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Der Orient · 1846-03-26 · 13 (26.3.1846) · p. Spalte 201-202

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
13 (26.3.1846)
Date
1846-03-26
Page
Spalte 201-202 (sequence 5)
Language
German
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201 . -Kritiken^ RapapMs MndschmbM. 202 sagt.: .Imaginibus vero non realibus, sed a sola imaginatione Prophethae dependentibus revelavit Deus Josepbo diminum sibi futuruin j unb 28)t Vox quam Abime* lech audivit imaginaria fuit; Nam dicitur Gen. c 20. vrs. 6. Et dixit ipsis Deus io so.mnis etc.“ Quare hic non vigüando, sed tantum in somnis (tempora sc. quo iniaginatio naturaliter maxime apta est, ad res, quae non sunt imaginandum) Dei yoluntaiem imagiriari potait. Denn es ließe sich, was Josefs Traum betrifft, dsgegen einwenden: Warum waren denn seine Brüder so beunruhigt, als er ihnen seinen Traum erzählte; warum wird erzählt, daß sein Vater die Sache für so wichtig hielt es sich zu merken? -qt, DM iDttf l'ONV Ebenso wäre auch Abimelech nicht so aufmerksam auf seinen Traum gewesen, wenn er ihn irgend wie der Imagination hätte zuschreiben können. Schubert's Wortea*) scheinen dies besser zu erklären (als wenn nämlich Josef ohne sein Wissen und seinen Willen einen auf seine Träume Bezug! habenden Ton angenommen und mit Herrschermiene gesprochen hätte), wenn er sagt: .Wir nehmen übrigens aus dem Traume nicht selten einen Nachklang darinnen Anregungen mit uns in die Thatkraft des wahren Lebens hinüber, ohne deutlich zu wissen, woher er uns kam: Heiterkeit oder Trauer aus unerklärlichen Gründend (Trauer zeigte sich deutlich bei Pharaos (Gen. 41. 1.), des Mundschenks und des Oberbäckers, iGen. 40, 6. 7.) und des Nebuchadnezar's (Dan. 2, 1.) Traum. Vgl. dazu Raschi zu den Worten EyDni). Spinoza mußte freilich nach seiner Ansicht alle diese Träume als imaginär erklären, da er die Prophetie überhaupt als imaginär darstellr, indem er 30) anführt: Exsuperiore capite, ut jam indicavimus, sequitur Prophetas non fuisse perfectiori mente praeditos, sed quidem potentia invidius imaginandi, quod Scripturae narrationes abunde etiam docent. De Salomone enim constat, eumquidem sapientia sed non dono Propbetico eaeteros exceliuisse. Prudentissimi etiam illi He in an, Darda, Kalchol Prophetae non fuerunt et contra honmies rustici, et extra omnem disciplinam, imo mulierculae etiam, ut Hagar anciila Abrahami, dono Prophetico fuerunt praeditae. Quod etiam cum experientia et ratione convenit. Namqui maxime imaginatione pollent, minus apti sunt ad^res pure inteliigendum, et contra, qui intellectu magis pollent, eumque maxime colunt, potentiam imaginandi magis temperatam magisque sub potestatem habent et quasi freno tenent, ne cum intellectu confundatur. Qui igitur sapientiam et rerum naturalium, et spiritualium cognitionem ex Prophefcarum libris investigare Student, tota errant yiä: quod, quoniam tempus, philosophia, et denique res ipsa postulat, hic fuse ostendere decrevi, parum curans, 28) S. 159. 29) Gesch. d. S. Seite 416. 30) S. 172. quid superstitio ogganiat, quae nullos magis odit, quamqui Teram scientiam yeramque yitani colunt. Et prolu dolor! res eo jam pervenit, ut, qui aperte fatentur, se Dei ideam non habere et Deum non nisi per res creatas (quarum* caüsas ignorent) cqgnoscere, non erubescant Philosophos Atheismi accusare. I m a g i n ä r -,echte/Tr ä u m e. Den llebergang von den mehr imaginären Träumen zu den. eigentlich prophetischen'bilden jene, welche zwar nicht trügerisch, aber doch auch nicht ganz frei sind vom.Einflüße der Imagination, und welche Aristotelesverwirrte Träume nennt, wie sie die oben angeführten Stellen, aus dem Talmud näher beleuchten. „Es sind,.nach Schubert,32) auch im Traume die höhern Kräfte des innern Menschen vorherrschend: Der Witz und die Schnelligkeit beim Aneinanderreihen der Vorstellungen, die" Macht und Tiefe des Ausdrucks, das F e r n g esi ch t, welches das längst vergessen geschienene Vergangene eben so hell beleuchtet, als das noch Künftige. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 19) finpin rc. (Sendschreiben Rapäport's an die Rabbiner-Versammlung zu Frankfurt a. M., mit einer Uebersetzung von Kirchheim. Leipzig, 1845. C. L.Fritzsche. 8. 10 Sgr. - Man war schön von mancher Seite aus die Veröffentlichung vorliegenden Sendschreibens gespannt, da man von dem gelehrtem Verfasser desselben mit Recht viel Tüchtiges auf dem Gebiete der neuern Reformbewegungen erwartete. Zwar durften die Radikalen 'auf nicht große Unterstützung von Seiten R's. rechnen, indem man in ihm bereits einen Anhänger des Konservatismus erkannte; allein immer noch sahen ihn die streng orthodoxen-Männer mistrauisch an, und zuckten die Achseln, wenn von ihm-die Rede war , weil man sein Stillschweigen und unentschiedenes Auftreten gegen die erste R.-V. verdächtigte und allenfalls, nicht zu ^Gunsten R.'s deutete. Es erhob sich sogar vor nicht langer Zeit eine Stimme aus der kleinen Schaar der treuen Zionswächter (Nr. 1, 2) ihn zu der öffentlichen Erklärung auffordernd: Wir glauben, daß Rap. sich in dieser Broschüre deutlich genug ausgesprochen habe, und seine ruhige warme Überzeugung spricht mehr zu, als all' die gehässigen. Ausstellungen und Jnvektiven eines Lehren'schen Anhangs u. 31) De insoniniis. 32) Gesch. d. S. Seite 411.

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