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Der Orient · 1846-02-26 · Heft 9 (26.2.1846) · p. Seite 67

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 9 (26.2.1846)
Date
1846-02-26
Page
Seite 67 (sequence 13)
Language
German
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Wohnungen jüdischer- Lehrer sind steuerfrei , - aber nicht Synagogen (Vers. v. 19. Okt.);- 2) Gesuche jüdischer Gemeinden, um Erlaubniß und zur Anlegung jüdischer Bethäufer und Synagogen oder anderer dahin gehöriger Gebäude und zur Erwerbungdes dazu benöthigten Eigenthums, sollen die Minister gemeinschaftlich entscheiden, ohne eine Immediatanfrage - nöthig zu haben (Vers. v. 18. Nov.). —;; j Frankfurt a. M. Das bekannte Buch des Josephus. gegen Apion, die. erste Vertheidigungsschrift der Juden und des Judenthums gegen Angriffe, von dem gelehrten Rabb.- Tre ue nsels bearbeitet, erscheint so eben in Hannover. Leipzig. Die von hier nach Dresden an-den Landtag abgegangene- Petition um Emaneipation, ist nur von einzelnen Gemeindegliedern, aber nicht von der Gemeinde unterschrieben worden, weit diese die Ueberzeugung hegen, daß der jetzige Landtag für diese nicht. günstig genug ist. Man glaubtallgemein, fle, werde ohne Frucht bleiben, und dann freilich -schadet sie. . \; : an seine Amtsbrüder im Vaterlands wegen Unterstützung der russischen Auswanderer ' ' jüdischer Confession. . . Aus dem Norden bricht das Unheil herein. Ier. 1, 15. ‘ Geliebte Brüder in Ungarn! Wenn ich, der Jüngste und Geringste unter den Lehrern Israels im ungarischen Vaterlande, es wage, an Euch eine Aufforderung ergehen zu lassen, so messet es nicht dem Eigendünkel bei, als glaubte ich, einer der Fähigsten und Lüchtigsten unter Euch zu sein, denn wohl weiß ich \3DDD rpy DD^p ♦ Es sind gar Viele unter Euch, die ich Lehrer nennen darf' und Einige die meine Lehrer wirklich sind, aber wenn ich aus dem Zirkel, aus dem stillen Wirkungskreise, den mir der gütige Vater im Himmel an des Vaterlandes äußerster Gränze angewiesen hervortrete, so ists. nichts Anderes als der tiefwühlende Schmerz, der meine Brust beengt im Bewußtsein der gräßlichen Leiden, die über unsere armen Glaubensbrüder im Norden gekommen, und zwar.gekommen um des Glaubens willen, der mich treibt meinem Herzen Luft zu machen und in einer Zeit, wo unter Euch noch Keiner Wort und Feder für die Unglücklichen ergriff, ein Wort der Aufforderung.zur Verbesserung der trübseligen Lage der russischen Juden , an Euch ergeh, rr zu lassen!. Es ist Euch sicher kein Deheimniß mehr., was unfern nordische^ Glaubensbrüdern hrpht; Ihr habt. sie . gehört', die unerhörte, himmelschreiende Ungerechtigkeit, die ein Glaubenseifernder Monarch des 19. Jahrhunderts an zwei Millionen Bekenner des Ewigen zu verüben im Begriffe ist; schlimmer vielleicht als Anciochus Epiphanes, ärger als Käligula, dessen Name dem Haffe der Nachwelt verfallen ist, ärger noch als die Geißel der Menschheit höhnt der nordische Niese alles Menschen-, alles Glaubensrecht! — Denn Jene hatten cs mit politischen, an.Kraft und Macht reichen Völkern zu thun; Dieser aber mit zwei Millionen schwachen abgehärmten . Männern, wehrlosen Frauen und unmündigen Kindern! . Jene arbeiteten gegen den Glauben der Völker, um ihre politische Macht zu brechen, man durfte ihnen nur die gebrochene politische Einheit zeigen und der Glaube war gerettet und unangefochten frei; Dieser aber arbeitet nicht gegen ein Vol k, nicht gegen eine politisch-geeinte Macht, sondern gegen Menschen, deren ganzes Abweichen von den Uebrigen ist, daß sie anstatt in eine Kirche in eine Synagoge gehen.! Jene wütheten gegen Empörer, gegen Au sw ieg ler, Dieser, gegen friedliche, arbeitsame, im Schweiße ihres Angesichtes ihren Lebensunterhalt erwerbende Bürger, deren Einziges Gebrechen ist, daß sie sich nicht zur russisch - griechischen Kirche bekennen! Jene bekämpften fremde, zu unterjochende, oder bereits'unterjochte und nachher sich empörende Völker; Dieser seine eigenen Unterthanen, die nicht gegen das Gesetz gehandelt, die nicht seinen Wünschen entgegen gearbeitet, die nur eines nicht gethan haben — sich tau fen zu lassen! Doch wozu alles Dies Euch aus einandersetzen? Ihr wisset es besser, Ihr habt sie gehört die himmelschreiende Lhat, die man an zwei Millionen unserer Glaubensbrüder verüben will! Ihr habt es gehört, daß man sie zwingen will den. einigen Gott abzuschwören; und wessen Herz kann ungerührt und gefühllos beim Unglücke von . zwei Millionen Menschen bleiben? Was dem „erleuchteten Monarchen des 19. Jahrhunderts" zum Vorwände dient? Ein angedichtetes Verbrechen, daß die Juden Schleichhandel treiben. Doch die ganze Mitwelt weiß, daß sie unschuldig sind und daß das, was man als ihr Verbrechen bezeichnet reine. Erdichtung ist; denn wäre dem nicht so , warum bestraft nicht der „.gerechte Richter" alle Schuldigen, und läßt frei,Leben die, die nichts Böses gethan? Alle russischen Juden haben doch wohl nicht Schleichhandel getrieben. , Wisset Ihr was dies ist? Eine Mahnung zur Einigung! Seitdem Israel ssein Land verlassen mußte, um in fremde Länder'in die weite Welt hinaus zu wandern, kommen mit jedem neuen Morgen neue Leiden — yjn .hjn .nyttf ^2 —bald soll es die.Brunnen vergiftet bald Kinder gemordet haben zum Gebrauche von Passahblut, bald einen Pater verschwinden gemacht und dergleichen Unwahrheiten mehr. 7-Was ist denn die Verfolgung in neuerer Zeit in Damasku s,

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