Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 9 (26.2.1846)
- Date
- 1846-02-26
- Page
- Spalte 135-136 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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135 136 Kritiken. Alfabet. Della Lorre. — Chäsdai ben Isaak. Es kann nichts Schlagenderes und Gründlicheres über diese zwei Gegensätze gesagt werden, als was Hr. De. Löwenstein darüber auf 15 Seiten zusammengesaßt. Mit großer Belesenheit in der historischen Literatur und mit reichen Belegen'aus dem Leben wird besonders das Kapitel der Judenbekehrung beleuchtet. Dem Schriftchen ist eine .weite Verbreitung zu wünschen. 9) Alphabete orientalischer und occidentalischer Sprachen, zusammengestellt von Friedrich Ballhorn. Zweite vermehrte Auflage. Leipzig, 1844. 8. Brockhaus. (S. 26.) Die Alphabetensammlung enthalt:- persische Keilschrift, Gothisch, Hieroglyphen, Hieratisch, Demotisch, Phönicisch, Hebräisch, Aramäisch, Numidisch, Griechisch und Italienisch, Palmyrenisch, Kufisch, Runen, Koptisch, Griechisch, Armenisch, Rabbinisch, Deutsch-Rabbinisch,. Samaritanisch, Arabisch, Syrisch, Aethiopisch und Amharisch, Zend, Birmanisch, Sanskrit, Mandschu, Tibetanisch, Mongolisch, Russisch, Wallachisch, Polnisch, Böhmisch, und dürfte, obwohl zunächst für Setzer und Korrektoren bestimmt, auch in andern Kreisen ersprießliche Dienste leisten. Die einzelnen Alfabete sind sehr exakt ausgeführt und das ganze Schriftchen zeichnet sich durch einen sehr schönen Druck und sehr gutes Papier aus. 10) Q^nn “)DD. I Salmi volgarizzati sul testo niasoretico ed illusfcrati'con argomenti e note dal Rabbino Leli.o della Tor.re, Professore neU* lsti« tuto~ Convitto Rabbinico eie. Parte l. Testo traduzione ed argomenti. Wien, 1845. 8. v. Schnud und . Busch. (S. 262.) Die italienischen Gelehrten (Reggio, Luzzatto, Morlara, Almanzk, della Torre) schenken der Exegese eine besondere Aufmerksamkeit. Trotzdem haben sie sich noch nicht vereinigt, eine Bibel in der Landessprache herauszugeben, wie dies mehrfach von deutschen Juden geschehen ist. So weit mir bekannt, istbisjetzt, außer der angezeigten Psalmübersetzung , blos eine italienische Uebersetzung des Pentateuchs von Reggio erschienen. Eine Uebersetzung des Jesaja von Luzzatto steht noch in Aussicht. Die angezeigte Psalmübersetzung verfolgt aber eine andere Tendenz als die Pentateuch-Uebersetzung Reggio's: sie will, wie der Verfasser in der Vorrede p. 6 selbst gesteht, einem religiösen Bedürfniß genügen (non esegetico, non gratnmaticale, non linguistico, ma religiös« e lo scopo chemisono prefisso nelfare italiano il piu bello degi’ ispirati libri). Nichtsdestoweniger ist die Uebersetzung sehr gefällig und genau und nicht leer an neuen Wendungen. Der Verfasser hat es vorgezogen, die prosaische Form der Uebertragung zu, wählen. Dies rhut in der italienischen Sprache dem poetischen Werthe keinen bedeutenden Abbruch, indem diese leibliche Tochter der Sprache Latiums sehr reich an Inversionen ist, welche der Prosa eine poetische Färbung verleihen. So ist z. B. Ps. 146, 3 in der prosaischen Uebersetzung: 8peme nei grandi non ponete, nel figliuol d’ Adamo che asalvar non vale, nicht minder poetisch. Viele Eigentümlichkeiten der italienischen Sprache kommen dem Uebersetzer aus dem Hebräischen oft zu Statten; z. B. die Weglassung der Personenwörter beim Verbum (lara, ^^i), die Eigenthümlichkeit des ponomen eui, viele Adverbia wie per pooo- DyDD u dgl. Jedem Kapitel geht eine Inhaltsangabe voran, welche die religiöse Tendenz der Uebersetzung verräth. Die Noten zur Uebersetzung verspricht der Verfasser in einem besondern Theite zu sammeln. Zum Schlüsse noch einige Uebersetzungsproben, die mehr oder minder neu sind, —p 2, 12: fate omaggio all’ E1 e.t t o; VS yo 10, 3 : e ruba e bestemmia e spreggia 1’ Eterno; q-q DHN. 12, 9: quand’ ei s’ elevino, tre mino gli iiomini5 rpEH 45, 2: a tefiducia, a te laude; pK *0 73, 4: perche doglie non hanno insin che muojono; ]y>2 ‘»Tin by ‘IW pDlD 133 3: come rugiada che ca de sovra 1" Ennon, oveü sui monti di Sione. Die Ausstattung ist glänzend. Ad. Jellinek. Notizen und Miseellen. I. Chasdai ben Isaak, der Minister des Adderrahman's HI. Im November 912 bestieg Abderrahman der 1U den Khalifenthron zu Cordova. Dieser Khalife war der größte aller Omajjaden, die auf der spanischen Halbinsel geherrscht, und in den 49 Jahren (912—961) seiner überaus glücklichen Herrschaft erreichten die Mauren Spaniens in Macht, Handel, Reichthum und Wissenschaften einen seltenen Aufschwung und fast die höchste Brüche*). Der Kaiser von Byzanz, Konstantin VI., der Purpurgeborene, der Ein Jahr vor Abderrahman (911) den griechischen Kaiserthron bestiegen, buhlte um die Gunst des Khalifen zu Cordova, um durch diese Verbindung gegen den Khalifen von Bagdad ein Gegengewicht zu haben, und im Jahre 949 erschien zu Cordova eine geiechische Gesandtschaft von Konstantin. VI. (f 959), von deren glänzenden Empfang die maurischen Chroniken viel erzählen* 2). dem Jahre 955 beschloß Otto I. einen eigenen Gesandten an den Khalifen Abderrahman 111. nach Cordova zu senden, und Johann v 0 n Görz, einer der Gescheidtesten in jener Umgebung, übernahm diese Sendung, ausgerüstet mit dem königlichen Schreiben, das Bruno der Erzbischof von Cötn, Otto's I. gelehrter Bruder, aufgesetzt hatte, mit Geschenken und einem Gefolge. Im Frühjahr 956 ging die Gesandtschaft von Görz über Dijon nach Lyon, von da zu Wasser nach Warcellona ab, wo die Erlaubniß zum Eintritte in das saraeenische Gebiet nachgesucht und auch gell Aschbach, Geschichte der Omajjaden II. 94 flg. 2) ib. 1. 0. —