mit dem Origmal-Namen Jehova (osyn. D8tf) vertraut waren, — finden wir, daß sie sich dessen bei mancher Gelegenheit bedienten.— Diese heilige Scheu vor dem Namen Jehova erhielt sich aber nur so lange, als das jüdische Volk Augenzeuge der vielen, großen Wunderthaten war, welche der Ewige für dasselbe that; deshalb es auch damals von dem wahren Glauben beseelt, an den Gott seiner Väter treu hielt, und dieses dauerte, bis zu dem Zeitalter Josua's und dessen unmittelbarer Nachfolger, der Aeltesten — Nach dem Tode derselben aber verließen, die Israeliten, — wie die Bibel uns erzählt, — Richter 2, 7. ff.) Jehova, den . Gott ihrer Väter,' ganz, vergaßen ihn und wendeten sich zu den Göttern der sie umgebenen heidnischen Völkern, zu den Baalim und Aschtarot. ' Da ließ der Ewige von Zeit zu Zeit.unter ihnen Männer aufstehen, die unter dem Namen „Richter" das Volk in jeder Hinsicht leiteten, und die stets eifrig bemüht waren, dasselbe zum Glauben und zum Gotte seiner Väter zurückzuführen. — Um den nunmehr fast aus dem Gedächtnisse der Israeliten gewichenen Namen Jehova wieder bei denselben in lebhafter Erinnerung zu bringen, und ssie dadurch wieder für den Glauben ihrer Väter zu gewinnen und auch in demselben zu erhalten, führten diese Richter unter Anderm die Maßregel ein, daß man sich auch in weltlichen Dingen, wie beim Gruße, so auch bei jeder Betheuerung und Segnung, des Namens Jehova bedienen durfte; und seit der Zeit beginnt der häufige Gebrauch, sich fast bei Gelegenheit einer jeden Betheuerung der Redensart „So wahr Jehova lebt" ('n *n) zu bedienen, so wie auch öfters Gruß und Segen mit dem Namen Jehova zu bekräftigen. Belege hierzu finden wir zur Genüge von dem Buche der Richter an, fast auf jedem Blatte der Bibel. — Eine ähnliche getroffene Maßregel, wie die der Richter, der zugleich eine ähnliche Tendenz zu Grunde lag, nämlich, den Namen Gottes beim Volke in lebhafter Erinnerung zu erhalten, finden wir auch zur Zeit der Makkabäer eingeführt. Es ist dies, die Einführung des Gebrauches, sich einer der heiligen Namen Gottes auch bei Ausstellung von Schuldverschreibungen zu bedienen; allein diese Verordnung wurde später von den Rabbinen, des gefürchteten Misbrauchs wegen wieder eingestellt.6) — ■' . Ueber die Einführung, des Namens Jehova sich beim Gruße bedienen zu dürfen , drückt sich der Talmud im Trakt. Berachot 54, ». folgendermaßen aus: ms'D’Dnin^ nDW»../.Dtra,'ron hn bsw din nw U’pnm nDN’i EDDj? 'n D’iäipb “wn or6 rran jo rya rum nan t>N piNi., t>’nn -inj -py 'h.idinj , 'n “paa» b 01 , "jmin non ’rb nwyp ny idini , “pN rupt o — ".rb nwyb ny die® ■jmin nsn naiN pj . Wenn nun auch der Text dieser Stelle ziemlich dunkel * gegeben ist, weil in demselben weder die Autorität, von welcher diese Verordnung ausgegangen,. noch der Beweggrund derselben, (wie dies in dem ssrühern Satze wegen der Hinzufügung des Wortes D^iymy) durch DOT fepra angegeben ist,) 7) noch überhaupt die Zeit in welcher dieselbe geschieht, klar auseinandergesetzt ist,^) so scheint dennoch aus 6) Dieses lautet im Talmud Trakt. Rosch Ha-Schana 18, 6 wie folgt: nuyn rfea 3TD b]) .tim mrfen mu rm nys^ , wim jd NTnrntf Robn rraTOi prps ^y m noi.P töw fe&sn fettl DW pTDlD IW Wpnn NP fea jrp pfe pi p rüao , pjio rn pi , nnora nrfe ,.rm -dis mm lyoaraoi fey bxb ]ra «int? ."fei cfeni im nsdji /pinnNnijniD 7) Sit Betreff des Beweggrundes, worauf sich allenfalls der Vers ,,fel rib m&fe ny" bezieht, ist *af") der Meinung , daß die Pflicht den Frieden zu fördern es istjrp '' aber ist der Ansicht, daß es zur Festhaltung an den Glauben eingeführt wurde. — b) Jrn Midrasch Ruth 45 wird zwar diese Verordnung ausdrücklich dem jy)2 und dessen Behörde zugeschrieben - allein gedachter Midrasch ist daselbst so verworren und widerspricht sich so sehr, daß man denselben unmöglich als authentische Quelle anführen könne; er lautet wie folgend: „iy2 runi dpti rwbü nDN pjm dbq ndihjh pn,, nrb nPD *o , rfcyb bv jp np onoy npom hed bp pi np nu rfep y nmyoi nnDiV nfe ora DfebiN^^nfei rvD-v) •»m ^Dy hn no^n^Do^nn io**w?pjo nfe pnox pjfni, infey narn •»nD'N fe - p-o mi.T pn dm nojn pn , nnryi i^pnn) un hpi tyn noyi , nnDNi pnno >fen'pi, oni?. npo N3 :y2 nini ionm , dw nfe Dy 'n (n^yo bw;n np hdddh int bvi) pynA noN4 fei ^TirMPaAls Motiv der Verordnung wird . hier also, der zrr Zeit Ataljahu's, nach den p^n zur Zeit Chananja, Mischael we-Asarja's, und nach n'ttri.Pn gar zur Zeit | von Mordechai und Ester gefaßten Absicht, den Namen des; Ewigen in Vergessenheit zu bringen, entgegen zu wirken, angeführt; so wie die erfolgte himmlische Bestätigung dieser - Verordnung durch den Gruß des Engels an Gideon, angegeben wird. — Allein da einerseits jyn, der nach dem Talmud ‘ fetf ist, (vergl. Trakt. Baba-Batra 91 a) gegen hundert Jahre später als ^y^.l lebte, (rergl. Abravanel zu Richter) so fällt demnach die angebliche himmlische Bestätigung durch den Engel um ein Jahrhundert früher, ehe noch diese Verordnung-ins Leben gerufen worden ist; so wie andererseits alle Zeiten, welche daselbst erwähnt werden, in welchen man den göttlichem Namen vergessen machen wollte, unmöglich die-