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Der Orient · 1846-03-26 · Heft 13 (26.3.1846) · p. Seite 99

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 13 (26.3.1846)
Date
1846-03-26
Page
Seite 99 (sequence 13)
Language
German
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99 Herren L ö wy und Kadi sch tvar es endlich gelungen, anstatt der Kapitalisation der jahrlicherr Steuer von 160,000 ft. C.-M. die Annahme der Hälfte der sämmtlichen Restanzen mit Ca. obiger Summe in erwähnten Raten zu erwirken. Nun stieß die Sache auf den Egoismus vieler Komitate, die weniger als andere schuldeten, und nicht für diese mitbezahlen wollten, während gerade diejenigen Komitate, auf bcncu die größte Schuldenlast lag, die armem und zum Thcit minder bevölkerten waren. Es gehörte viel patriotische Lunge und gutes Beispiel dazu, um im Jahre 1843 endlich eine Vertheilung zu Stande zu bringen, die wieder an dem Verlangen des Kammerpräsidenten stieß, diese Summe solidarisch verbürgt zu haben, da die Negierung sich nicht wieder in die Lage bringen wollte, strenge Eiutreibnngörnaßregeln anwenden zu müssen, denen die Abneigung der Komitate gegen diese Steuer die nach der Konstitution nothwendige Assistenz versagen kann. Nun wurde der Plan gemacht, daß die dem Solidum sich anschließenden Komitate mit der Regierung einseitig abschließen sollten, die übrigen aber ihrem Schicksale zn überlassen. Dieser Plan siel an seiner Einseitigkeit. Der 1. Marz soll es nun zeigen, welche Fortschritte der jüdisch-ungarische Gemeingeist in drei Jahren gemacht hat. Unser Herr Leo Holländer ist bereits nach Pesth abgegangen. Ikatibor, 14. Febr. HerrnDr.S.M. Schiller, der Prediger der israel. Gemeinde in Eperies in Ungarn, war sein Ruf als ausgezeichneter Kanzelredner lange voraus gegangen, bevor wir im September v. I. das Vergnügen hatten uns selbst zu überzeugen, daß der Ruf lange nicht das wieder gab, was Hr. S. als Redner besitzt. Mit wahrhafter Beredsamkeit zündet der Redner in jugendlichem Feuer das Herz jedes seiner Hörer und entflammt cs für seinen Gegenstand, wenn man auch sonst, da Hr. S. ans orthodoxen Standpunkt steht, mit seinen Prineipien nicht einverstanden ist. Nach-' dem wir ihn gehört hatten, war es uns erklärlich, wie Hr. S. im Norden Ungarns einen Fortschritt erwirken konnte, nach welchem andere aufgeklärter sich nennende deutsche Gemeinden noch lange ringen werden. Folgende Adresse wurde Hcn. S. von dem achtbaren Vorstande der hiesigen Gemeinde zugesendct: Wohlgebornec Herr! Hochverehrter Herr Rabbiner und Doktor I Die Unterzeichneten Vorsteher erachten es als eine angenehme Pflicht, Ihnen Hochwürdiger Herr, m Namen ihrer Gemeinde, welcher Sie am verflossenen Sabbat nhh O n^HD in eitler eben so beredten als inhaltreichen Predigt über Jes. Kap. 54 V. 4 daö Wort Gottes verkündet haben, den Ausdruck des aufrichtigsten Dankes zu überbringen, und Sie ihrer größten Hochachtung zu versichern. Ihre Predigt war der Erguß einer warmen, vom edelsten Nationalgefühl durchdrungenen Seele, und was Sie mit wahrhaft prophetischer Begeisterung über Israels hohe Mission, über Israels Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sprachen, fand in den Herzen Ihrer Zuhörer den freudigsten Widerhall. Mit aufrichtiger. Theilnahme wird Ihnen die Erinnerung unserer Gemeinde, in Ihre Heimath, wohin Ihr heiliger Beruf Sie zurückführt, folgen. So schmerzlich es ihr wird, Sie diesmal, Ihrer Zeitkürze wegen, schon nach dem ersten Vortrage, aus ihrer Mitte scheiden zu sehen, so angenehm ist es ihr, der Hoffnung Raum geben zu dürfen, Sie im Sommer des künftigen Jahres, so Gott will, wieder in unserer Stadt zu begrüßen, und des. Hochgenusses, sich an Ihren Geist uud Gemüth erhebenden Vorträgen, erbaneil zu können, öfter theilhastig zu werden. Genehmigen Sie re. re. Ew. Hochwnrden ganz ergebenste die Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde. Ratibor, den 14. Septbr. 1845. (L. S.) A. Ad ler. Jö. H oeniger. m. p. Mittheiter dieses hat mehre derartige Zuschriften an Hrn. Dr. S. im Original gesehen, die ihn überzeugt haben, daß die Predigten desselben allenthalben dell verdienten glänzenden Erfolg gehabt; dennoch konnte, er nicht.-umhin sowohl zur Genugthuung des H. S. rtts a Tis mancher Unbill gegen ihn, als auch zum Kompliment eines hiesigen aufgeklärten, das Verdienst zu würdigen wissenden Vorstandes dieses der Oeffentlichkeit zu Übergebell. Pesth, 7. März. Ich beeile mich Ihnen die angenehme Miitheilnng zu machen, daß die seit dem 1. März hier versammelten Landeödcputirten bereits sehr dem Ziett zur Ablösung der Toleranzsteuer nahe gekommen sind. Der taktvollen Leitung der hiesigen Herren Vorsteher, K u n e w a l d er und L o w y, dem Eifer vieler Landesabgeordneten, unter welchen sich vorzüglich Herr Leo Holländer wie immer in geistreicher und liebenswürdiger Beredsamkeit.auszcichnet, ist es gelungen, eine Subskription für die mittellosen Komitate zu erwirken, die bis jeSt schon die bedeutende Summe von 120,000 fl. C.-M. erreicht hat. Wir haben daher dieses Mal einen Erfolg der vielseitigen Bemühungen vieler edlen Kräfte zn erwarten. Der in Ihrer Zeitschrift gegebene Aufruf von Dr. S. M. Schiller in Eperies hat hier allerdings großes Interesse erregt; allein wir sind gegenwärtig zu sehr mit den eigenen Nebeln beschäftiget, als daß wir die unserer armen russischen Glaubensgenossen zu den unsrigen machen sollten. Keineswegs.jedoch, werden so innigeWorte (zu bedauern sind die oft .störenden Druckfehler) verhallen, ohne ein Echo gesunden zu haben, und steht zn .erwarten, daß unsere anderen Herren Rabbiner das nun begonnene Werk mit Begeisterung fördern werden. Jedenfalls liefert es einen schlagenden Beweis, wie weit es auch die kleinste .Gemeinde wie Eperies, an deren Spitze gegenwärtig der Sohn unseres hiesigen Predigers, Herr vr. meä. Nicol. Bach steht, in ihrer Wirksamkeit nach

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