Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1846)
- Date
- 1846-03-05
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
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im Provinz Posen der Fall ist, will mau..noch nichts wissen, ein Beweis, daß durch größere Pflichten, nicht immer größere Ansprüche und..Rechte erlangt werden. ... C. Berlin, Febr. (Fortsetzung.) Ganz entprechmd nnserm Wuissche war . daher die Adresse der Rabbmcrversammlung, die uns. als Bescheid ans die. unsere" geworden. Sie lautet: An eine löbliche Genossenschaft für Reform im J'ndenthum zu Berlin. „Mit hohem Interesse haben die Mitglieder der zweiten Itabbiner-Versammlung vom Beginne cm diejenige Bewegung im Juderühume wahrgenonuneu, welche durch Ihre Genossenschaft. hervorgerufen worden; daß ^diese, hervorgegangen aus dem religiösen Bedürfnisse, das bürgerliche Leben, in welches der Israelit mit dollem Bewußtsein und ganzer Kraft eingetreten, mit den Formen des Judentums in eine, wahrhafte und beseelende Einheit zu bringen, habe:: sie immer erkanut. Daß. die Genossenschaft im Drängen dieses Bedürfnisses sich bis jetzt nicht hat hmreißen lassen, selbstständig die Bahn der Urngestaltung zu betreten, und einerseits den Blick nach den Rabblnerversanttnlnngen gerichtet, andererseits als Ziel eine Synode anstrebend, nur die allseitige Bethätigung des R e s o r mb e d ürsn i sse s gesucht habe, wußten sie ihr stets Dank. „Um so innigere Freude und Befriedigung hat die zweite Rabbiner-Versannulüng selbst empfunden, als sie eine würdige Deputation der Genossenschaft, versehen mit einer unmittelbar an sie gerichteten. Denkschrift, in ihre Mitte eintreteu sah, und sich durch die in dieser ausgesprochenen Unstchtm nnd Wünsche, so wie durch-vielfache. persönliche Besprechungen mit Ihren Herren Deputaten in jener erfreulichen Ucbcrzeugung wesentlich befestigte. Das Bewußtsein der religiösen Gemeinschaft, welches alle .Bekenner' der israelitischen Religion vereinigt, kann dadurch nur erhöht und erkräftigt werden, daß a ll e Strebenden in Israel sich begegnen und einander nähern. „Da wir in unfern öffentlichen Verhandlungen öfters-Gelegenheit hatten, den Grundsatz ausznsprechen/ daß das Jndeuthllm keinen Unterschied zwischen Rabbinern Und Laim anerkenne, so kann es uns nur um' so mehr -freuen, wenn das Bedürfniß nach Reform nicht bles in der Ueberzeugung der -Rabbiner, sondern auch innerhalb der Gemeinden seinen festen Boden findet, so daß wir dieses 'ernste Streben, nach. Ahhülfe und Befriedigung als ein acht religiöses gern anerkenne!: und nur. den innigen Wunsch hegen, daß'dieses Streben bei seiner allmWgcn Ausbreitung -nur solche Wege eiuschlagen möge, wodurch die Einheit unserer Glaubensgenossenschast nicht, gefährdet werde.. „Sie haben den Wunsch ausgesprochen, in Ihren ferner:: Bestrebungen mit den nussigen Hand in Hand zugehen, den Wunsch, denjenigen Wechselverkehr zwischen Ihnen, und nuferem Institute eintreteu zu sehen, aus.' welchem ein heilsamer Erfolg für die Gesammtentwickelung des Judeuihnms h'ervorgehcn soll. Auch wir sind der Ueberzeugung, daß ein derartiges Zusammenwirken von wahrhaft segensreichen Folgen fein könnet, Und da wir uns gern der Hoffnung hingeben, daß Ihre Bestre-. düngen tm§ unterstützen,. den Boden zu -gewinnen, auf^ welchen sich die Resultate unseres Institutes verwirklichen können, so werden Sie uns als Gesammtheit und als Einzelne stets bereit finden, Ihre Bestrebungen mit un- .serr: Kräften >zu unterstützen, wenn dieselben mit denje-' uigen Priimpieu übereinstnnmen, von welchen wir bei einer Reform-im Judenthum auSgehen zu müssen glauben. Auf den Gang,, den Ihre Bestrebungen nehmen, undans die Gestaltung, welche dieselbe!: durch Erzielung einer Synode gewinnen möchten, halten wir unsere Auge:: mit voller Aufmerksamkeit gerichtet. Wir wünschen, daß jene zu einem mit..unseren Uererzeugungen und Grundsätzen' überemstimmerlden Ziele durch den Beistand und Segen des einigen Gottes gelangen und wahrhaft gedeihe!: 'mögen. * Frankfurt der: 25. Jul: 1845. Die zweite Rabbiner-Versammlung. . gez. L. S t e i n, Präses. S. Hirsch, Seeretair." Bei Ueberreichnng dieser Adresse an unsere Deputation wendete sich der Präses der. R. V. Herr Dl\ L. ©teilt, nochmals an diese mit folgenden Worten: Hochgeehrte Herren! Im Namen der zweiten Rabbinerversanunlung über- ' reiche ich Ihnen hiermit daö Erwiederungsschreibe!: auf Ihre au dieselbe gerichtete Zuschrift. Hat es mir zur Freude gereicht, .bein: Beginne unserer Verhandlungen, Sie, meine-Herrn, hier'zu begrüßen, so gereicht es mir zu weit größerer Freude, Ihnen gegen das Ende derselben hier öffentlich den Gruß der-Versammlung zu wiederholen. Denn wir haben unterdessen Gelegenheit gehabt, durch persönliches Bekanntwerden und freundliches Zusammenleben n:it Ihnen Ihren umsterhasten religio-' sen Ernst und die Innigkeit Ihrer Liebe zun: Judenchum kenner: zu' lernen, undwenn gleich die Rabbiner- ' Versammlung sich Ihnen nicht ganz hingeben kann (was Sie auch gar nicht erwarten), indem unsere Bestrebun-. gen das Ganze unserer Gemeinden stets in: Auge haben, während Sie, wie das die Natur Ihrer. Genossenschaft mit sich bringt, nur Eitlem Theile derselben zunächst die vereinigende Hand reichen, so rechtfertigt eben darum Ihre Persönlichkeit geehrte Herrn! die Hoffnung und das Vertrauen, daß woMänner wie Sie, an derSpitze stehn, gewiß nichts wird brgonnen oder ausgeführt Werder:,,was nicht reis erwogen und der tiefen Ueberzeugnug entsprungen ist, daß dadurch die Ehre desJudenlhumö und das Heil der Judenheit gefördert werde. So sage ich Ihnen denn, theure . Herren,' im. Namen. meiner bcrfainutcttcn Amtsbrüder, ein herzliches Lebewohl. Mögen Sie unser stets so in Liebe gedenken, wie wir die Bekanntschaft mit Ihnen und Ihren: frommen Streben zu den: Schönsten rechnen werden, womit die diesjährige- Versammlung unsere Erinnerung bereichert hat// . Hr. Dr. Ster n erwiderte hierauf mit etwa folgende!: Worten! „Gestatten Sie mir, Hochgeehrte Herren, in meinem Namen, so wie im Namen, meiner Kollegen, Ihnen unfern tiefgefühlten Dank auszusprechen , sowohl für die Freundlichkeit, mit der Sie uuS persönlich stets, begegneten, als auch für die Art und Weift, mit welcher Sie unsere Mission an Sie aufnahmeu. Wir finb der sicher!: Hoffnung, daß die Bestrebungen, denen wir uns gewidmet haben, nicht blos aus einzelne Genossin sch asteu und Gemeinden ssich erstrecken, sonderi: -die religiöse Wiederbe-' lebuug .der ganzen Judenheit und des ganzen Juden-